Spielberichte

„Man hat oft nicht gemerkt, dass wir einen Spieler mehr waren“ – Ranshofen lässt Überzahl liegen

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WSV-ATSV Ranshofen
UFC Riegerting

In der 1. Klasse Süd-West trennten sich WSV-ATSV Ranshofen und UFC Riegerting mit 1:1. Für Ranshofen blieb nach dem Heimspiel vor allem das Gefühl zurück, mehr liegen gelassen zu haben. Trainer Marco Oberst sah zwar einen ordentlichen Beginn und eine bessere Körpersprache, störte sich nach dem Ausschluss aufseiten der Gäste aber klar daran, dass seine Mannschaft aus der langen Überzahl zu wenig gemacht hat.

Zwei Fußball im Zweikampf

Image by Phillip Kofler from Pixabay

Guter Beginn, dann der Rückschlag vor der Pause

Oberst hob nach dem Spiel zunächst hervor, dass seine Mannschaft diesmal deutlich besser in die Partie kam als in manch anderer Woche. "Wir haben diesmal gut ins Spiel hineingefunden, waren in den Zweikämpfen präsent und haben die Dinge umsetzen können, die wir uns vorgenommen haben", sagte der Trainer. Genau deshalb ärgerte ihn der Rückstand vor der Pause umso mehr. In der 36. Minute brachte Jonas Feichtinger die Gäste mit 1:0 in Führung, und aus Sicht des Ranshofen-Coaches war das vor allem deshalb bitter, weil diese Szene für ihn vermeidbar gewesen wäre. "So darf man den Ball nicht verteidigen", stellte Oberst klar. Er verwies auch darauf, dass Ranshofen in dieser Phase kurz in Unterzahl agieren musste, weil ein eigener Spieler behandelt wurde. Das sei zwar ein Umstand gewesen, ändere für ihn aber nichts an der eigentlichen Ursache. "Wir nehmen uns vor, konsequenter zu sein, waren es einen Moment lang nicht und bekommen dann das 0:1", sagte er. So ging es mit einem 0:1 in die Pause, obwohl der Trainer seine Mannschaft bis dahin nicht unzufrieden gesehen hatte.


Der Ausgleich war da, der Druck danach aber nicht groß genug

Nach dem Seitenwechsel bekam Ranshofen dann genau die Situation, aus der mehr hätte entstehen müssen. Nach einem Ausschluss bei Riegerting war die Heimelf laut Oberst "nahezu 40 Minuten in Überzahl", und damit verschoben sich die Kräfteverhältnisse klar zugunsten der Gastgeber. Der Ausgleich fiel in der 66. Minute, als Marcel Nico Pfeiffer zum 1:1 traf. Oberst sprach von einem Treffer, der "gut herausgespielt und gut abgeschlossen" gewesen sei. Was danach kam, gefiel ihm aber deutlich weniger. "Wenn man 40 Minuten in Überzahl ist, dann muss mehr rausschauen", sagte der Trainer ohne Umschweife. Besonders kritisch sah er, dass seine Mannschaft aus dieser langen Phase kaum echten Druck entwickelte. "Es war nicht so, dass wir zehn oder 15 Chancen hatten und einfach Pech wegen Latte oder Torhüter hatten, sondern da ist einfach viel zu wenig Zug nach vorne gekommen." Noch deutlicher wurde Oberst mit einem Satz, der den Nachmittag ziemlich genau zusammenfasste: "Man hat oft nicht einmal gemerkt, dass wir einen Spieler mehr waren." Für ihn hätte der Ball schneller laufen müssen, dazu mehr Geduld und mehr Konsequenz über die Außen. Nur so, meinte er, könne man einen Gegner in Unterzahl Schritt für Schritt müde spielen und sich dann auch mehr Abschlüsse erarbeiten.

Ein gerechtes Remis, aber für Ranshofen dennoch zu wenig

Trotz des Ärgers über die verpasste Chance auf drei Punkte wollte Oberst das Spiel nicht komplett schlechtreden. "Im Endeffekt muss ich sagen, dass das ein gerechtes Unentschieden war", meinte er, auch weil Riegerting nach dem Ausschluss alles investierte und sich den Punkt aus seiner Sicht verdiente. "Die haben gut gekämpft, sie haben es uns nicht einfach gemacht, und man hat kaum gemerkt, dass sie einer weniger waren", sagte der Ranshofen-Coach. Gleichzeitig blieb er bei seiner Analyse, dass von seiner Mannschaft insgesamt zu wenig kam. Er sprach davon, dass einige Spieler "ein anderes Gesicht gezeigt" und ihre Leistung abgerufen hätten, betonte aber ebenso, dass es als Team cleverer hätte gelöst werden müssen. Einen Akteur hob er dabei ausdrücklich hervor: "Einer, der immer vorangeht, ist Gabriel Kreuzwirth, der für sein Alter wirklich jede Woche abliefert und Meter macht." Kreuzwirth war es auch, der im Spiel einen Cut unterm Auge davontrug. Oberst sah den Auslöser in einer nicht geahndeten Aktion im Gesicht. Auf die Bewertung des Unparteiischen wollte der Trainer das Remis aber ausdrücklich nicht schieben. "Die Schiedsrichterleistung war in Ordnung und sicher nicht der ausschlaggebende Punkt." Vielmehr geht es für Ranshofen nun darum, im Tabellenkeller aus solchen Spielen mehr mitzunehmen. Oberst erwartet vor allem von seinen Führungsspielern mehr Verantwortung, mehr letzten Biss und mehr Cleverness, damit aus ordentlichen Phasen in Zukunft auch wieder Siege werden.

1. Klasse Süd-West: WSV-ATSV Ranshofen : Riegerting - 1:1 (0:1)

  • 66
    Marcel Nico Pfeiffer 1:1
  • 36
    Jonas Feichtinger 0:1