In der 1. Klasse Süd-West hat Union order4you Mehrnbach gegen FC NGEN Pischelsdorf ein turbulentes 5:5 geliefert. Aus Sicht von Trainer Halil Durmaz bleibt nach dem Schlusspfiff vor allem das Gefühl einer verpassten Gelegenheit. Seine Mannschaft drehte ein frühes 0:2 in ein 5:2, brachte den Vorsprung aber nicht ins Ziel. "Wir waren nicht clever genug", brachte es der Coach nach dem wilden Schlagabtausch auf den Punkt.
Für Pischelsdorf begann die Partie alles andere als nach Wunsch. Mehrnbach legte früh vor und lag nach Treffern von Felix Haigner in der 7. Minute und Sebastian Weiermann in der 10. Minute bereits mit 2:0 vorne. Durmaz sagte offen: "Wir sind nicht gut ins Spiel gestartet." Der Trainer reagierte aber rasch, stellte nach dem frühen Rückstand um und sah danach eine ganz andere Mannschaft. Lucas Achleitner verkürzte schon in der 12. Minute auf 2:1, Richard Enrico Nagy stellte in der 18. Minute auf 2:2. Damit war Pischelsdorf wieder voll da, und laut Durmaz kam seine Elf dann mit "super Angriffsfußball" immer besser ins Spiel. Noch vor der Pause drehte Pischelsdorf die Partie komplett. Philip Marsell Aigner traf in der 37. Minute zum 3:2 und legte nur zwei Minuten später auch das 4:2 nach. Aus einem Fehlstart war damit eine starke erste Halbzeit geworden, in der die Gäste das Spiel nach dem 0:2 sichtbar an sich rissen.
Auch nach dem Seitenwechsel schien zunächst alles in Richtung Auswärtssieg zu laufen. Niclas Achleitner erhöhte in der 62. Minute auf 5:2, und genau dort setzte für Durmaz die entscheidende Bewertung dieser Partie an. "Normalerweise müssen das 4:2 und das 5:2 den Unterschied machen", sagte der Pischelsdorf-Trainer. Für ihn war klar, dass seine Mannschaft in dieser Phase das Spiel entscheiden muss. Stattdessen kam Mehrnbach sofort zurück. Kilian Kreuzer verkürzte in der 65. Minute auf 3:5, nur eine Minute später machte Sebastian Weiermann das 4:5. Damit war die Partie wieder völlig offen, obwohl Pischelsdorf sie aus Sicht des Trainers da schon deutlich besser im Griff hätte haben müssen. Durmaz sprach genau diesen Punkt an und sagte: "Wir waren nicht clever genug, um das Spiel nach Hause zu fahren." Gerade nach dem 5:2 sei seine Mannschaft näher am Sieg gewesen, habe den Gegner aber "noch leben lassen" und sich damit selbst in Schwierigkeiten gebracht.
Der späte Ausgleich passte dann ins Bild eines Spiels, das für Pischelsdorf nach starkem Offensivauftritt dennoch keinen vollen Ertrag brachte. In der 82. Minute fiel das 5:5 durch ein Eigentor von Alexander Beinhundner. Durmaz machte seiner Mannschaft danach keinen Vorwurf in Sachen Einsatz nach vorne, im Gegenteil: "Diesmal haben im Gegensatz zur letzten Woche die Tore funktioniert. Wir haben fünf Stück gemacht." Gleichzeitig schob er aber sofort nach, woran es aus seiner Sicht fehlte: "Defensiv war es leider nicht gut genug." Auch die Möglichkeiten von der Bank sprach der Trainer an. Er meinte, aktuell könne man "nicht genug Qualität reinbringen", um so eine Partie in dieser Phase sauber zu Ende zu spielen. Den Gegner ordnete Durmaz trotz des Ärgers über den verpassten Sieg klar ein. Mehrnbach sei nicht zufällig Tabellenführer, habe starke Einzelspieler und habe deshalb bis zum Ende an seine Chance geglaubt. Beim Schiedsrichter wollte er die Ursachen nicht suchen: "Er hat seine Arbeit gut gemacht." So bleibt für Pischelsdorf am Ende ein Punkt beim Tabellenführer, der nach diesem Verlauf aber kaum wie ein gewonnener wirkt. Die offensive Leistung kann Pischelsdorf mitnehmen, die fehlende Cleverness und die wackelige Defensivarbeit dürften Durmaz in den kommenden Tagen aber deutlich mehr beschäftigen.