In der 1. Klasse Süd hat der SV Promot Roitham am Sonntagnachmittag gegen die SV Gmunden Juniors einen 3:2-Heimsieg eingefahren. Nach einem torlosen, kampfbetonten ersten Durchgang zog Roitham nach der Pause binnen weniger Minuten auf 3:0 davon. Co-Trainer Christian Kreiseder machte danach einen Moment ganz klar als Schlüssel aus: „Das 1:0. Da ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen.“
Schon vom Anpfiff weg war zu sehen, dass diese Partie vor allem über Einsatz, Zweikämpfe und Geduld laufen würde. Der Platz war schwer, dazu kam der Regen, und genau das prägte auch die ersten 45 Minuten. Kreiseder beschrieb den Auftritt seiner Mannschaft so: „Wir haben von Beginn an relativ kompakt verteidigt, wenig zugelassen. Es ergaben sich ein paar gute Chancen auf unserer Seite.“ Weil Roitham hinten ordentlich stand und die Gäste trotz technischer Qualität nicht wirklich ins Rollen kamen, ging es folgerichtig mit einem 0:0 in die Pause. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Ergebnisbild dann sehr schnell. In der 63. Minute brachte Thomas Seebacher die Gastgeber in Führung, und praktisch im selben Atemzug legte Paul Müller noch in derselben Minute das 2:0 nach. Spätestens als Fabian Helm in der 75. Minute auf 3:0 stellte, hatte Roitham das Spiel scheinbar klar auf seine Seite gezogen.
Für Kreiseder war nicht der Endstand, sondern der erste Treffer der Punkt, an dem seine Mannschaft wirklich an sich glaubte. „Das 1:0 war der entscheidende Moment. Da ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, die Mannschaft hatte wieder mehr Selbstvertrauen und traute sich mehr zu“, sagte der Co-Trainer. Genau dieses Gefühl spiegelte sich auch im weiteren Verlauf wider, denn Roitham übernahm nach der Führung immer mehr das Kommando. Besonders zufrieden war Kreiseder mit der Arbeit gegen den Ball. „Sehr gut funktioniert hat vor allem die ganze Defensive. Wir sind sehr kompakt gestanden und haben sehr gut verteidigt“, betonte er. Gleichzeitig sprach er auch einen Punkt an, an dem seine Mannschaft noch zulegen kann. „Verbesserungspotenzial haben wir hauptsächlich noch in der Chancenauswertung, da wir mehrere gute Chancen auch in der ersten Halbzeit schon hatten, aber sie nicht nützen konnten.“ Dass Roitham am Ende dennoch drei Tore machte, hatte aus seiner Sicht auch mit dem gewählten Mittel zu tun: „Der entscheidende Unterschied war, dass wir es schafften, gerade mit hohen Bällen, und nach guten Umschaltmomenten über die Flügelspieler, immer wieder gut vors Tor zu kommen und gute Chancen herauszuspielen.“
Ganz ruhig zu Ende spielen konnte der bisherige Tabellenletzte die Partie dann aber nicht. Nach dem 3:0 schien die Sache entschieden, doch in der Schlussphase kam plötzlich wieder Spannung auf. Florian Behr verkürzte in der 85. Minute für die Gmunden Juniors auf 3:1, ehe Taiya Ohta nur zwei Minuten später sogar noch das 3:2 nachlegte. Kreiseder hatte diesen Abschnitt entsprechend erlebt: „Nach dem 3:0 sah es so aus, als wäre das Spiel entschieden. Doch durch ein schönes Freistoßtor wurde die Partie noch einmal hektisch und die Gmunden Juniors sind noch einmal mit dem Anschlusstreffer herangekommen.“ Umso wichtiger war für ihn, dass seine Mannschaft in dieser Phase nicht auseinanderfiel. „Die Mannschaft hat Moral bewiesen und wir haben das Spiel Gott sei Dank über die Bühne gebracht“, sagte er. Lob gab es nach einer intensiven, aber laut Kreiseder fairen Begegnung auch für den Unparteiischen: „Bis auf ein paar kleine Fünfzig-fünfzig-Entscheidungen wurde das Spiel ausgezeichnet geleitet.“ Für Roitham war es damit nicht nur ein spektakulärer, sondern vor allem der erste Saisonsieg.