Nach dem 0:1 gegen SC St. Valentin und dem Abstieg aus der Bezirksliga Ost richtet sich der Blick beim ASV Raika Haidershofen-Behamberg bereits nach vorne. In der kommenden 1. Klasse Ost soll ein Neuaufbau gelingen. Obmann Franz Burgholzer spricht offen über die Gründe für den Rückschlag, verweist auf Verletzungen und fehlende Qualität für die Bezirksliga und formuliert das neue Ziel klar: „Wir wollen wieder ankommen.“
Der Rückblick von Franz Burgholzer fällt deutlich aus, aber nicht ausschweifend. „Sportlich hat es leider nicht gut funktioniert, weil wir eben aus der Bezirksliga abgestiegen sind“, sagt der Obmann, und genau diese nüchterne Einschätzung zieht sich durch seine Analyse. Zwar gab es in der Schlussphase noch ein 3:1 gegen Union Saxen und ein weiteres 3:1 bei SK Asten, doch danach folgten das 0:4 gegen SK Amateure Steyr, das 0:2 gegen ATSV Neuzeug und zum Abschluss das 0:1 gegen SC St. Valentin. Für Burgholzer war das kein Zufall, sondern die Folge eines längeren Prozesses. „Wir haben einige Verletzte gehabt. Dann war natürlich auch die spielerische Klasse für die Liga begrenzt. So kommt man mit knappen Niederlagen immer wieder in den Trubel des Abstiegs hinein, und dann ist es auch passiert“, sagt er. Dazu kamen laut Burgholzer weitere Ausfälle und Belastungen im Kader. „Es gibt Spieler, die schulisch unterwegs oder verletzt waren. Viel klarer kann man die Saison aus Sicht des Vereins kaum zusammenfassen.“
Dass sich beim ASV Raika Haidershofen-Behamberg in den nächsten Wochen einiges verändern wird, ist nach diesen Aussagen ebenfalls klar. Der Verein muss mehrere Abgänge auffangen, darunter Markus Neustifter und Kilian Jung, dazu kommen weitere personelle Verluste, die den ohnehin nötigen Neuaufbau zusätzlich erschweren. Über neue Spieler will Burgholzer bewusst noch nicht sprechen. „Über Neuzugänge möchte ich noch nicht sprechen. Es wird welche geben, aber die sind noch in Verhandlung oder in der Endphase des Freigabeprozesses“, erklärt er. Dafür steht bereits fest, wer die sportliche Richtung vorgeben soll. Mit Ahmet Rahmanovic übernimmt ein neuer Cheftrainer. Burgholzer beschreibt ihn sehr deutlich: „Es gibt natürlich einen neuen Cheftrainer mit Ahmet Rahmanovic, einen B-Lizenz-Trainer, einen sehr engagierten Trainer, Jugendförderer, eine Persönlichkeit mit klaren Vorstellungen und sehr viel Leidenschaft.“ Genau diese Mischung soll nun helfen, eine Mannschaft zu formen, die laut Obmann aus „drei, vier Routiniers“ und jungen Spielern bestehen wird. Der Verein setzt also nicht auf einen schnellen Rettungsanker, sondern auf einen Umbau mit neuer Struktur.
Wie dieser Weg aussehen soll, beschreibt Burgholzer ziemlich konkret. „Jetzt geht es einmal darum, dass sich die Mannschaft wiederfindet. Es wird ein Neuaufbau bei uns in der 1. Klasse Ost“, sagt er. Dahinter steckt nicht nur der Wunsch nach Punkten, sondern auch nach einer neuen Identität auf dem Platz. „Wir wollen wieder ankommen. Wir wollen ein neues Team formen, das die Zuschauer wieder begeistern kann. Und dann kommen auch wieder die Ergebnisse, die wir uns wünschen“, so der Obmann. Dass er dabei nicht nur auf das Sportliche schaut, zeigt auch der Blick ins Vereinsumfeld. Ende Mai feierte der Klub sein 80-jähriges Bestehen mit Kabarett, Festakt, Gottesdienst und Frühschoppen. „Die Resonanz von den Besuchern war sehr gut, und es waren auch sehr viele Besucher da. Das Kabarett war ausverkauft. Das war wirklich eine wunderschöne Veranstaltung“, erzählt Burgholzer. Abseits des Rasens ist also viel Leben im Verein. Sportlich beginnt jetzt allerdings ein neuer Abschnitt, in dem sich ASV Raika Haidershofen-Behamberg erst wieder finden muss. Für den eigenen Klub ist die Messlatte im Moment aber eine andere: erst stabil werden, dann wieder Schritt für Schritt nach vorne schauen.