In der 1. Klasse Süd hat der FC Altmünster am Sonntagnachmittag einen 4:3-Sieg gegen den SV DAXNER Immobilien Ebensee 1922 gefeiert, obwohl die Gäste schon 3:1 vorne lagen. Neo-Trainer Ivica Sirocic sah seine Mannschaft über weite Strecken gut im Spiel, machte aber vor allem das 3:2 kurz vor der Pause und das vierte Gegentor als Knackpunkte aus. Dazu kamen aus seiner Sicht zwei strittige Szenen nach dem Seitenwechsel.

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Aus Sicht von Sirocic begann die Partie trotz einer heiklen Szene ordentlich. Schon in der zweiten Minute musste Ebensee einmal durchatmen, als der Aufsteiger über die Seite gefährlich wurde, der Torhüter aber stark reagierte. Danach, so schilderte es der Trainer, hätten die Gäste das Kommando übernommen. "Nach dieser Situation haben wir das Spiel kontrolliert, den Ball gut laufen lassen und waren nach vorne sehr stark", sagte Sirocic. Auf dieser Basis ging Ebensee auch in Führung, als Hischam Aouas in Minute zwölf das 0:1 erzielte. Roland Gajdo glich zwar in der 17. Minute zum 1:1 aus, doch die Antwort der Gäste kam schnell. Shkelqim Shabanaj stellte in Minute 19 auf 1:2, ehe David Rahberger nach 36 Minuten sogar das 1:3 nachlegte. Sirocic sprach davon, dass seine Mannschaft die Partie bis kurz vor der Pause "total beherrscht" habe. Besonders bitter aus seiner Sicht: Beim Stand von 3:1 ließ Ebensee auch noch einen Elfmeter liegen und verpasste damit nach eigener Einschätzung die mögliche Vorentscheidung.
Genau dieser Punkt zog sich auch durch die Analyse des Trainers. Für ihn war das Gegentor zum 2:3 in Minute 45 ein Wendepunkt, weil Ebensee den neuen Tabellenführer damit wieder ins Spiel zurückholte. Tobias Laska traf unmittelbar vor dem Pausenpfiff, nachdem es laut Sirocic ein Missverständnis zwischen Torhüter und Verteidigung gegeben hatte. "Damit haben wir Altmünster irgendwo Hoffnung gemacht, weiter im Spiel zu bleiben", meinte der Ebensee-Coach. Nach dem Seitenwechsel sei seine Mannschaft aus seiner Sicht "nicht so schlecht" aus der Kabine gekommen, trotzdem kippte das Match. Sirocic verwies dabei auf zwei Situationen, die er anders bewertet hatte. Ein möglicher Strafstoß sei nicht gegeben worden, eine weitere Szene habe der Schiedsrichter knapp vor den Strafraum verlegt. In der Folge fiel der Ausgleich: Roland Gajdo traf in Minute 70 zum 3:3. Nur zwei Minuten später legte Richard Veverka das 4:3 für Altmünster nach. "Das 3:2 und das vierte Tor dürfen nicht passieren", brachte es Sirocic auf den Punkt. Genau diese beiden Treffer seien für ihn entscheidend gewesen.
So deutlich der Trainer die strittigen Entscheidungen ansprach, genauso klar nahm er auch die eigene Mannschaft in die Pflicht. Vor allem im Zentrum habe Ebensee in der kritischen Phase zu wenig dagegengehalten. "Im zentralen Mittelfeld haben wir einfach zu wenig Zweikämpfe gewonnen", sagte Sirocic. Dort sei seine Mannschaft zu weich gewesen, zu wenig robust und habe Altmünster dadurch in Ballbesitz gebracht, den man eigentlich verhindern wollte. Dazu kam nach seiner Sicht, dass Ebensee seine Möglichkeiten nicht sauber genug zu Ende spielte. In der Schlussphase drückten die Gäste zwar noch einmal auf den Ausgleich, ließen aber mehrere Chancen liegen. "Der Gegner hat gnadenlos unsere Fehler ausgenutzt", sagte der Trainer. Altmünster sei aus seiner Sicht in keiner Phase die bessere Mannschaft gewesen, habe aber die Fehler bestraft und derzeit eben auch den Lauf auf seiner Seite. Sirocic formulierte das mit einem Satz, den er schon vor dem Spiel an seine Mannschaft weitergegeben hatte: "Wir spielen nicht nur gegen Altmünster, sondern auch gegen ihren guten Moment und ihr Selbstvertrauen."
Interessant war dabei, dass Sirocic trotz aller Enttäuschung keinen Rundumschlag gegen den Unparteiischen führte. Im Gegenteil: Er betonte ausdrücklich, dass Schiedsrichter Wolfsberger die Partie über weite Strecken ordentlich geleitet habe. "Er hat relativ gut gepfiffen, das Spiel kontrolliert und sich bemüht", sagte der neue Trainer. Gerade deshalb störten ihn die beiden aus seiner Sicht falschen Entscheidungen nach der Pause umso mehr, weil sie für ihn direkt in die Spielentwicklung eingegriffen hätten. Entscheidend blieb für ihn aber, dass der SV Ebensee aus dieser Niederlage die richtigen Lehren ziehen muss. Mehr Härte im Zentrum, mehr Stabilität in den entscheidenden Momenten und ein konsequenterer Umgang mit eigenen Chancen sind die Punkte, die er klar benannte. Nach einer Partie, in der seine Mannschaft lange auf Kurs lag und am Ende doch leer ausging, war seine Einschätzung deshalb deutlich: Ebensee hat sich dieses 3:4 vor allem selbst schwer gemacht.