In der 1. Klasse Süd hat Union Oberwang die vergangene Saison auf Rang sechs beendet und geht nach einem Sommer mit einigen Veränderungen mit Spannung in die nächste Spielzeit. Sportlicher Leiter Mario Pöckl spricht von einer "soliden Saison mit kleinen Up and Downs", sieht aber auch klare Baustellen. Vor allem der Abgang mehrerer Führungsspieler, der Trainerwechsel und der Blick auf den eigenen Nachwuchs geben dem Verein jetzt eine neue Richtung.

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Ganz ruhig verlief die Spielzeit nicht, und genau das spiegelt auch der Tabellenverlauf wider. Nach dem Auftakt auf Rang neun arbeitete sich Union Oberwang früh bis an die Spitze vor, stand nach vier Runden sogar auf Platz eins und fiel danach noch einmal bis auf Rang neun zurück. Erst im weiteren Saisonverlauf pendelte sich die Mannschaft zwischen Platz fünf und sieben ein und beendete die Saison schließlich als Sechster. Dass am Ende ein stabiler Abschluss stand, zeigte auch die jüngste Serie mit drei Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage aus den letzten fünf Partien. Pöckl zieht deshalb ein nüchtern positives Fazit: "Mit der Saison sind wir grundsätzlich zufrieden. Es war eine solide Saison, mit kleinen Up and Downs." Vor allem vorne sah er viele gute Phasen. "Im offensiven Bereich konnten wir viele Tore erzielen, obwohl wir die Chancenverwertung noch verbessern können", sagt er. Gleichzeitig benennt er ohne Umschweife auch den Punkt, der Union Oberwang im weiteren Verlauf wieder gebremst hat: "Wir haben zu viele Gegentore kassiert. Da müssen wir als gesamte Mannschaft noch besser verteidigen."
Der Blick auf den Sommer zeigt aber, dass in Oberwang jetzt nicht einfach alles beim Alten bleibt. Laut Pöckl hat zwar kein Spieler den Verein gewechselt, dennoch verliert die Mannschaft Substanz, weil gleich drei langjährige Führungsspieler ihre Karriere beendet haben. Genau darin liegt für ihn der eigentliche Umbruch. "Es wird für uns mit dem Kaderumbruch eine anspruchsvolle, schwierige Saison", sagt der sportliche Leiter ganz offen. Dazu kommt eine Veränderung auf der Trainerbank. Der bisherige Coach, Helmut Heiml, ist nicht mehr im Amt, neu übernimmt mit Marcel Lettner ein ein Coach, der den Verein und die Liga bereits kennt. Pöckl verbindet damit eine klare Hoffnung: "Er kennt die Liga gut und passt sicher gut zu unserer Philosophie und zu unserem Verein." Das klingt nicht nach kompletter Neuaufstellung, aber sehr wohl nach einer Phase, in der sich vieles erst wieder einspielen muss. Gerade weil mehrere prägende Figuren wegfallen, wird es für Union Oberwang darauf ankommen, neue Rollen möglichst schnell intern zu besetzen.
Auffällig ist dabei, wie bewusst Union Oberwang auf externe Lösungen verzichtet. "Aktuell gibt es keine Neuzugänge für die Kampfmannschaft. Wir setzen auf unseren Kader", sagt Pöckl. Das ist keine Ausweichantwort, sondern eine klare Linie. Im Mittelpunkt steht die eigene U16, die im Verein großes Vertrauen genießt. "Da haben wir eine super Mannschaft mit vielen talentierten Spielern. Die wollen wir jetzt schön langsam in den Erwachsenenbereich einführen und ihnen auch die Möglichkeit geben", erklärt Pöckl. Gleichzeitig soll der Kern der Mannschaft zusammenbleiben. Einzelne Spieler will der sportliche Leiter bewusst nicht herausheben. "Wir sind ein super Mannschaftsgefüge, da hält jeder zusammen. Wir gewinnen gemeinsam und verlieren gemeinsam." Genau dieser Zugang passt auch zur aktuellen Personalsituation. Zwei Spieler sind länger verletzt, sonst gibt es laut Pöckl keine größeren Ausfälle. Vieles deutet also darauf hin, dass Union Oberwang den nächsten Schritt weniger über große Namen als über Geschlossenheit, Geduld und die Entwicklung aus den eigenen Reihen gehen will.
Rund um den Verein setzt Oberwang in anderen Bereichen dagegen auf Kontinuität. Das Funktionärsteam bleibt unverändert, und mit dem Jubiläum steht zudem ein wichtiger Termin an. Gefeiert werden 55 Jahre Union Oberwang und 50 Jahre Sektion Fußball, ein Fixpunkt, auf den sich der Verein laut Pöckl schon "sehr freut". Sportlich blickt er mit Respekt auf die Konkurrenz. Den Meister SV St. Wolfgang nennt er "eindeutig" die Mannschaft, die ihn am meisten beeindruckt hat, und begründet das mit einer "konstanten, sehr guten Saison" sowie vielen individuell starken Spielern. Gleichzeitig verweist er auf die Breite der Liga: "Die Liga ist sehr ausgeglichen, wo jeder jeden schlagen kann." Genau deshalb bleibt der Ausblick vorsichtig. "Wir wissen nicht genau, wo wir stehen", sagt Pöckl, schiebt aber sofort nach: "Wir werden wieder alles geben und kämpfen und schauen, was dann rauskommt." Für Union Oberwang beginnt damit keine Saison der großen Ansagen, sondern eine, in der sich erst zeigen wird, wie schnell der Umbruch auf dem Platz aufgefangen werden kann.