In der 1. Klasse Süd hat die Union Raiffeisen Zell/Moos den FC Altmünster mit 2:0 geschlagen und dem Spitzenreiter damit die erste Niederlage der Saison zugefügt. Für Trainer Alexander Wesenauer lag der Schlüssel nicht in einer einzelnen Aktion, sondern in den Grundlagen des Spiels. Sein Fazit fiel entsprechend klar aus: Einsatz, Leidenschaft und eine saubere Ordnung waren für ihn die Basis dieses Heimsieges.

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Von Beginn an war für Wesenauer zu sehen, dass seine Mannschaft an diesem Tag bereit war, die nötige Arbeit zu investieren. Gerade das stellte er nach dem Schlusspfiff in den Vordergrund. "Es ist schön zu sehen, wenn die Mannschaft die Basics wie Einsatz und Leidenschaft auf den Platz bringt und den Tabellenführer kompromisslos 2:0 schlägt und ihm die weiße Weste auszieht", sagte der Trainer. Ganz so geradlinig begann die Partie allerdings nicht. Nach seinen Worten hatte Zell am Moos in der Anfangsphase durchaus Probleme, vor allem in den ersten 15 Minuten. Altmünster schaltete nach Ballgewinnen gut um, hatte im Offensivspiel Qualität und stellte die Gastgeber damit vor Aufgaben. Trotzdem kippte die Partie nicht weg. Zell am Moos blieb organisiert, hielt die Null bis zur Pause und arbeitete sich in ein Spiel hinein, das laut Wesenauer über weite Strecken ausgeglichen verlief.
Nach dem 0:0 zur Halbzeit blieb das Spiel eng, doch Zell am Moos hielt an seinem Plan fest. Wesenauer sprach von einem sehr gut organisierten Auftritt und davon, dass seine Mannschaft immer wieder bereit gewesen sei, "die Laufwege und den Einsatz zu zeigen". Genau darin sah er auch den entscheidenden Unterschied. In der 70. Minute brachte Bernhard Zach die Gastgeber mit 1:0 in Führung, in der Nachspielzeit legte Samuel Schwaiger das 2:0 nach. Für den Trainer passte dabei nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art und Weise, wie die Tore zustande kamen. "Beide Tore waren sehr schön über die linke Seite herausgespielt und dann schön vollendet. Das i-Tüpfelchen ist, dass auch noch zwei Einwechselspieler die Tore gemacht haben", sagte Wesenauer. Aus einer lange offenen Partie wurde damit ein Sieg, der sich erst spät klar am Spielstand ablesen ließ.
Trotz des Erfolgs verteilte Wesenauer nach dem Spiel keine billigen Spitzen gegen den Gegner. Im Gegenteil: Der Zell-Coach sprach mehrfach mit Respekt über den Tabellenführer. Altmünster sei "eine sehr gute Mannschaft", stehe "nicht zu Unrecht an der Tabellenspitze" und trete "sehr kompakt" sowie dynamisch auf. Auch der Lauf der Gäste mit zuletzt sechs Siegen in Serie war für ihn ein Beleg dafür. Gleichzeitig fand er, dass sich seine Mannschaft gegen genau so einen Gegner den Erfolg verdient hatte. "Beide Mannschaften waren sehr gut organisiert. Es war über weite Strecken ein ausgeglichenes Spiel. Wenn man die ganzen 90 Minuten betrachtet, sind wir aber als verdienter Sieger vom Platz gegangen." Beim Schiedsrichter stellte Wesenauer dem Unparteiischen insgesamt ein gutes Zeugnis aus. "Der Schiedsrichter hat das Spiel sehr gut im Griff gehabt und gut mit den Spielern kommuniziert", meinte er. Nur eine Szene aus Minute 17 bewertete er anders: Aus seiner Sicht hätte Altmünster nach einer Aktion mit der Fußsohle gegen die Stirn eines Zell-Spielers nur noch zu zehnt weiterspielen dürfen. Zugleich betonte er aber, dass die Partie von beiden Seiten hart, aber fair geführt worden sei.
Der Sieg gegen den Spitzenreiter war für Die Union Zell/Moos deshalb mehr als nur ein guter Sonntagnachmittag. Wesenauer leitete daraus auch einen klaren Anspruch für die kommenden Spiele ab. "Wenn wir die Mentalität, den Einsatz und die Leidenschaft auf den Platz bekommen, sind wir sehr, sehr schwer zu bespielen", sagte er. Gleichzeitig schob er sofort nach, dass seine Mannschaft das immer auch selbst in der Hand habe. "Wir entscheiden selber, ob wir das dann auf den Platz bringen oder nicht." Genau darin steckt nach diesem 2:0 wohl die wichtigste Erkenntnis für die Gastgeber. Die Liga ist ausgeglichen, wie der Trainer selbst betonte, und gerade deshalb bekommt so ein Erfolg zusätzliches Gewicht. Gegen einen starken Tabellenführer hat Zell/Moos gezeigt, wie unangenehm es sein kann, wenn die Basics stimmen. An diesem Maßstab wird sich die Union nun auch in den nächsten Runden messen lassen müssen.