In der 1. Klasse Ost hat der SV Sierning am Samstagnachmittag gegen die Union Maria Neustift einen 6:0-Kantersieg gefeiert. So deutlich das Ergebnis am Ende war, ganz von Beginn an lief es nach Einschätzung von Trainer Dominik Ebner aber noch nicht rund. Erst nach rund 20 bis 25 Minuten fand der Tabellenführer richtig zu seinem Tempo, wurde vorne klarer und ließ hinten praktisch nichts zu.

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Ebner wollte den klaren Heimsieg nicht an einem einzelnen Moment festmachen. „Ich glaube nicht, dass es einen entscheidenden Moment gab. Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute unser Spiel gemacht“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Gleichzeitig verschwieg er nicht, dass die Partie für sein Team zunächst Geduld verlangte. Der Aufsteiger und noch sieglose Tabellenletzte habe defensiv gut verschoben, engagiert gegen den Ball gearbeitet und die Räume eng gemacht. „Wir haben zu langsam gespielt, um Räume aufzumachen“, erklärte Ebner. Erst nach rund 20 bis 25 Minuten zog Sierning das Tempo an, wurde im Passspiel sauberer und fand damit auch zu den ersten klaren Möglichkeiten. Diese Steigerung zeigte sich dann rasch auch auf der Anzeigetafel: In der 30. Minute brachte Markus Neustifter die Gastgeber mit einem Kopfball in Führung, nur sieben Minuten später erhöhte Marcel Herzog ebenfalls per Kopf auf 2:0. Mit diesem Doppelschlag war die Überlegenheit des Tabellenführers erstmals auch im Ergebnis klar sichtbar.
Mit dem 2:0 zur Halbzeit war die Partie aus Sicht von Ebner noch nicht erledigt, aber sie war klar in die gewünschte Richtung gekippt. Entscheidend war für ihn, dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel nicht nachließ. „In der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt, sind am Tempo geblieben und konnten dann unsere Chancen auch nützen“, sagte er. Sierning legte früh nach, als Jakob Haussteiner in der 54. Minute zum 3:0 traf. Damit war der Widerstand der Gäste endgültig gebrochen. In der 75. Minute folgte das 4:0 von Maximilian Baumschlager. In der Schlussphase wurde das Ergebnis dann noch deutlicher. Metehan Tümkaya traf in der 87. Minute nach einem Stanglpass zum 5:0 und setzte in der Nachspielzeit mit dem 6:0 den Schlusspunkt. So entwickelte sich aus einem anfangs zähen Spiel eine klare Angelegenheit.
Neben den sechs Treffern hob Ebner vor allem die Arbeit seiner Mannschaft gegen den Ball hervor. „Wir sind defensiv sehr kompakt gestanden und haben kaum Chancen zugelassen. Das stimmt mich sehr positiv, dass hinten auch die Null steht“, sagte der Trainer. Gerade dieser Punkt passte für ihn an diesem Tag besonders gut zum Eindruck der Partie. Vorne sei man diesmal außerdem sehr effizient gewesen. „Wir konnten unsere Chancen gut nutzen“, meinte Ebner, auch wenn aus seiner Sicht „noch die ein oder andere Chance“ zusätzlich da gewesen wäre. Dass es nach der Anfangsphase leichter wurde, erklärte er auch mit dem Auftreten des Gegners. Maria Neustift habe sich im Defensivverhalten sehr engagiert gezeigt und lange gut verschoben, doch mit zunehmender Spielzeit seien die Räume größer geworden. Weil bei den Gästen die Kräfte nachließen und kaum mehr Entlastung kam, konnte Sierning immer klarere Chancen herausspielen. Ebners Fazit fiel deshalb deutlich aus: „Man muss hier klar einen Qualitätsunterschied anmerken, den meine Mannschaft sehr gut ausgenützt und ihre Qualitäten auf den Platz gebracht hat.“
Dass am Ende nicht nur das Resultat, sondern auch der Rahmen passte, zeigte sich in Ebners Schlussworten. Der Trainer sprach von einer „durch und durch sehr fairen Partie“ und war auch mit der Leistung von Referee Dimitrov einverstanden. „Die Schiedsrichterleistung war tadellos. Es gab kaum Aufreger“, sagte er. Damit blieb der Fokus ganz auf einer Vorstellung, die sich Schritt für Schritt entwickelte und am Ende keine Fragen offenließ. Der SV Sierning brauchte eine gewisse Anlaufzeit, brachte danach aber immer mehr Qualität auf den Platz und nutzte seine Vorteile konsequent. Der klare 6:0-Erfolg passt auch zur Tabellensituation: Nach neun Runden bleibt der SV mit 24 Punkten an der Spitze und nimmt den Schwung dieses Nachmittags nun als Tabellenführer in die nächsten Aufgaben mit.