In der 1. Klasse Ost musste die Union Neuhofen/Krems gegen den TUS Kremsmünster trotz 1:0-Führung eine bittere 1:2-Heimniederlage hinnehmen. Sektionsleiter Thomas Berhuber sah seine Mannschaft über weite Strecken als das aktivere Team, bemängelte aber die fehlende Konsequenz vor dem Tor. Genau darin lag für ihn der Grund, warum aus einer kontrollierten Leistung keine Punkte wurden: Neuhofen ließ nach der Führung zu viel liegen und bestrafte sich bei den Gegentreffern mit eigenen Fehlern.
Berhuber beschrieb den Auftritt seiner Mannschaft als durchaus ordentlich. „Speziell in der ersten Halbzeit und eigentlich über die 90 Minuten waren wir die spielbestimmende Mannschaft“, sagte er. Neuhofen versuchte laut seinem Sektionsleiter, „über eine kontrollierte Defensive ins Mittelfeld einen Spielaufbau zu machen“, hatte dort auch Vorteile, konnte diese Überlegenheit aber nicht sauber in klare Torchancen ummünzen. Das 1:0 in der 22. Minute entstand nach einer guten Kombination über die Seite und einem Ball in die Mitte, am Ende sprang dabei ein Eigentor heraus; in den offiziellen Spieldaten wird Julian Krammer beim Treffer angeführt. Gerade deshalb schmerzte der weitere Verlauf umso mehr. „Schade ist, dass wir nach dem 1:0 nicht das 2:0 machen konnten“, sagte Berhuber, weil genau in dieser Phase aus seiner Sicht die Chance da war, das Spiel schon vor der Pause in die richtige Richtung zu lenken. Stattdessen fiel in der 42. Minute das 1:1 durch Igor Steko, nachdem Neuhofen im Defensivaufbau einen schlechten Ball ins Mittelfeld spielte und hinten für einen Moment die Ordnung verlor.
Der Rückschlag vor dem Seitenwechsel blieb für die Gastgeber nicht der Einzige. In der 50. Minute bekam Kremsmünster einen Elfmeter zugesprochen, weil Neuhofens Innenverteidiger laut Berhuber „etwas zu ungestüm in den Zweikampf ging“. Matthias Balint verwandelte zum 1:2, und damit stand Neuhofen trotz langer aktiver Phasen plötzlich mit leeren Händen da. Gerade das wurmte den Sektionsleiter, weil er die Gastgeber insgesamt vorne sah. „Wir waren die bessere Mannschaft, wir müssen eigentlich den Sack zumachen“, sagte er deutlich. Möglichkeiten auf eine Antwort waren nach seiner Schilderung vorhanden, vor allem über die Seite. Berhuber sprach von zwei Situationen in der zweiten Halbzeit, in denen Stanglpässe nicht richtig fertiggespielt wurden. Das passte zum Gesamtbild dieser Partie. Neuhofen blieb im Spiel, kam in Bereiche, aus denen mehr möglich gewesen wäre, nutzte die Momente aber nicht. „Mit den nicht genutzten Chancen lässt man einen Gegner am Leben“, sagte Berhuber, und genau so entwickelte sich dieses Heimspiel.
Für Berhuber lag die Ursache deshalb weniger in fehlender Bereitschaft als in einer Mischung aus Eigenfehlern, fehlendem Glück und fehlendem Vertrauen in den entscheidenden Momenten. „Die Einstellung, der Wille und der Kampfgeist von allen Spielern waren sehr vorhanden“, betonte er. Gleichzeitig sprach er offen an, was seiner Mannschaft derzeit abgeht: „Es fehlt aktuell das Quäntchen Glück und natürlich auch das nötige Selbstvertrauen, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Dass der TUS Kremsmünster aus den eigenen Fehlern Kapital schlug, fasste er knapp zusammen: „Unsere Eigenfehler haben Kremsmünster in die Karten gespielt.“ Auch an Schiedsrichter Oberlaber wollte er nichts festmachen; die Leitung sei souverän und unaufgeregt gewesen, die Partie intensiv, aber fair. Für die Union Neuhofen bleibt es damit nach neun Runden vorerst bei sieben Punkten, während Kremsmünster auf neun Zähler kommt. Berhuber ließ den Kopf nach dem Schlusspfiff dennoch nicht hängen: „Das sind Momente, auf die wir aufbauen können. Aber wir müssen sie endlich nutzen.“ Und auch der Ausblick fiel trotz der Enttäuschung nicht düster aus: „Ich bin guter Dinge, dass wir das in den nächsten Wochen schaffen werden.“