In der 2. Klasse 1b trennten sich die SV Viktoria Marchtrenk Juniors und die ASKÖ Schwertberg 1b torlos 0:0. Trainer Pascal Seiler sah ein Spiel, das zwar offen begann, seiner Mannschaft nach der Pause aber zu hektisch wurde. „Die Ruhe, die Geduld, der Glaube haben uns gefehlt“, sagte er nach einem Freitagabend, an dem beide Seiten Möglichkeiten auf den Sieg hatten und am Ende doch mit einem gerechten Remis leben mussten.

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay
Seiler musste nach dem Schlusspfiff nicht lange überlegen, wie er die 90 Minuten einordnet. „Von Beginn an war es ein offenes Spiel“, sagte der Trainer, und genau so stellte sich die Partie auch aus seiner Sicht dar. Die Juniors kamen zunächst ordentlich hinein, verloren laut Seiler aber Mitte der ersten Halbzeit etwas den Faden. Dadurch fand Schwertberg besser in die Begegnung, ohne dass die Gastgeber das Spiel völlig aus der Hand gaben. Es blieb eine Partie mit Chancen auf beiden Seiten, mit Vorteilen einmal hier und einmal dort. Dass es zur Pause dennoch 0:0 stand, war für den Viktoria-Coach deshalb nur folgerichtig. „Es war ein gerechtes 0:0 zur Halbzeit“, hielt Seiler fest und beschrieb damit ziemlich genau das Bild einer ausgeglichenen ersten Hälfte.
Auch bei den entscheidenden Szenen zeichnete Seiler ein klares Bild: Keine Mannschaft hatte genug Durchschlagskraft, um das Spiel an sich zu reißen, aber beide Teams waren nah dran. In der ersten Halbzeit musste der Torwart der Marchtrenker Selthafner Julian nach einer Ecke einen Kopfball stark parieren, auf der anderen Seite setzte sich ein Viktoria-Spieler Brenner Fabian im Strafraum durch und scheiterte ebenfalls am Schlussmann. Nach dem Wechsel blieb die Partie offen, auch wenn sie aus Sicht der Gastgeber nicht mehr so sauber lief wie erhofft. Kurz vor Schluss bot sich Schwertberg noch eine große Möglichkeit nach einer Ecke, der Kopfball ging aber über das Tor. In der Nachspielzeit hätte dann beinahe doch noch die Viktoria zugeschlagen. „In der 91. Minute lief Pracalic Armin auf das Gäste Tor scheitere da wäre fast der Lucky Punch geglückt“, sagte Seiler, doch auch diese späte Chance wurde vom Gästetorwart entschärft.
Gerade dieser zweite Abschnitt war es, der Seiler weniger gefiel als die Wochen davor. „Nach der Pause war es ein hektisches Spiel von uns. So wie gewünscht war es nicht“, sagte er offen. Damit sprach er nicht nur die fehlende Ruhe im Ballbesitz an, sondern auch das Verhalten gegen den Ball. „Wir waren zu hektisch. In den Zweikämpfen gegen den Ball waren wir nicht gut. Mit dem Ball waren wir nicht so überzeugend wie in den letzten Wochen“, erklärte der Trainer. Dass seine Mannschaft trotzdem ohne Gegentor blieb, war für ihn kein Grund, die Leistung schönzureden. Er hatte vielmehr den Eindruck, dass seiner Mannschaft diesmal das fehlte, was sie zuletzt stark gemacht hatte. „Die breite Brust von den letzten Spielen, die Ruhe, die Geduld, der Glaube, das hat uns heute schon ein wenig gefehlt“, sagte Seiler und lieferte damit die zentrale Erklärung für die liegen gelassenen Heimpunkte.
Ganz leer gingen die Viktoria Juniors zwar nicht aus, zufrieden war der Trainer nach dem 0:0 aber auch nicht. „Wir nehmen den Punkt mit, aber für uns sind es schon zwei verlorene Punkte“, sagte Seiler, obwohl er das Remis insgesamt mehrfach als gerecht bezeichnete. Den Gästen stellte er dennoch ein gutes Zeugnis aus. Schwertberg 1b sei „eine gute junge Mannschaft, auch mit viel Potenzial“, dazu gegen den Ball sehr zweikampfstark und immer wieder auf Nadelstiche aus gewesen. Auch mit dem Unparteiischen war er einverstanden: „Schiedsrichter Plöderl war super.“ Für die Juniors ändert sich damit in der Tabelle wenig, sie liegen weiter im Spitzenfeld. Seiler will den Punkt nun einordnen und den Blick nach vorne richten: „Wir müssen weiterarbeiten. Nächste Woche haben wir ein Auswärtsspiel, und da wollen wir wieder an die Leistungen der letzten Wochen anknüpfen und ein anderes Gesicht zeigen.“