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„Nach dem 0:8 war diese Reaktion nicht selbstverständlich“ – Union Baumgartenberg holt wildes 4:4-Remis

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Baumgartenberg
Union Münzbach

In der 2. Klasse Nord-Mitte hat die Union Baumgartenberg gegen die Sportunion Greisinger Münzbach nach einem verrückten Verlauf ein 4:4-Remis geholt. Trainer Jürgen Kappl sprach nach dem Schlusspfiff von einer starken Reaktion seiner Mannschaft, die eine Woche nach einem 0:8-Debakel diesmal Moral zeigte und sich auch von einem 0:2-Start nicht aus der Bahn werfen ließ. Dennoch blieb bei ihm das Gefühl, dass mit weniger Eigenfehlern sogar noch mehr möglich gewesen wäre.

Schuhe mit Tornetz

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Früher Doppelschlag, aber Baumgartenberg blieb im Spiel

Der Freitagabend begann für den Absteiger trotz des Endstands alles andere als einfach. Kappl gefiel die Anfangsphase seiner Mannschaft zunächst sogar gut. „Wir waren von Anfang an präsent am Platz“, sagte der Trainer, der nach der klaren Niederlage in der Vorwoche einen ganz anderen Auftritt gesehen hatte. In seiner Wahrnehmung hatte seine Mannschaft auch die ersten Möglichkeiten, ehe Münzbach mit dem Doppelschlag von Matyas Bita in der 6. und 9. Minute früh auf 2:0 stellte. Gerade diese Szene ärgerte Kappl, weil er beide Treffer klar anders bewertet hatte. „Die ersten zwei Tore dürfen nicht zählen“, sagte er deutlich und sprach aus seiner Sicht von zwei Abseitsstellungen. Baumgartenberg ließ sich davon aber nicht aus der Bahn werfen, kam durch Matthias Schalhas in der 20. Minute auf 1:2 heran und stellte durch Paul Kastner nach 29 Minuten auf 2:2. Kurz vor der Pause schlugen die Gäste noch einmal zurück, als Jürgen Krichbaumer das 3:2 für Münzbach erzielte und die Seiten mit einer knappen Führung gewechselt wurden.


Umschalten als Trumpf und nächste Antwort

Dass Baumgartenberg nach dem Rückstand immer wieder zurückkam, war für Kappl kein Zufall. Der Trainer hob vor allem das Umschaltspiel seiner Mannschaft hervor und verwies darauf, dass genau dieser Punkt unter der Woche intensiv trainiert worden war. „Unser Umschaltspiel von der Defensive in die Offensive hat besonders gut funktioniert. Wir haben das die ganze Woche trainiert“, erklärte er. Vor allem bis ins letzte Drittel habe seine Mannschaft viel richtig gemacht. „Wir waren, glaube ich, die torgefährlichere Mannschaft“, meinte Kappl, der Münzbach zwar ordentliche Konter zugestand, sein Team aber keineswegs unterlegen sah. Nach dem 2:3-Pausenstand dauerte es bis in die Schlussphase, ehe Baumgartenberg wieder ausglich. Paul Kastner traf in der 77. Minute zum 3:3 und belohnte damit eine Mannschaft, die weiter am Drücker blieb. Als Paul Panhofer in der 86. Minute das 3:4 für Münzbach machte, schien das Spiel erneut zu kippen. Doch Baumgartenberg stemmte sich auch gegen diesen Rückschlag. In der Nachspielzeit fiel doch noch das 4:4, das als Eigentor von Daniel Sigmund gewertet wurde. Kappl sprach dabei von einer Idee, die kurz davor entstanden sei, und nannte den späten Ausgleich „ein ziemlich gutes Gefühl“.

„Bis zum Letzten Gas gegeben“

Mindestens so wichtig wie das Ergebnis selbst war für den Baumgartenberger Trainer die Art und Weise, wie seine Mannschaft aufgetreten ist. Nach dem 0:8 der Vorwoche wollte Kappl vor allem eine Reaktion sehen, und genau die bekam er. „Das Unentschieden geht für mich total in Ordnung, weil wir einfach eine Reaktion gezeigt haben, die nicht selbstverständlich ist“, sagte er. Besonders imponiert habe ihm die Kommunikation auf dem Platz. Sie sei vielleicht nicht die lauteste gewesen, aber eine richtig gute. „Jeder hat gewusst, was er zu tun hat, jeder hat den anderen gerufen“, erklärte Kappl. Auch die Bereitschaft, an die eigene Grenze zu gehen, stellte er klar heraus. „Bis zum Letzten haben die alle Gas gegeben“, sagte der Trainer. Keiner habe früh aufgegeben, keiner habe sich herausgenommen. Gerade deshalb ordnete er das Remis nicht nur als Punktgewinn ein, sondern auch als internes Zeichen dafür, dass die Mannschaft nach dem Rückschlag der Vorwoche intakt geblieben ist. „Wir haben ein Zeichen gesetzt für uns selber intern“, so Kappl.

Woran Baumgartenberg jetzt arbeiten muss

Bei aller Zufriedenheit über Moral und Offensivkraft machte Kappl aber auch klar, wo seine Mannschaft noch zulegen muss. Vier erzielte Treffer sind für ihn ein Beleg dafür, dass nach vorne genug Potenzial vorhanden ist. Viel mehr störten ihn die wiederkehrenden Fehler im eigenen Spiel gegen den Ball. „Defensiv müssen wir einfach arbeiten“, sagte er ohne Umschweife. Vor allem individuelle Fehler seien es gewesen, die die Union Baumgartenberg um einen noch schöneren Abend gebracht hätten. „Wir bringen uns um unsere Mühen mit so dummen individuellen Fehlern“, meinte Kappl. Dazu wünscht er sich von seiner Mannschaft mehr Lockerheit und mehr Mut, weil aus seiner Sicht Unsicherheit oft erst zu Fehlern führt. Auch mit der Spielleitung war er nicht einverstanden und sprach von zu vielen kleinlichen Pfiffen, während andere härtere Aktionen aus seiner Sicht nicht konsequent genug bewertet wurden. Den Fokus legte er nach diesem 4:4 aber bewusst auf seine eigene Mannschaft. Für Baumgartenberg bleibt damit ein Spiel, das nicht alle Probleme gelöst hat, aber nach dem Verlauf der letzten Tage trotzdem etwas wert sein kann. Oder, wie Kappl es zusammenfasste: „Defensiv müssen wir unsere Fehler abstellen, aber das kriegen wir in den Griff.“

2. Klasse Nord-Mitte: Baumgartenberg : Münzbach - 4:4 (2:3)

  • 93
    Eigentor durch Daniel Sigmund 4:4
  • 86
    Paul Panhofer 3:4
  • 77
    Paul Kastner 3:3
  • 44
    Jürgen Krichbaumer 2:3
  • 29
    Paul Kastner 2:2
  • 20
    Matthias Schalhas 1:2
  • 9
    Matyas Bita 0:2
  • 6
    Matyas Bita 0:1