In der 1. Klasse Süd hat der UFC Attergau am Sonntag bei der Union Oberwang noch einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Auswärtssieg verwandelt. Trainer Andreas Staudinger sah zunächst gute zehn Minuten seiner Mannschaft, danach aber eine zu passive Phase. "Ausschlaggebend war heute, dass die Jungs von der Bank super performt haben", sagte er nach einer Partie, in der Attergau nach der Pause deutlich zulegte und vier Tore nachlegte.

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Aus Sicht von Andreas Staudinger begann die Partie für seine Mannschaft ordentlich. "Wir sind gut in die Partie gestartet und haben ganz gute zehn Minuten gehabt", sagte der Trainer. Danach kippte das Spiel aber zunehmend in Richtung Gastgeber. Attergau wurde laut Staudinger zu passiv, Oberwang hatte mehr vom Spiel und belohnte sich auch mit der Führung. Marco Szalay traf in der 21. Minute zum 1:0, und für den Attergau-Coach war dieser Zwischenstand durchaus nachvollziehbar. "Oberwang war dann eigentlich stärker und hat das 1:0 verdient gemacht", ordnete er die Phase ein. Bitter aus Sicht der Gäste war, dass vor der Pause noch die große Möglichkeit auf den Ausgleich da war. Staudinger sprach von einem "Hundertprozentigen", der ungenutzt blieb. So ging es mit einem Rückstand in die Kabine, obwohl Attergau nach der ersten schwächeren Phase noch einmal die Chance gehabt hätte, das Spiel offen zu halten.
Was sich Attergau in der Halbzeit vorgenommen hatte, bekam kurz nach Wiederbeginn zunächst einen Dämpfer. Oberwang erhöhte in der 53. Minute durch Julian Soriat auf 2:0, laut Staudinger nach einem Eckball. In dieser Phase sprach wenig für eine Wende, doch genau dann kam der Bruch im Spiel. Attergau reagierte mit einem Dreifachwechsel und bekam damit sofort neues Leben in die Partie. "Nach dem Dreifachwechsel sind wir richtig gut reingekommen", sagte Staudinger, der vor allem die Wirkung des Anschlusstreffers hervorhob. Julian Josef Renner verkürzte in der 61. Minute auf 2:1, nachdem ein Ball der Oberwanger zu kurz geklärt worden war. "Mit dem 2:1 hat man gemerkt, da kommt noch einmal ein Ruck in die Mannschaft", sagte der Trainer. Renner habe die Mannschaft in dieser Phase "ständig angetrieben, ständig gepusht". Staudinger gefiel danach vor allem, dass seine Mannschaft endlich das zeigte, was sie spielerisch kann. "In der zweiten Halbzeit hat unser Kurzpassspiel wieder funktioniert. Da haben wir gezeigt, was wir können", meinte er. Dass Simon Eggl in der 79. Minute den verdienten Ausgleich zum 2:2 erzielte, passte ins Bild einer Mannschaft, die nun klar aktiver war und vorne immer gefährlicher wurde.
Beim 2:2 blieb Attergau nicht stehen, sondern blieb am Drücker. Simon Eggl traf nach einem Querpass ins lange Eck, und Staudinger hob dabei ausdrücklich die Qualität des Torschützen hervor. In der Schlussphase drehte Attergau die Partie dann komplett. Jonas Hemetsberger traf in der 90. Minute zum 3:2, nachdem er laut seinem Trainer mit seiner Schnelligkeit in die Tiefe gekommen war und den Ball am Torwart vorbeilegte. Ganz entschieden war die Partie damit noch nicht, weil es danach noch eine Szene gab, über die laut Staudinger auf Oberwanger Seite diskutiert werden wird. Er sprach von einem vermeintlichen 3:3, das der Schiedsrichter bereits vor dem Abschluss abgepfiffen habe. "Ich habe aktuell kein Foul gesehen, aber ich muss mir das im Video anschauen", sagte der Attergau-Coach dazu. Unabhängig davon stellte er dem Unparteiischen ein gutes Zeugnis aus: "Ich finde, der Schiedsrichter hat ein super Spiel gemacht." Den Schlusspunkt setzte schließlich Jakob Posch in der Nachspielzeit mit dem 4:2, nachdem er über den linken Flügel eingesetzt wurde, nach innen zog und vollendete. "In der Höhe vielleicht ein bisschen zu hoch, aber aufgrund der zweiten Halbzeit war es verdient", lautete Staudingers Fazit zum Endstand.
Dass Attergau nach einem 0:2 noch vier Tore macht, war für Staudinger kein Zufall, sondern vor allem eine Frage der Kaderbreite. Genau diesen Punkt stellte er nach dem Spiel in den Mittelpunkt. "Man sieht einfach, was die Breite oder die Tiefe im Kader ausmacht", sagte er. Für ihn war das sogar der entscheidende Grund, warum seine Mannschaft die Partie noch drehen konnte. Die Einwechselspieler brachten Energie, Qualität und Tempo, und genau das veränderte den Charakter des Spiels. Gleichzeitig verlor Staudinger auch den Gegner nicht aus dem Blick. Er bezeichnete Oberwang als "brutal unangenehmen Gegner", als zweikampfstark und giftig, und erinnerte daran, dass die Gastgeber mit vier Siegen aus vier Spielen in diese Partie gegangen waren. Umso höher schätzt er den Auftritt seiner Mannschaft nach der Pause ein. Wenn Attergau diese zweite Halbzeit als Maßstab nehmen kann, dann war der Auftritt in Oberwang mehr als nur ein spätes Comeback. Es war ein Hinweis darauf, dass diese Mannschaft gerade dann gefährlich ist, wenn sie von der Bank noch einmal zulegen kann.