In der 1. Klasse Süd hat der ATSV Lenzing im Derby gegen den UFC Attergau nach 0:1-Rückstand zur Pause ein 2:2-Unentschieden geholt, ganz zufrieden war man damit aber nicht. Sektionsleiter Nihad Purkovic sprach von einem harten, aber fairen Spiel und meinte vor allem wegen der Chancen: „Von den Chancen her hätten wir vielleicht ein bisschen mehr verdient.“

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Schon in seiner ersten Einordnung machte Purkovic klar, wie er diese Partie gesehen hat. „Das Spiel war ein hartes und ein faires Spiel beider Mannschaften“, sagte der Lenzinger Sektionsleiter, und genau so entwickelte sich die Begegnung aus seiner Sicht auch über die gesamten 90 Minuten. Den ersten Nackenschlag mussten die Gastgeber in der 19. Minute hinnehmen, als Johannes Hemetsberger Attergau mit 1:0 in Führung brachte. Der Treffer fiel per Elfmeter, und genau diese Szene blieb aus Lenzinger Sicht der große Streitpunkt des Nachmittags. Purkovic formulierte es deutlich: „Das 1:0 vom Elfmeter war aus unserer Sicht keiner. Das Foul war außerhalb des Strafraums.“ Gleichzeitig wollte er das Spiel aber nicht auf eine einzige Entscheidung reduzieren. „Im Großen und Ganzen waren die Entscheidungen in Ordnung, abgesehen von der Elfmeterentscheidung“, sagte er, und unterstrich damit auch, dass es trotz Derbycharakter keine Partie war, die aus dem Ruder lief. Mit dem 0:1 ging es schließlich in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Lenzing dann genau die Reaktion, die Purkovic seiner Mannschaft auch zugutehielt. In der 53. Minute stellte Christoph Grentner auf 1:1, und damit war die Partie wieder völlig offen. Nur elf Minuten später legten die Hausherren nach: Edin Vugdalic traf in Minute 64 zum 2:1 und drehte das Spiel zugunsten des ATSV. Diese Phase passte zu der Einschätzung des Sektionsleiters, der seine Mannschaft trotz des am Ende verpassten Sieges positiv beurteilte. „Wenn wir so weiterspielen, können wir mit jeder Mannschaft gut mithalten“, sagte Purkovic. Vor allem die mannschaftliche Arbeit gegen den Ball hob er hervor. „Momentan funktioniert es auch in der Abwehr und in der Defensivarbeit der gesamten Mannschaft“, erklärte er. Gerade deshalb war die zweite Halbzeit aus Lenzinger Sicht ein Abschnitt, in dem zu sehen war, dass gegen einen starken Gegner mehr als nur ein Punkt möglich gewesen wäre.
Dass es am Ende trotzdem nicht zum vollen Erfolg reichte, lag für Purkovic in erster Linie nicht an der Art des Gegners, sondern an der mangelnden Konsequenz vor dem Tor. Lenzing hatte nach seiner Darstellung mehrere sehr gute Möglichkeiten, aus dem zwischenzeitlichen Vorteil noch mehr zu machen. „Wir haben hundertprozentige Chancen gehabt, sehr gute Chancen“, sagte er. Genau dort setzte auch seine Analyse an: „Wenn wir die eine oder andere reinmachen, schaut es vielleicht anders aus.“ Statt einer Vorentscheidung fiel in der 87. Minute noch der Ausgleich, und wieder war es Johannes Hemetsberger, der für Attergau traf und mit seinem zweiten Tor des Tages auf 2:2 stellte. Damit blieb es bei einem Remis, das Purkovic zwar als „gerechtes Unentschieden“ bezeichnete, das ihn aber trotzdem nicht ganz zufriedenstellte. Der Grund dafür war klar: „Wir müssen die Chancen besser nutzen, vor allem gegen stärkere Gegner.“
Dass der ATSV Lenzing dieses Unentschieden nicht als Rückschritt versteht, wurde in den Aussagen von Purkovic ebenfalls deutlich. Er sprach mit viel Respekt über den Gegner und machte keinen Hehl daraus, dass der UFC Attergau für ihn wieder zu den stärkeren Mannschaften der Liga zählt. „Die Attergauer kennen wir schon länger. Das ist eine sehr gute und starke Mannschaft, die letzte Saison vorne mitgespielt hat und auch heuer wieder vorne mitspielen wird“, sagte er. Umso mehr sah er im Auftritt seiner eigenen Mannschaft eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg. Nach sieben Runden halten beide Teams nun bei 13 Punkten, Attergau bleibt knapp vor Lenzing. Für die Lenzinger überwiegt nach diesem Derby trotzdem nicht das Tabellenbild, sondern die Erkenntnis aus der Leistung. „Wir müssen einfach weiter so machen und ordentlich trainieren“, sagte Purkovic. Nach einem 2:2, das sich für die Gastgeber eher nach zwei verlorenen als nach einem gewonnenen Punkt anfühlte, ist genau das die klare Botschaft.