Zum Abschluss der 1. Klasse Ost trennte sich Union Neuhofen an der Krems vom FC Union Steinerkirchen 2:2 (0:2). Christoph Heinl schnürte vor der Pause den Doppelpack, nach dem Seitenwechsel trafen Florian Pruckner und Simon Kollnberger zum Ausgleich. Trainer Mario Verlende sah sein Team dennoch näher am Sieg, lobte eine starke erste Hälfte und haderte mit ausgelassenen Chancen – sowie einem aus seiner Sicht ausbleibenden Elfmeter in der Schlussphase.

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Steinerkirchen legte einen Start hin, der genau ins Konzept passte. In Minute 11 stellte Christoph Heinl auf 0:1, der Gästeangriff blieb druckvoll und abgeklärt. Kurz vor der Pause legte Heinl noch einmal nach und besorgte in der 45. Minute das 0:2 – mit diesem klaren Polster ging es in die Kabinen. Trainer Mario Verlende schwärmte vor allem vom Fundament dieser Führung: "Die erste Halbzeit haben wir Neuhofen an die Wand gespielt. Wir waren spielerisch und läuferisch besser, jeder hat die Taktik eingehalten. Ich ziehe den Hut vor der Mannschaft." Doch der perfekte Abend kippte früh nach dem Wechsel. Keine Minute war gespielt, da verkürzte Florian Pruckner auf 1:2 (46.), und Neuhofen war wieder da. Als Simon Kollnberger in der 59. Minute das 2:2 besorgte, war die Partie völlig offen. Verlende blieb trotzdem überzeugt: "Am Sieg waren wir dran. Wir haben zum Schluss wieder gespielt, hatten eine große Chance, die Neuhofen auf der Linie geklärt hat." Dazu kam die strittige Szene aus seiner Sicht: "Normal muss er noch einen klaren Elfmeter pfeifen – unser junger Fabian wird da klar gefoult. Der Schiedsrichter hat’s nicht gegeben."
Inhaltlich hatte der Trainer eine klare Lesart der zwei Gesichter seiner Mannschaft. "In der Kabine habe ich gesagt, wir sollen unsere Hierarchie stabil halten, so wie in der ersten Halbzeit", erzählte Verlende. "Dann sind wir raus und haben geglaubt, wir müssen schnell, schnell wieder gutmachen. In den ersten zehn Minuten nach der Pause haben wir die Taktik nicht eingehalten – wir wollten gleich drei reinmachen. Das war ein Fehler von uns." Trotzdem blieb der Tenor positiv: "Es war insgesamt wieder eine Weltklasseleistung von der Mannschaft." Was am Ende fehlte, brachte er auf einen einfachen Nenner: "Die Chancenverwertung hätte den Unterschied machen können. Wir hatten zwei Riesenchancen, die müssen wir machen." Auch über das viel zitierte Momentum sprach er offen: "Ein bisschen Glück hat gefehlt – aber ich sage immer, Glück gibt es nicht, es gibt nur harte Arbeit. Und die haben die Burschen heute geliefert." Fair blieb seine Rückschau auf den Gegner: "Neuhofen hatte auch eine gute Möglichkeit, die er aufs Netz schießt. Nach dem schnellen Anschluss waren sie wieder im Spiel." Insgesamt überwog aber das Gefühl, zwei Zähler liegen gelassen zu haben: "Das 2:2 ist für uns nicht berauschend. Normal müssten wir mit einem Dreier heimfahren."
Auch die Randtöne nach Runde 26 fehlten nicht. Bei der Bewertung des Unparteiischen blieb Verlende sachlich: "Der Schiedsrichter war für mich sehr gut – außer der Szene am Schluss, wo er den Elfer nicht gibt." Danach richtete der Coach den Blick bewusst auf seine Mannschaft und das Umfeld. "Die ersten 45 Minuten waren stabil, die Jungs haben sich ineinandergegrätscht – das zeichnet die Mannschaft aus." Besonders ans Herz ging ihm die Unterstützung auf den Rängen: "Die Steinerkirchener Fans waren das ganze Jahr weltklasse. So viele Zuschauer, die immer hinter der Mannschaft stehen – Steinerkirchen ist eine kleine Familie." Es war zugleich sein Abschied nach einem halben Jahr an der Linie: "Es war eine schöne Zeit. Ich bin stolz auf die Burschen und sage Danke an alle – sogar an die, die beim Dosenverkauf helfen. Ein paar Dinge im Verein haben mir nicht gefallen, aber es geht weiter." Wie weiter, ließ er anklingen: "Ich habe zwei Angebote. Ich möchte eine Mannschaft, die geschlossen hinter mir steht, mit der ich vorne mitspielen kann. Es ist mit mir nicht immer einfach, aber ich will nur das Beste für die Mannschaft." Für Steinerkirchen bleibt nach diesem 2:2 das Gefühl, mit einer starken ersten Hälfte und einem Heinl-Doppelpack mehr verdient zu haben.