In der 2. Klasse Nord-Mitte musste sich die Union Baumgartenberg am Freitagabend der DSG Union Gutau mit 0:2 geschlagen geben. Das Ergebnis passte für Trainer Jürgen Kappl überhaupt nicht zum Spiel, weil seine Mannschaft nach seiner Sicht über weite Strecken das aktivere Team war, sich aber für viele gute Momente nicht belohnte. Entscheidend war aus seiner Sicht nicht die Spielanlage, sondern schlicht die fehlende Effizienz vor dem Tor.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Kappl sprach nach Schlusspfiff von einem „falschen Sieger“, weil seine Mannschaft aus seiner Sicht genug Möglichkeiten hatte, um diese Partie klar für sich zu entscheiden. Dabei begann der Abend mit einem Rückschlag, denn schon in der 12. Minute brachte Simon Binder die Gäste in Führung. Der Absteiger musste diesem Rückstand also früh nachlaufen, ließ sich laut seinem Trainer davon aber nicht aus dem Konzept bringen. Besonders eine Szene blieb Kappl im Kopf: Nach rund zehn Minuten setzte Paul Kastner den Ball an die Latte. „Ich glaube sogar, dass der Ball vielleicht knapp hinter der Linie war“, sagte der Baumgartenberger Trainer. Weil aus solchen Aktionen aber kein Treffer wurde, blieb es bis zur Pause beim 0:1, obwohl Kappl seine Elf in dieser Phase keineswegs unterlegen sah.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich für den Trainer der Gastgeber das Grundgefühl der Partie nicht. Zwar erhöhte Benedikt Brunner in der 50. Minute auf 2:0 für Gutau, doch gerade dieses zweite Gegentor ärgerte Kappl besonders. Er sprach von einem Abstimmungsfehler und verwies zugleich darauf, dass seine Mannschaft davor selbst noch die Chance auf einen Treffer gehabt habe. Insgesamt hatte der Trainer eine ganz klare Erklärung für die Niederlage: „Tore. Effizienz vorm Tor. Fünfzig Prozent der Torchancen hätten schon gereicht und wir hätten vier, fünf Tore geschossen.“ Entsprechend deutlich fiel auch seine Einordnung aus. „Wir waren ganz klar spielüberlegen. Wir waren die ganz klar bessere Mannschaft“, sagte Kappl, der seine Mannschaft beim Tempo und in der Art des Spiels vorne sah, während der Tabellenführer aus Gutau nach seiner Wahrnehmung vor allem durch seine Konsequenz vor dem Tor den Unterschied machte.
So groß der Frust über das 0:2 auch war, Kappl wollte den Abend nicht nur an der vergebenen Chance auf Punkte festmachen. Gerade im Vergleich zu den vergangenen Wochen sah er einen weiteren Schritt nach vorne. „Fußballerisch war das schon eine deutliche Steigerung“, sagte er und sprach von einem extrem hohen Tempo sowie von leidenschaftlichem Verteidigen. Wichtig war ihm auch, dass seine Mannschaft bis zum Schluss dranblieb und sich vom Spielstand nicht brechen ließ. „Es hat keiner aufgegeben bis zum Schluss“, betonte der Trainer. Für ihn war deshalb trotz Niederlage sichtbar, dass in Baumgartenberg etwas wächst. Kappl sprach von einer Mannschaft, die immer besser zusammenfinde, die körperlich topfit sei und mittlerweile einen Fußball spiele, der ihm viel Zuversicht gebe. Dass am Ende trotzdem null Tore zu Buche standen, änderte an dieser grundsätzlichen Einschätzung nichts.
Der größere Punkt war für Kappl ein anderer: Diese Niederlage soll die Entwicklung seiner Mannschaft nicht überschatten. „Wir sind eigentlich im Soll. Wir sind total zufrieden mit dem, was da gerade passiert, obwohl wir verloren haben“, sagte der Trainer. Kappl verwies auf die vergangenen sieben, acht Monate und darauf, wie sehr sich der Verein in dieser Zeit sportlich und auch menschlich entwickelt habe. Deshalb überwog bei aller Enttäuschung am Ende nicht Resignation, sondern Überzeugung. Die Union Baumgartenberg habe gegen den Tabellenführer vieles richtig gemacht, nur im Abschluss nicht. Oder wie es Kappl selbst zusammenfasste: „Das Positive überwiegt einfach, weil die Mannschaft mittlerweile einen überragenden Fußball spielt.“ Das Rückspiel kommt noch, und genau mit diesem Gedanken richtet sich der Blick in Baumgartenberg schon wieder nach vorne.