Nach Rang neun in der Vorsaison und dem Wechsel in die 1. Klasse Süd verläuft die aktuelle Spielzeit für die Union Gampern bislang durchwachsen. Mit 13 Punkten liegt man auf Tabellenrang elf, das Torverhältnis von 26:37 zeigt vor allem eines: In der Defensive drückt der Schuh. Im November übernahm Marcel Rohrstorfer das Traineramt von Klaus Preiner – zuvor war er Co-Trainer der Kampfmannschaft und Chefcoach der 1b.
Rohrstorfer kennt die Mannschaft in- und auswendig. Der Übergang verlief intern, ohne Bruch. Die Analyse des Herbstes fällt dennoch klar aus: „Grundsätzlich liegt das Hauptproblem in der Defensive. Mit 37 Gegentoren haben wir einfach zu viele bekommen.“ Dabei sei der Saisonverlauf schwer greifbar gewesen. Auf einen Fehlstart folgte eine Phase mit guten Ergebnissen, ehe man erneut in eine Negativserie rutschte. „Wir sind einfach zu unkonstant“, so der Neo-Coach. Der junge Altersdurchschnitt – „irgendwo bei 21, 22 Jahren“ – spiele dabei eine Rolle. Routine fehle in entscheidenden Momenten. Auffällig: Gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte holte Gampern überraschend Punkte, während direkte Duelle im Tabellenkeller verloren gingen. „Wenn wir nicht das Spiel machen müssen, liegt uns das scheinbar mehr“, erklärt Rohrstorfer.
Im Frühjahr soll deshalb vor allem eines verbessert werden: die Balance. „Hauptaugenmerk ist, dass wir defensiv stabilisieren“, betont Rohrstorfer. Taktische Anpassungen sind geplant, insbesondere im Trainingslager, das vom 4. bis 8. März in Slowenien stattfindet. „Dort werden wir intensiv arbeiten – speziell im taktischen Bereich und bei Standards.“ Die Rahmenbedingungen seien ideal, um neben der fußballerischen Feinarbeit auch am Teamgefüge zu arbeiten. Denn klar ist: In einer engen Liga entscheidet oft die mannschaftliche Geschlossenheit.
Gampern bleibt seiner Linie treu und setzt auf den eigenen Nachwuchs. Der Verein versteht sich bewusst als Ausbildungsplattform. „Wir haben hauptsächlich eigene junge Spieler, die wir weiterentwickeln wollen“, sagt Rohrstorfer. Die 1. Klasse soll als Bühne dienen, um Talente an höhere Aufgaben heranzuführen. Ganz ohne Verstärkung blieb man dennoch nicht. Mit Felix Loy kam ein Innenverteidiger aus Neukirchen/Vöckla. „Er bringt gute körperliche Voraussetzungen und Spielintelligenz mit“, beschreibt ihn der Trainer – ein Transfer mit klarer Zielsetzung: mehr Stabilität im Abwehrverbund. Zudem stößt Sam Plakolm von Vöcklamarkt zum Kader. Der defensiv flexibel einsetzbare Spieler ist vorerst eher für die 1b eingeplant, steht aber perspektivisch auch für höhere Aufgaben bereit. Den Verein verlassen haben Matthias Ebner (SV Aurach) und Nermin Jahic (FC Attnang).
Die Zielsetzung ist realistisch formuliert. „Oberstes Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt“, sagt Rohrstorfer. Im zweiten Jahr in der 1. Klasse will man sich etablieren – idealerweise mit Blick nach vorne in Richtung gesichertes Mittelfeld. Der erste Test gegen Bruckmühl (1:3) wird intern nicht überbewertet. Viele Wechsel, schwierige Bedingungen, Fokus auf Belastungssteuerung – das Ergebnis stand nicht im Vordergrund. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die defensive Anfälligkeit rasch in den Griff zu bekommen. Das Offensivpotenzial ist mit zehn Treffern von Simon Premm durchaus vorhanden. Doch ohne Stabilität im Rücken bleibt jede Entwicklung fragil.