Nach einer Saison zwischen enttäuschten Erwartungen und rechtzeitig fixiertem Klassenerhalt will die Union Neuhofen an der Krems in der 1. Klasse Ost wieder weiter oben mitspielen. „Eine sehr durchwachsene Saison“, sagt Sektionsleiter Thomas Berhuber im Gespräch mit Ligaportal über das abgelaufene Jahr. Der Verein hat im Sommer auf mehreren Positionen reagiert, den Kader verbreitert und auch rund um die Kampfmannschaft ein neues Trainerteam aufgestellt.

Foto von Emma Benedict auf Unsplash
Der achte Platz wirkt auf den ersten Blick ordentlich, die Saison selbst verlief aber alles andere als geradlinig. Neuhofen war zwischenzeitlich bis auf Rang 13 zurückgefallen und musste lange darauf achten, den Abstand nach hinten groß genug zu halten. Erst in der Schlussphase stabilisierte sich die Mannschaft wieder, holte aus den letzten drei Partien sieben Punkte und brachte die Spielzeit damit ohne Zittern zu Ende.
Berhuber spricht offen über die verpassten Erwartungen: „Wir konnten unsere selbst gesteckten Ziele nicht erreichen, wir waren aber trotzdem glücklich, dass wir die Saison gut beenden konnten.“ Entscheidend sei gewesen, dass das kleinere, am Ende aber zentrale Ziel rechtzeitig erreicht wurde. „Den Klassenerhalt konnten wir aus eigener Kraft souverän sichern“, sagt der Sektionsleiter. Genau dort setzt nun auch die Aufarbeitung an: Die vergangene Saison war für den Verein kein Jahr, das man einfach abhaken will, sondern eines, aus dem Konsequenzen gezogen wurden.
Die auffälligste Folge dieser Analyse ist der Umbau des Kaders. Mit Simon Kollnberger, der seine Karriere beendet, sowie Manuel Moser, Lukas Gerstmair, Andreas Forstner, Haci Sahan und Emir Hamzic verliert der Verein Spieler aus mehreren Bereichen des Teams. Die Union Neuhofen reagierte darauf breit gestreut und verpflichtete mit Lukas Huemer einen neuen Tormann, mit Robin Fuchs einen Verteidiger, mit Heimkehrer Thomas Schuster einen Spieler für das zentrale Mittelfeld, mit Kaan Tepegöz eine Offensivkraft und mit Anes Kaltak einen neuen Mann für die Sturmspitze.
Berhuber sieht darin mehr als bloße Ergänzungen. „Wir haben den Kader gut verstärkt und uns auf einzelnen Positionen gezielt verbessert“, sagt er. Eine exakte Platzierung möchte der Sektionsleiter zwar nicht ausrufen, die Richtung ist dennoch klar: „Wir sind guter Dinge, im vorderen Bereich der Tabelle mitzuwirken.“ Nach einer Saison, in der vor allem das Absichern nach unten im Vordergrund stand, ist das eine entsprechend klare Ansage.
Hilfreich ist dabei, dass Neuhofen personell ohne größere Sorgen in den Sommer geht. Laut Berhuber haben Spieler, die in der Rückrunde immer wieder mit Blessuren zu kämpfen hatten, die Pause gut genutzt. Die Mannschaft startet damit fit in die Vorbereitung, längere Ausfälle gibt es derzeit keine.
Nicht nur der Kader wurde verändert, auch im Betreuerstab hat sich einiges getan. Mit Stefan Wimmer als Cheftrainer, Dominik Huemer als Co-Trainer und Josip Bakovic als Tormanntrainer steht die Kampfmannschaft auf neuen Beinen. Dazu kommen Samuel Hahn und Marc Schuster im Trainerteam der 1b. Für Berhuber ist genau diese Breite ein wesentlicher Punkt des Sommers.
„Wir sind sehr froh, dass wir ein breit aufgestelltes Trainerteam haben“, sagt er. Der Umbau sei bewusst umfassend angelegt worden: „Wir haben nicht nur in der Mannschaft, sondern auch im Trainerteam alles neu gestaltet.“ Damit verbindet der Verein die Hoffnung, dass die Schwankungen der Vorsaison geringer werden und die Mannschaft von Beginn an konstanter auftritt.
Die Union geht damit nicht in eine Übergangsphase, sondern hat aus einem unruhigen Jahr sichtbar Konsequenzen gezogen. Die Basis dafür sollen ein breiterer Kader, eine fitte Mannschaft und ein neu formiertes Trainerteam liefern. Ob der Sprung in die obere Tabellenhälfte gelingt, wird sich erst zeigen. Dass der Anspruch diesmal höher ist als bloß der Klassenerhalt, daran lässt Berhuber aber keinen Zweifel.