Zum Saisonauftakt in der 2. Klasse Mitte hat sich der SV Lichtenberg in einer hitzigen Partie vom ASKÖ SC Kirchberg-Thening 1:1 getrennt. Nach der Pausenführung durch Michael Schatzl sah es lange nach einem Heimsieg des Absteigers aus, ehe in der 89. Minute noch der Ausgleich fiel. Neo-Trainer Yannik Schicho sprach danach von einem insgesamt verdienten Remis, haderte aber trotzdem mit dem späten Elfmeter gegen seine Mannschaft.

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Schon in seiner ersten Einordnung machte Yannik Schicho klar, wie er den Freitagabend gesehen hat. „Grundsätzlich war das Spiel ab der ersten Minute sehr hitzig“, sagte der neue Trainer und beschrieb damit ziemlich genau den Ton dieser Auftaktpartie. Beide Mannschaften wollten nach vorne spielen, beide wurden aber immer wieder sofort unter Druck gesetzt. In diesem offenen und intensiven Spiel legte der SV Lichtenberg in der 22. Minute vor, als Michael Schatzl das 1:0 erzielte. Mit dieser Führung ging es auch in die Halbzeit, weil die Gastgeber ihre Ordnung hielten und sich in einem umkämpften Spiel zunächst den kleinen Vorteil erarbeiteten.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild laut Schicho ähnlich. ASKÖ SC Kirchberg-Thening hatte mehr Ballbesitz und zeigte immer wieder die Qualität, die der Trainer des SV Lichtenberg dem Gegner auch ausdrücklich zusprach. Trotzdem sah er seine Mannschaft keineswegs im Hintertreffen. „Wir haben extrem gut gepresst, sind sehr stabil gestanden und haben immer wieder versucht, den Gegner mit Nadelstichen unter Druck zu bringen“, sagte Schicho. Gerade diese Mischung aus Kompaktheit und konsequenter Arbeit gegen den Ball gefiel ihm. ASKÖ SC Kirchberg-Thening kam zwar zu längeren Ballbesitzphasen, der SV Lichtenberg hielt aber dagegen, blieb über weite Strecken diszipliniert und lieferte aus Sicht seines Trainers „ein sehr, sehr gutes Spiel“ ab.
Im Mittelpunkt der Nachbesprechung standen für Schicho vor allem die beiden Elfmetersituationen. „Einmal für uns, einmal für den Gegner – beide kann man geben, es muss aber nicht auf beiden Seiten ein Muss-Elfmeter sein“, ordnete der Trainer die strittigen Szenen ein. Genau darin sah er auch den Charakter dieses Abends wieder. Es war kein ruhiges Spiel, sondern eine Partie mit vielen Zweikämpfen, viel Druck und immer wieder Situationen, die Diskussionen zuließen. Den Unparteiischen wollte Schicho deshalb auch nicht in den Vordergrund rücken. „Die Schiedsrichterleistung war in Ordnung. Es war ein sehr schwieriges Spiel“, sagte er und betonte zugleich, dass nicht alle Entscheidungen auf beiden Seiten immer leicht nachvollziehbar gewesen seien.
Das erklärt auch, warum beim SV Lichtenberg nach dem Schlusspfiff zwei Gedanken nebeneinander standen. Einerseits sprach Schicho von einem „verdienten Unentschieden“, weil sich beide Mannschaften viel abverlangten und der ASKÖ SC Kirchberg-Thening mit seiner Qualität am Ball immer wieder Phasen hatte, in denen der Gegner mehr vom Spiel besaß. Andererseits blieb das Gefühl, dass deutlich mehr drin gewesen wäre. In der 89. Minute traf Julian Manderscheid noch zum 1:1, und genau dieser späte Ausgleich schmerzte. „Wenn der Elfmeter in der letzten Minute nicht gegeben wird, bin ich mir sicher, dass wir als Sieger vom Platz gehen“, sagte Schicho. Trotzdem überwog bei ihm nicht der Frust. „Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit der Leistung, vor allem auch kämpferisch“, hielt der Trainer fest. Für den SVL bleibt damit ein Punkt zum Start, aber auch die Erkenntnis, dass die Mannschaft in dieser Form mit jedem Gegner in der Liga mithalten kann.