Nach einer Saison knapp vor dem großen Sprung stellt sich der USV TOPFenster Pattigham/Pramet in der 1. Klasse Süd-West neu auf. Ein Trainerwechsel, mehrere Abgänge und die Rückkehr wichtiger Spieler prägen den Sommer beim Vizemeister. Im Gespräch mit Ligaportal spricht Obmann-Stellvertreter Georg Freilinger über die Lehren aus der Relegation, den Umbau im Kader und eine Zielsetzung, bei der vorerst die Stabilität im Vordergrund steht.
Die vergangene Spielzeit bewertet Freilinger trotz des verpassten Aufstiegs klar positiv. „Die letzte Saison war für uns sehr erfolgreich. Wir haben es fast bis an die Spitze geschafft“, sagt er. Dass der Sprung in die Bezirksliga am Ende ausblieb, führt er vor allem auf mangelnde Konstanz zurück. „Leider waren wir nicht so konstant wie geplant und erhofft. Deshalb hat es schlussendlich nur zur Relegation gereicht.“
Gerade diese Relegation hat im Verein dennoch Spuren hinterlassen, allerdings nicht nur negative. Freilinger spricht von einer Erfahrung, aus der die Mannschaft etwas mitnehmen soll: „Diese Relegation war für uns eine sehr wichtige und sehr gute Erfahrung.“ Der verpasste Aufstieg ist intern daher kein Thema mehr, an dem lange festgehalten wird. Die Konzentration gilt längst der kommenden Saison und der Frage, wie aus einer guten Mannschaft wieder eine geschlossene Einheit wird.
Im Zentrum des Sommers steht der Trainerwechsel. Mit Matthias Bortenschlager übernimmt ein neuer Coach, der zuletzt in Dorf/Pram tätig war. In der Vorbereitung gehe es deshalb nicht nur um Fitness, sondern auch um Abläufe und Abstimmung. „Es wird gezielt darauf geachtet, dass die Kondition der Spieler erhalten bleibt. Jetzt muss geschaut werden, wie die Zusammenarbeit zwischen dem neuen Trainer und unseren Spielern funktioniert“, sagt Freilinger.
Parallel dazu verändert sich auch der Kader. Jakob Strobl, „ein sehr wichtiger Mann auf der Zehn“, hat den Verein verlassen. Dazu kommt der Abgang des bisherigen Tormanns Harun Cinar sowie jener von Oliver Danninger, der nach langer gemeinsamer Zeit nach Frankenburg wechselt, um in der Bezirksliga Spielpraxis zu sammeln. Auch aus der zweiten Mannschaft gab es Abgänge. Neu dazugekommen ist Amir Beljuji, der von Dorf/Pram kommt und auf der linken Seite Danninger ersetzen soll. Mit Xaver Leeb von Lambrechten konnte zusätzlich ein neuer Tormann gewonnen werden, der der Abwehr neue Sicherheit und Stabilität geben soll.
Entscheidend könnte dafür werden, dass mehrere Spieler wieder zur Verfügung stehen. Markus Hofer und Benjamin Weiermann, zwei junge Kräfte, die in der vergangenen Saison verletzt ausfielen, sind laut Freilinger wieder topfit. Auch Stürmer Pero Pilic steigt nach seinem Kreuzbandriss und einem Jahr Pause wieder ins Mannschaftstraining ein. „Momentan gibt es keine gröberen Verletzungen, Gott sei Dank“, sagt Freilinger.
Dazu rücken mit Benjamin Bimingstorfer, Samuel Weber-Haselberger, Nesimi Kabashi und Julian Schober mehrere Nachwuchsspieler in den Kader der Kampfmannschaft nach. Der USV setzt damit nicht nur auf Ersatz für Abgänge, sondern auch auf frische Konkurrenz innerhalb des Teams. Das passt zur aktuellen Phase des Vereins: nicht hektisch nachlegen, sondern die vorhandene Gruppe neu ordnen.
Bei den Zielen bleibt Freilinger bewusst vorsichtig. Eine endgültige Standortbestimmung soll erst nach den ersten Runden möglich sein. Vorerst zählt für ihn etwas anderes: „Jetzt ist es wichtig, eine neue, gute, stabile Mannschaft zu formen.“ Danach soll sich das Team rasch aus dem unteren Bereich heraushalten. „Wir möchten relativ schnell nichts mit dem Abstieg zu tun haben, sondern uns wieder im vorderen Mittelfeld positionieren können.“
Neben dem Sport denkt der Verein auch über die nächsten Jahre hinaus. Im Vorstand soll die Basis verbreitert werden, zusätzlich gibt es Pläne für Veränderungen bei Kabinen, Tribüne und Sportplatz. Noch laufen dazu Ansuchen bei Land und Bund. Der größere Umbau wird also noch etwas Zeit brauchen. Am Platz beginnt die Arbeit dagegen sofort: mit neuem Trainer, einem veränderten Kader und dem Anspruch, Stabilität und Konstanz in die Mannschaft zu bringen.