In der 1. Klasse Süd haben die SV Gmunden Juniors am Samstagnachmittag die Union Raiffeisen Zell/Moos mit 5:2 besiegt und damit vor allem vor der Pause den Ton angegeben. Trainer Alexander Wesenauer sprach danach von einer „katastrophalen ersten Halbzeit“ seiner Mannschaft. Genau dort lag auch der Kern dieser Partie: Zell/Moos kam zu spät auf Betriebstemperatur, während Gmunden seine starke erste Hälfte konsequent in Tore ummünzte.

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Dabei war das Spiel aus Sicht der Gäste keineswegs sofort entschieden. Gmunden ging in der 12. Minute durch Florian Behr in Führung, doch Zell am Moos antwortete nur fünf Minuten später mit dem 1:1 von Leon Bilusic. Trotzdem blieb Wesenauer nach dem Schlusspfiff bei seiner klaren Einschätzung, weil seine Mannschaft schon davor und auch danach keinen richtigen Zugriff fand. Er verwies außerdem auf eine ganz große Möglichkeit, die ungenutzt blieb: „Wir haben die erste hundertprozentige Torchance durch Viktor Kocic vergeben.“ Danach kippte die Partie wieder in Richtung der Gastgeber. Taiya Ohta stellte in der 23. Minute auf 2:1, Kiril Penchev Chokchev erhöhte in der 38. Minute auf 3:1, und unmittelbar vor der Pause traf Ohta noch einmal zum 4:1. Aus Sicht von Zell am Moos war das genau jene Phase, in der das Spiel fast schon weggerutscht ist.
Wesenauer musste nach dem Spiel nicht lange nach Erklärungen suchen. Für ihn lag ein wesentlicher Unterschied im Mittelfeld und in den Grundtugenden. „Gmunden war in der Mittelfeldreihe extrem präsent und hat sehr schnell in die Spitzen gespielt“, sagte der Trainer, der den Auftritt des Gegners insgesamt sehr offen einordnete. Vor allem vor der Pause habe seine junge Mannschaft genau dort zu wenig entgegengesetzt, wo es im Unterhaus oft beginnt: in den Zweikämpfen, in der Laufarbeit und im Spiel gegen den Ball. „Einsatz, Laufbereitschaft und das Spiel gegen den Ball waren viel zu wenig“, brachte er es auf den Punkt. Auch einzelne Spieler hoben sich aus seiner Sicht heraus. „Ihr Stürmer Taiya Ohta war sehr quirlig und sehr agil und hat uns vor große Probleme gestellt“, meinte Wesenauer. Insgesamt habe man „nicht wirklich einen Schwachpunkt erkennen können“, weil Gmunden in den Duellen präsent war und nach Ballgewinn rasch auf die Angreifer spielte. Entsprechend deutlich fiel sein Urteil aus: Die Gastgeber hätten „sehr verdient gewonnen“.
So eindeutig die erste Halbzeit an Gmunden ging, so klar sprach Wesenauer auch darüber, dass seine Mannschaft nach der Pause ein anderes Gesicht zeigte. „Nach dem Dreifachwechsel sind wir besser ins Spiel gekommen“, sagte er über die Phase ab der 55. Minute. Tatsächlich dauerte es danach nicht lange, bis Zell am Moos wieder näher herankam: Golem Shabani verkürzte in der 60. Minute auf 4:2. Damit war die Partie zumindest wieder etwas offener, und der Gästetrainer sah seine Mannschaft in dieser Phase durchaus imstande, noch einmal Druck aufzubauen. „Wir hatten dann gute Torchancen, um ranzukommen. Es wäre auch möglich gewesen“, sagte Wesenauer. Gerade deshalb ärgerte ihn, dass auch diese Phase ungenutzt blieb. Besonders eine Gelegenheit blieb ihm hängen: „In dieser Phase haben wir die Chancen wieder nicht gemacht und auch eine Hundertprozentige von fünf Metern durch Nebi Toski verschossen.“ Weil der dritte Treffer ausblieb, konnte Gmunden den Vorsprung über die Zeit bringen und setzte in der 87. Minute mit dem zweiten Tor von Kiril Penchev Chokchev den Schlusspunkt zum 5:2.
Dass die Union Zell/Moos nach dem 4:1-Pausenstand überhaupt noch einmal besser in die Partie fand, wollte Wesenauer nicht kleinreden. „Die Einstellung und Leistung in der zweiten Halbzeit war okay“, sagte er. Gleichzeitig ließ er keinen Zweifel daran, was ihn viel mehr beschäftigt. Diese Haltung müsse von Beginn an da sein, weil sie für ihn die Basis jeder Leistung ist. Diskussionen über den Unparteiischen wollte er dabei gar nicht erst aufkommen lassen. „Schiedsrichter Tiefenthaler hatte eine sehr gute Linie. Er hat manchmal ein bisschen hart spielen lassen, aber auf beiden Seiten. Das war völlig okay so“, meinte der Trainer. Der Blick geht nun schon weiter auf die nächste Aufgabe, und dort wird der Maßstab hoch sein. Zell/Moos trifft auf Tabellenführer Altmünster, und Wesenauer kündigte an, die Mängel dieser Partie im Training klar anzusprechen. „Wir werden herausarbeiten, dass wir in den Zweikämpfen wieder stabiler und präsenter sind. Mit so einer ersten Halbzeit werden wir dort nicht bestehen können.“