In der 2. Klasse Mitte hat der SV Lichtenberg am Sonntagnachmittag gegen den ESV Wels mit 0:2 verloren. Aus Sicht der Welser war nicht ein einzelner Geniestreich ausschlaggebend, sondern ein sauber durchgezogener Matchplan. Co-Trainer Sejfo Sultanic sprach nach dem ersten Saisonsieg von einer „taktisch überragenden“ Vorstellung und von großer Erleichterung nach den zwei Niederlagen zum Auftakt.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Für Wels lief die Partie von Beginn an in die Richtung, die man sich erhofft hatte. Schon in der 7. Minute brachte Aleksandar Mijatovic die Gäste mit 1:0 in Front, und genau dieser frühe Treffer war für Sultanic ein ganz wichtiger Punkt in der Entwicklung des Spiels. „Wir haben rechtzeitig das 1:0 gemacht und natürlich hat uns das in die Karten gespielt“, sagte der Co-Trainer. Zur Pause stand es noch immer 0:1, und Wels konnte den Vorsprung mit in die Kabine nehmen. Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie eng, weil auch der Absteiger seine Möglichkeiten hatte, doch die Welser hielten an ihrem Plan fest. In der langen Nachspielzeit fiel dann noch die endgültige Entscheidung: Demir Hadzic stellte in der 98. Minute auf 2:0. Sultanic ordnete auch diesen Treffer nüchtern ein. Lichtenberg habe in dieser Phase mehr riskieren müssen, dazu sei ein Abwehrfehler gekommen, „und das haben wir eiskalt ausgenutzt“.
Wenn Sultanic nach dem entscheidenden Unterschied gefragt wurde, kam er immer wieder auf einen Punkt zurück: die Ordnung seiner Mannschaft. „Entscheidend war die taktische Disziplin unserer Mannschaft auf jeden Fall“, sagte er, und fast jede weitere Einordnung lief auf dieselbe Kernaussage hinaus. Wels habe die Partie „taktisch überragend zu Ende gebracht“, meinte der Co-Trainer, und genau darin sah er den Schlüssel zu den ersten drei Punkten der Saison. Gleichzeitig verteilte er auffallend viel Anerkennung an den Gegner. Lichtenberg sei „eine sehr, sehr gute Truppe“, dazu jung, eingespielt und eine Mannschaft, die über neunzig Minuten ihrem Konzept treu bleibe. „Von der Mannschaft wird man noch einiges Positives hören“, sagte Sultanic. Auch deshalb wertete er den Auswärtssieg besonders hoch, weil er gegen einen Gegner gelang, den er in sehr klaren Worten stark einschätzte.
So zufrieden Sultanic mit dem Ergebnis war, ganz ohne Nachsatz wollte er den Auftritt seiner Mannschaft dennoch nicht stehen lassen. Nach seiner Einschätzung hätte Wels die Partie schon früher klarer für sich entscheiden können. „Vorher hätten wir auch schon einige Hundertprozentige, die wir nicht nutzen konnten“, sagte er, später sprach er sogar davon, dass „drei Hundertprozentige“ liegen geblieben seien. Dazu kam, dass die Gäste im Lauf des Spiels umstellen mussten und deshalb nicht alles ohne Anpassungen durchziehen konnten. Umso mehr hob Sultanic hervor, wie sehr sich seine Mannschaft in dieses Spiel hineingearbeitet habe. „Die Mannschaft hat alles für diese drei Punkte getan“, lautete sein klares Lob. Nach zwei Niederlagen zu Saisonbeginn war dieser Auswärtssieg deshalb vor allem eines: eine spürbare Entlastung. „Das war eine sehr große Erleichterung für uns alle“, sagte Sultanic. Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt den Welsern aber nicht, denn der Blick geht bereits weiter: „Das Spiel ist jetzt vorbei und wir fokussieren uns auf das Derby am Freitag gegen Buchkirchen.“
Zum Bild dieses Nachmittags passte aus Sicht des Co-Trainers auch, dass die Begegnung trotz der Bedeutung für beide Seiten ruhig blieb. Sultanic sprach von zwei starken Mannschaften, die sich sportlich begegnet seien, ohne dass die Partie daneben geraten wäre. „Da haben wirklich zwei sehr gute Mannschaften gegeneinander gespielt“, sagte er, und auch die Leistung von Schiedsrichter Nemeth ordnete er unaufgeregt ein: „Die war ganz okay.“ Diskussionen wollte er daraus nicht machen. Vielmehr betonte er, dass es keine Reibereien, keine Beleidigungen und keinen unnötigen Nebenschauplatz gegeben habe. Für den ESV Wels bleibt damit unter dem Strich ein Erfolg, der sportlich und mental viel wert ist: ein früher Treffer von Mijatovic, eine konzentrierte Leistung über weite Strecken und mit Hadzic in der Nachspielzeit noch das Tor zum sicheren 2:0. Genau so, wie es sich die Messestädter nach dem Fehlstart erhofft hatten.