In der 1. Klasse Süd trennten sich die Union Raiffeisen Zell am Moos und der SV Kieninger-Bau Bad Goisern mit 1:1. Nach torloser erster Hälfte brachte Golem Shabani die Hausherren in der 56. Minute in Führung, Nicolas Kain glich in Minute 90 spät aus. „Über 90 Minuten wahrscheinlich das gerechte Ergebnis“, sagte Trainer Alexander Wesenauer, schob aber sofort hinterher: „Natürlich ist es sehr bitter, dass wir den Ausgleich in der 90. Minute hinnehmen mussten.“
Es war eines dieser engen Unterhaus-Spiele, in denen beide Hintermannschaften ihren Job machten. Schon in Hälfte eins taten sich die Offensivreihen schwer, die wenigen Halbchancen verpufften, zur Pause stand folgerichtig 0:0. Wesenauer ordnete die Phasen klar ein: „Das Spiel war geprägt von guten Abwehrleistungen.“ Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gastgeber den besseren Start und belohnten sich: In Minute 56 stellte Golem Shabani auf 1:0 – der Moment, der die Partie in Richtung Zell am Moos kippen ließ. Danach blieb es zäh, weil Bad Goisern weiter kompakt stand und die Räume eng machte. Als vieles nach einem Arbeitssieg roch, schlug es spät ein: In der 90. Minute erzielte Nicolas Kain das 1:1, aus Sicht der Heimischen aus einem vermeidbaren Fehler heraus. „Wir haben den Gegner durch einen Fehler noch einmal stark gemacht und diese eine Torchance zugelassen – dafür wurden wir bestraft“, ärgerte sich der Coach.
Wesenauer hob trotz des späten Dämpfers die Defensivarbeit seiner Mannschaft hervor: „Wir haben über 90 Minuten sehr kompakt und sehr gut verteidigt.“ Genau das war auch nötig, denn Bad Goisern war an diesem Tag äußerst diszipliniert. Der Trainer verteilte ausdrücklich Lob: „Gratulation an den Trainer von Bad Goisern – sehr gut eingestellte Mannschaft, über 90 Minuten kompakt. Die haben uns das Leben richtig schwer gemacht.“ Weil die Gäste kaum Räume öffneten, rückte das Offensivdrittel zum Schlüsselthema. „Natürlich war es für uns vorne schwierig, gegen so einen kompakten Gegner zu Torschüssen oder klaren Chancen zu kommen“, erklärte Wesenauer. Man merkte zudem beiden Teams an, dass es erstmals richtig warm war. „Es war das erste Mal sehr warm, das hat man beiden Mannschaften angesehen – es war ein Kampf über 90 Minuten“, so der Heimtrainer. Entsprechend war viel Geduld gefragt, kleine Fehler entschieden am Ende über zwei oder eben nur einen Punkt.
Neben dem sportlichen Respekt für Bad Goisern fand Alexander Wesenauer auch faire Worte für den Schiedsrichter: „Der Schiedsrichter hat es sehr gut gemacht. Kleinigkeiten hätten auch für uns entschieden werden können, aber im Großen und Ganzen war es okay.“ In der Tabelle bleibt Zell am Moos mit 34 Zählern weiter im Verfolgerfeld (Rang vier), Bad Goisern nimmt als Neunter einen wichtigen Auswärtspunkt mit (23 Punkte). Für die Heimischen überwiegt nach dem späten Gegentor zwar der Ärger, doch der Blick ist klar: Stabilität behalten, einfache Fehler abstellen, im letzten Drittel zielstrebiger werden. Oder wie es der Coach zusammenfasste: „Ein Lob an die Mannschaft, wie wir aufgetreten sind.“