Es war eine Mischung aus Erleichterung und Frust, die Rene Erkner Sacherl nach dem 3:3 von Union Meggenhofen gegen die SPG Taufkirchen/Michaelnbach in der 2. Klasse Mitte-West beschrieb: Seine Mannschaft dominierte vor der Pause, ging aber nur mit 1:1 in die Kabine und rettete den Punkt erst ganz am Ende. „Unter dem Strich mussten wir mit der letzten Aktion, in der wir den Ausgleich erzielten, glücklich sein, dass wir noch einen Punkt mitnehmen. Nichtsdestotrotz fühlt sich das 3:3 wegen unserer starken ersten Halbzeit wie eine Niederlage an.“

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Sacherl ordnet die Anfangsphase klar ein: „Wir waren in der ersten Hälfte die klar spielbestimmende Mannschaft.“ Trotz der Dominanz reichte es bis zum Seitenwechsel nur zum 1:1. Umstellungen nahm er nicht vor – das Vertrauen in den Auftritt vor der Pause war groß: „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, deshalb waren keine Anpassungen notwendig. Die Mannschaft sollte genau so weitermachen.“ In seiner Wahrnehmung häuften sich die kontrollierten Ballbesitzphasen gerade im ersten Durchgang, während der Gegner vor der Pause nur selten aktiv am Spiel teilhaben wollte.
Nach Wiederbeginn konnte seine Elf nicht an die besten Phasen anknüpfen, das Duell wurde körperlicher und der Wind erschwerte sauberes Passspiel. Aus Sacherls Sicht kam es spät doppelt bitter: erst durch eine Unachtsamkeit in der Abwehr, dann durch einen „Tausend-Gulden-Schuss“, der den späten Rückstand einleitete. Eine Schlüsselszene blieb für ihn heikel: „Unser zweites Gegentor war aus meiner Sicht strittig, da ich ein Foul an unserem Innenverteidiger gesehen habe (Torschütze: Benjamin Wagner).“ Ansonsten habe er – abgesehen von einer aus seiner Sicht berechtigten roten Karte gegen die Gäste (79., Benjamin Wagner) – kaum weitere strittige Entscheidungen wahrgenommen. In der Schlussphase stellte die SPG durch Nico Pauzenberger in Minute 88 auf 2:3, ehe Michael Ohrlinger in der 93. Minute zum 3:3 traf und so den Punkt rettete.
Prägend waren aus Trainersicht die Standardsituationen und äußeren Einflüsse. „Das erste Gegentor fiel leider direkt nach einer Ecke (Torschütze: David Glaser).“ Auf der anderen Seite blieben zahlreiche eigene ruhende Bälle – etwa 15 bis 20 – ohne Ertrag, auch weil der Wind viele Hereingaben zu lang werden ließ. Insgesamt verzeichnete er für sein Team zwischen zehn und 15 klare Chancen, während er dem Gegner drei bis vier zuschrieb; beim Ballbesitz sah er Vorteile von rund 60:40, speziell vor der Pause. Der Blick richtet sich nun nach vorne: „Der nächste Gegner ist ein sehr schweres Auswärtsspiel in Weibern – für uns auch ein Derby. Wir haben gestern zwei Punkte liegen gelassen und wollen nächste Woche unseren ersten Sieg feiern.“