Spielberichte

Neukirchen/V.-Puchkirchen: Der Fast-Meister setzt wieder auf seinen stabilen Kern

Neukirchen/V.-Puchkirchen

Knapp am Meistertitel der 1. Klasse Mitte-West vorbei und ohne Aderlass im Kader geht die Sportunion Neukirchen/Vöckla-Puchkirchen nach einem Ligenwechsel in die neue Saison der 1. Klasse Süd. Trainer Alexander Steiner spricht im Gespräch mit Ligaportal von einer insgesamt sehr ordentlichen Spielzeit, auch wenn der ganz große Wurf ausblieb. Der Stamm bleibt beisammen, zwei Neue kommen dazu, und nach einem starken Frühjahr soll diesmal vor allem der Herbst besser gelingen.

Fußball und Fußballschuh bei Eckball

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Starker Endspurt, bitteres Ende

Dass in Neukirchen keine gedrückte Stimmung herrscht, obwohl der Titel knapp verpasst wurde, hat einen klaren Grund: Die Mannschaft hat über weite Strecken geliefert. Steiner zieht daher eine positive Bilanz. „In Summe können wir absolut zufrieden sein mit der abgelaufenen Saison, mit dem zweiten Platz. Wobei das Ziel Meistertitel ganz knapp nicht erreicht wurde, das ist natürlich bitter.“

Entscheidend war aus seiner Sicht nicht das Frühjahr, sondern die Phase davor. Während Konkurrent Frankenmarkt laut Steiner eine „sehr, sehr starke Frühjahrssaison“ hinlegte, blieb seine Elf zwar dran, konnte den Rückstand aber nicht mehr aufholen. Der Trainer nennt vor allem die Auswärtsspiele im Herbst als Knackpunkt. „Ausschlaggebend war trotz alledem die schlechte Auswärtsbilanz im Herbst, wo wir nicht meisterwürdig gespielt haben.“ Gerade deshalb bewertet er die vergangenen Monate differenziert: Der Titel ging verloren, die Entwicklung der Mannschaft aber nicht. Vier Siege aus den letzten fünf Saisonspielen unterstreichen, warum der Verein auf dieser Basis weiterarbeiten will.

Kaum Bewegung im Kader

Der wohl wichtigste Punkt in der Sommerpause ist die personelle Konstanz. Anders als viele Konkurrenten muss die Sportunion keinen größeren Umbruch bewältigen. „Abgänge haben wir aus dem Kader vom Frühjahr keine gehabt. Das ist sehr, sehr positiv für uns“, sagt Steiner. Damit bleibt das Gerüst jener Mannschaft erhalten, die sich im Frühjahr bis zuletzt im Titelrennen hielt.

Dazu kommen zwei Neuzugänge, die den Konkurrenzkampf beleben sollen. Jakob Reisz kehrt vom SK Kammer zurück, Fabian Schuster kommt vom TSV Frankenmarkt. Viel mehr Bewegung wird es nicht geben. Steiner macht keinen Hehl daraus, dass die Planungen damit abgeschlossen sind: Mit diesen beiden Verstärkungen sei „das Transferfenster für uns erledigt“. Der Verein setzt also nicht auf Masse, sondern auf gezielte Ergänzungen in einem Kader, der sich bereits bewährt hat.

Ein Ausfall bleibt ein Thema

Ganz ohne personelle Sorgen geht der Sommer bei der Union dennoch nicht vorbei. Martin Kritzinger, der sich bereits früh im Frühjahr einen Kreuzbandriss zugezogen hat, wird weiterhin fehlen. Steiner rechnet damit, dass der Ausfall noch länger nachwirkt. Kritzinger werde „wahrscheinlich noch zumindest die gesamte frühe Herbstsaison ausfallen“. Für eine Mannschaft, die möglichst konstant in die neue Spielzeit starten will, ist das eine spürbare Einschränkung.

Auch deshalb liegt der Fokus in der Vorbereitung nicht nur auf Fitness und Abläufen, sondern klar auf dem Spiel mit dem Ball. Steiner will den im Frühjahr eingeschlagenen Weg fortsetzen, vor allem im letzten Drittel aber noch mehr Ertrag sehen. Die Mannschaft soll „im offensiven Drittel noch gefährlicher vor dem Tor werden und auch effizient im Torabschluss“. Nach einer Saison, in der Kleinigkeiten über Platz eins oder zwei entschieden haben, ist genau dort der nächste Hebel zu finden.

Diesmal soll der Herbst die Basis legen

Die Zielsetzung für die kommende Saison ist bewusst konkret formuliert. Die Union Neukirchen/V.-Puchkirchen will nicht erst wieder im Frühjahr aufdrehen, sondern sich schon in der Hinrunde in Stellung bringen. „Wir wollen versuchen, dass wir gut in den Herbst reinstarten, dass wir endlich eine gefestigte Hinrunde spielen, um uns für das Frühjahr eine Topposition im oberen Drittel zu verschaffen, um auch wirklich ganz vorne angreifen zu können“, sagt Steiner.

Nach dem verpassten Meisterstück ist das keine Kampfansage aus der Emotion heraus, sondern eine nüchterne Konsequenz aus den Erfahrungen der vergangenen Saison. Der Kader bleibt nahezu unverändert, die Nachbesserungen sind überschaubar, die Analyse ist klar. In Neukirchen weiß man, woran es zuletzt gefehlt hat. Genau deshalb wirkt der Verein derzeit gefestigt – und bleibt ein Team, mit dem im oberen Bereich der Tabelle wieder zu rechnen ist.