Spielberichte

Christian Napokoj (Co-Trainer Union Waldneukirchen): "Uns hat der letzte Punch gefehlt"

ATSV Stein
Union Waldneukirchen

In der 1. Klasse Ost lieferte sich der ATSV Malerei u. Fassaden Stein mit der Union EDER Karosserie Waldneukirchen ein wildes Abstiegsduell, das die Hausherren in der Nachspielzeit mit 4:3 für sich entschieden. Waldneukirchen kämpfte sich nach frühem 0:2 noch vor der Pause auf 2:2 zurück, führte in Überzahl sogar 3:2, kassierte aber zwei späte Gegentore nach Standards. Co-Trainer Christian Napokoj haderte nach dem bitteren Finish: "Uns hat der letzte Punch gefehlt." Gleichzeitig betonte er: "Bei Standardsituationen müssen wir uns definitiv verbessern."

Nahaufnahme eines Fußball beim Abstoß durch den Torwart

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Früher Doppelschlag, dann die starke Antwort vor der Pause

Stein erwischte den Start, den sich jeder wünscht: In der 6. Minute stellte Matteo Hödl auf 1:0, drei Minuten später legte derselbe Mann das 2:0 nach. Napokoj sprach von einer "katastrophalen Anfangsphase" und erklärte, wie es aus seiner Sicht zustande kam: "Wir sind gut reingestartet, aber mit dem ersten Konter ging Stein 1:0 in Führung. Drei, vier Minuten später fiel das 2:0 nach einem Eckball, da sind wir schlecht gestanden." Waldneukirchen brauchte eine Weile, fand dann aber die richtigen Antworten. Pavel Valik verkürzte in der 38. Minute auf 2:1, noch vor dem Pausenpfiff sorgte Robert Korn in Minute 45+2 für den Ausgleich. "Wir haben schnell nach dem 0:2 nicht aufgegeben und sind auf 2:2 gekommen. Danach hatten wir das Momentum auf unserer Seite", sagte Napokoj, der mit der Reaktion seiner Mannschaft einverstanden war. Mit dem 2:2 zur Halbzeit war plötzlich wieder alles offen.

Rot für Stein, Führung der Gäste – und das bittere Standard-Finish

Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie zunächst weiter Richtung Waldneukirchen. In der 55. Minute sah Steins Mark Nagy Rot – Napokoj sprach von einer "Tätlichkeit" –, die Gäste waren in Überzahl. "Das Momentum kippte immer mehr auf unsere Seite", schilderte der Co-Trainer. Doch die Vorentscheidung blieb aus, obwohl Waldneukirchen am Drücker war. In Minute 86 führte dann eine Standardsituation zum 2:3: Florian Gegenleitner traf für die Gäste – die Wende schien da. "Uns hat der letzte Punch gefehlt, um das Spiel nach dem 3:2 endgültig zuzumachen", haderte Napokoj. Stein gab allerdings nicht auf und kam postwendend zurück: In der 88. Minute glich Niklas Schinkinger – wieder nach einem Standard – zum 3:3 aus. In der Nachspielzeit erwischte es Waldneukirchen eiskalt: Mathias Wagner besorgte in Minute 90+1 das 4:3 für Stein, erneut nach einer ruhenden Situation. "Stein hatte am Ende das glücklichere Ende für sich", bilanzierte Napokoj.

Napokoj: Comeback-Moral da, Standards bleiben die große Baustelle

In der Analyse sparte Christian Napokoj nicht mit Selbstkritik, hob aber auch Positives hervor. "Besonders entscheidend war, dass wir uns bei Standardsituationen sehr schlecht verhalten haben", sagte er offen. Gleich dreimal kassierte Waldneukirchen nach einer Standardsituation – das kostete an diesem Abend Punkte. Trotzdem nimmt der Co-Trainer etwas mit: "Positiv war, dass wir nach dem 0:2 nicht aufgegeben haben und noch 3:2 in Führung gegangen sind." Zur Spielleitung meinte Napokoj: "Die Schiedsrichterleistung war völlig okay." Auch die rote Karte für Stein ordnete er nüchtern ein. Dass es ein Duell auf Messers Schneide war, unterstrich er ebenfalls: "Man hat gesehen, dass beide im Abstiegskampf sind und jeder wusste, um was es geht."

Die Tabelle belegt das: Stein steht mit 21 Punkten auf Rang 11, Waldneukirchen mit 20 Zählern auf Platz 12. Für die letzten Runden ist die Marschrichtung klar: Die Moral stimmt, doch an den Standards "müssen wir uns definitiv verbessern".

1. Klasse Ost: ATSV Stein : Waldneukirchen - 4:3 (2:2)

  • 91
    Mathias Wagner 4:3
  • 88
    Niklas Schinkinger 3:3
  • 86
    Florian Gegenleitner 2:3
  • 47
    Robert Korn 2:2
  • 38
    Pavel Valik 2:1
  • 9
    Matteo Hödl 2:0
  • 6
    Matteo Hödl 1:0