In der 2. Klasse Mitte-West hat SV Erler Naturholzbau Kematen am Innbach das Derby gegen SK Stratex Gallspach mit 0:3 verloren. Zur Pause war noch alles offen, danach machte Gallspach den Unterschied bei zwei fast gleichen Standards und legte spät noch einmal nach. Sportlicher Leiter Paul Straßl sah den Ausschlag vor allem darin, dass seine Mannschaft nach einer offenen Anfangsphase immer mehr Kontrolle bekam und sich für ein insgesamt gutes Passspiel belohnte.

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Der Start in Kematen war keineswegs ein Selbstläufer für die Gäste, und genau das sprach Straßl nach dem Abpfiff auch offen an. „Kematen ist gut in die Partie gestartet und hatte zwei gute Torchancen. Da haben wir ein bisschen Glück gehabt“, sagte der sportliche Leiter. Gallspach brauchte also ein paar Minuten, um in das Spiel zu finden, ließ sich von dieser Phase aber nicht aus der Ruhe bringen. Danach änderte sich das Bild aus seiner Sicht deutlich. „Nach zehn bis 15 Minuten haben wir das Zepter in die Hand genommen und das Spiel gemacht“, so Straßl. Seine Mannschaft hatte den Ball, ließ ihn besser laufen und arbeitete sich immer mehr Spielanteile heraus. Was in dieser Phase noch fehlte, war die letzte Konsequenz vor dem Tor. Straßl formulierte es so: „Wir haben uns schöne Torchancen herausgespielt, aber der letzte Punch hat in der ersten Halbzeit gefehlt.“ Deshalb ging es trotz zunehmender Vorteile für Gallspach mit einem 0:0 in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel schlug Gallspach dann genau in jener Phase zu, in der die Gäste schon davor Druck aufgebaut hatten. Für Straßl war deshalb klar, welcher Moment die Partie wirklich öffnete. „Das 1:0 war sehr wichtig, weil wir schon ziemlich Druck gemacht haben, aber kein Tor zusammengebracht haben“, erklärte er. In Minute 57 traf Belmin Ramic zur Führung, und dieses Tor war laut Straßl kein Zufallsprodukt, sondern Teil einer Situation, die später noch einmal fast gleich aufging. „Die ersten zwei Tore waren eigentlich identisch“, sagte er. Beide Male kam der Ball nach einer Freistoßsituation aus rund 30 bis 35 Metern hoch in den Strafraum, beide Male lief Ramic gut ein und köpfte ein. Als Belmin Ramic in Minute 79 auch das 0:2 nachlegte, war Gallspach endgültig auf Kurs. Straßl nannte auch diesen Treffer noch einmal „ganz wichtig“. Mit dem dritten Tor durch Armin Smajlovic in der 86. Minute war der Auswärtssieg schließlich auch zahlenmäßig klar abgesichert.
Dass Gallspach am Ende so deutlich gewann, führte Straßl vor allem auf das bessere Passspiel und die gewachsene Kontrolle über die Partie zurück. „Wir haben den Ball heute gut laufen lassen. Im Gegensatz zu den anderen Spielen haben wir das diesmal ganz gut gemacht“, sagte er. Für ihn war der Auftritt deshalb mehr als nur ein Ergebnis, nämlich auch ein Schritt nach vorne im eigenen Spiel. „Das war eine kleine Leistungssteigerung, darauf kann man aufbauen“, meinte Straßl. Gleichzeitig ordnete er auch den Gegner fair ein. Kematen sei gut hineingekommen, danach habe Gallspach aber „nichts abreißen lassen“. Nach dem zweiten Treffer habe man gemerkt, „dass der Saft ein bisschen raus war“. Genau daraus leitete der sportliche Leiter auch seine klare Bewertung ab: „Ich glaube, es war ein verdienter Sieg für uns, auch in der Höhe.“ Dass die Partie trotz Derbycharakter ohne große Aufregung über die Bühne ging, passte für ihn ebenfalls ins Bild. „Der Schiedsrichter hat eine sehr gute Leistung gezeigt. Es war ein sehr gesittetes Derby, ruhig und ohne großen Tamtam.“ Für Gallspach bleibt damit nicht nur ein 3:0-Auswärtssieg, sondern auch eine Leistung, auf die man in den nächsten Wochen aufbauen will.