Der 3:2-Auswärtssieg des SV St. Wolfgang/Rußbach bei ATSV Lenzing in der 1. Klasse Süd fühlte sich für Trainer Franz Scherpink zugleich verdient und glücklich an. Er verwies auf ein klares Chancenplus und die gezeigte Moral, betonte aber auch die Mühen auf dem Weg dorthin. Seine Eindrücke reichen von vergebenen Möglichkeiten vor der Pause bis zur späten Entscheidung – samt klaren Hausaufgaben, um künftig früher Kontrolle zu erlangen und Druckphasen zu vermeiden. „Am Ende war es ein schmutziger Dreier“, hielt er fest.
Scherpink sah sein Team im ersten Durchgang mit mehreren guten Möglichkeiten auf Kurs, ohne daraus Kapital zu schlagen. Dennoch kippte die Phase: Hinter der eigenen Abwehr wurde der Raum nicht konsequent geschlossen – ein Detail, das die Gastgeber nutzten. In der 23. Minute geriet St. Wolfgang durch Manuel Alexander mit 0:1 in Rückstand; zur Pause stand es 0:1.
Nach Wiederbeginn drehte St. Wolfgang die Partie: Stefan Gassenbauer glich in der 68. Minute zum 1:1 aus, drei Minuten später stellte Marco Schiffer auf 2:1. Lenzing blieb jedoch gefährlich und erzwang durch Markus Bauer in der 77. Minute das 2:2 – ein Gegentreffer, den Scherpink als Folge mangelnder Absicherung im Verbund einordnete. In der Schlussphase fiel die Entscheidung zugunsten der Gäste: Josip Curic traf in der 88. Minute zum 3:2. Scherpink hob den späten Siegtreffer ausdrücklich hervor und sprach insgesamt von einem verdienten, am Ende dennoch glücklichen Auswärtssieg – auch dank der gezeigten Moral.
Bei ruhenden Bällen sah der Trainer positive Ansätze: „Bei offensiven Standards sind wir zweimal gut zum Abschluss gekommen.“ Zur Spielleitung meinte er sachlich: „Die eine oder andere Situation war diskutabel – das hat man immer –, insgesamt war es eine ordentliche Leistung.“ Die Kulisse und der Untergrund fielen nüchtern aus: „Es waren eher wenige Zuschauer. Das Spielfeld ist relativ groß, dafür aber holprig.“
Für die nächsten Wochen formulierte Scherpink einen klaren Plan: „Wir müssen uns früher in eine Position bringen, in der wir nicht permanent unter Druck geraten; dann geht vieles leichter.“