Spielberichte

„Nach dem 2:0 haben einige auf das Verteidigen vergessen“ – Union Haid holt sich das 4:3 spät doch noch

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Neue Heimat/Edelweiss 1b
Union Haid

In der 2. Klasse Mitte hat die SPG Neue Heimat Linz/Edelweiss 1b gegen die Union Haid trotz 3:2-Führung noch 3:4 verloren. Für Sportchef Wolfgang Morawetz war der Auswärtssieg ein Spiel mit zwei Gesichtern: vorne starteten die Gäste stark, nach dem 2:0 ging aber die Ordnung verloren. Dass Haid nach dem Ausgleich doch noch einmal zuschlug, war für ihn das Positive an einem insgesamt lehrreichen Samstagnachmittag.

Nahaufnahme: Spieler setzt zum Eckball an

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Starker Start, dann war der Vorsprung schnell weg

Der Tabellenführer legte in Linz so los, wie man sich das aus Haider Sicht nur wünschen konnte. Schon in der 9. Minute brachte Mirsim Tahiri die Gäste in Führung, nur drei Minuten später erhöhte Emircan Gül bereits auf 2:0. Morawetz sprach deshalb auch von einem gelungenen Beginn: „Wir haben einen guten Start gehabt, sind relativ früh 2:0 in Führung gegangen.“ Genau ab diesem Moment wurde die Partie für Haid aber offen, obwohl vieles zunächst nach einer klaren Richtung ausgesehen hatte. „Dann haben wir ein bisschen aufs Verteidigen vergessen“, sagte Morawetz, und genau dieser Satz erklärt, warum der Absteiger wieder in die Partie fand. Lenny Pohlmüller verkürzte in der 25. Minute, kurz vor der Pause stellte Luka Bakulic noch auf 2:2. Aus einer frühen Führung war damit bis zur Halbzeit schon nichts mehr übrig geblieben.


Im Mittelfeld fehlte der Zugriff

Morawetz blieb in seiner Analyse nicht bei den Gegentoren stehen, sondern benannte sehr klar, wo seiner Meinung nach das Problem lag. „Nach dem 2:0 haben wir die defensive Arbeit vernachlässigt und dem Gegner wieder die Möglichkeit gegeben, ins Spiel zurückzukommen“, sagte der Sportliche Leiter. Besonders im Mittelfeld habe seine Mannschaft kaum Zugriff gehabt. „Wir haben dort viel zu große Räume zugelassen, weil die Distanz von unserer letzten Verteidigungsreihe zur Sturmreihe viel zu groß war“, erklärte er. Dass Neue Heimat/Edelweiss 1b eine junge und talentierte Mannschaft sei, habe man gewusst, überrascht habe ihn das nicht. Gerade weil die Gastgeber durchs Mittelfeld gut kombinieren konnten, fiel Haid diese offene Spielanlage auf den Kopf. Nach dem Seitenwechsel drehte Tim Auberger die Partie in der 55. Minute sogar auf 3:2 für die Heimischen. Haid hatte also eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben und war plötzlich selbst im Hintertreffen.

Freistoß zum 3:3 und der späte Lohn

Dass die Gäste an diesem Nachmittag trotzdem noch mit drei Punkten heimfuhren, hing für Morawetz an zwei Punkten: am neuerlichen Zurückkommen und am Glauben an den Sieg. „Wichtig war der Freistoß zum 3:3“, sagte er über den Ausgleich von Enes Hrbatovic in der 76. Minute. Danach habe seine Mannschaft nicht aufgehört. „Wir haben weiter versucht, das Spiel noch zu gewinnen“, so Morawetz. Gleichzeitig ordnete er auch ein, dass seiner Elf in dieser Phase die Unerfahrenheit des Gegners ein wenig entgegengekommen sei. Die Heimischen hätten als junge Mannschaft Haid noch einmal die Tür geöffnet, und die Gäste nutzten diese Chance. In der 89. Minute traf Bojan Jagodic zum 4:3 und vollendete damit eine Partie, in der Haid erst klar vorne lag, dann in Rückstand geriet und am Ende doch wieder ganz vorne stand. Genau dieses Zurückkommen hob Morawetz als den positiven Punkt des Nachmittags hervor: „Dass wir trotzdem noch zurückgekommen sind und das Spiel gedreht haben, das ist das Positive an dem Spiel.“

Sieg zählt, Warnung bleibt

So zufrieden sich ein Tabellenführer nach dem vierten Sieg im vierten Spiel über die Punkte freuen kann, so deutlich fiel bei Morawetz der mahnende Unterton aus. „Wir müssen aus diesem Spiel lernen“, sagte er, obwohl die Union Haid am Ende wieder ganz oben blieb. Vor allem die Gegentreffer seien ein Thema, das nicht untergehen dürfe. „Die müssten nicht sein, da machen wir es den Gegnern zu leicht“, meinte er und verwies auch auf die Restverteidigung, in der es „sehr viel Potenzial“ gebe. Seine Mannschaft konzentriere sich mitunter zu sehr darauf, das nächste Tor nachzulegen, auch wenn sie schon vorne liege. Dass Haid in vier Spielen erst einmal ohne Gegentreffer geblieben ist, passt für ihn deshalb nicht zum eigenen Anspruch. Schiedsrichter Horvath bewertete Morawetz „im Großen und Ganzen“ als okay. Viel wichtiger war ihm aber der Blick nach vorne: „Gott sei Dank haben wir das Spiel noch drehen können und haben die drei Punkte mitgenommen. Aber es muss klar sein, dass wir nicht immer so auftreten können, sonst werden wir unsere Ziele nicht erreichen können.“

2. Klasse Mitte: Neue Heimat/Edelweiss 1b : Union Haid - 3:4 (2:2)

  • 89
    Bojan Jagodic 3:4
  • 76
    Enes Hrbatovic 3:3
  • 55
    Tim Auberger 3:2
  • 42
    Luka Bakulic 2:2
  • 25
    Lenny Pohlmüller 1:2
  • 12
    Emircan Gül 0:2
  • 9
    Mirsim Tahiri 0:1