In der 2. Klasse Nord-Mitte hat sich die Union Kefermarkt gegen die SPG Perg/Windhaag mit 3:0 durchgesetzt und dabei vor allem aus ruhenden Bällen Kapital geschlagen. Trainer Bernhard Plöchl sprach zwar spielerisch nicht von einer starken Vorstellung, sah aber eine griffige Leistung gegen den Ball. Genau bei den Standards fiel für ihn am Ende der Unterschied.

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Der entscheidende Einstieg in diese Partie gelang den Gastgebern schon nach neun Minuten. Jonas Rauch brachte Kefermarkt mit 1:0 in Führung, und genau dieses frühe Tor stellte Plöchl nach dem Schlusspfiff in den Mittelpunkt seiner Analyse. „Die Schlüsselszene war ganz klar das frühe 1:0“, sagte der Trainer. Für ihn hatte dieser Treffer spürbare Folgen für den weiteren Verlauf, weil seine Mannschaft danach für längere Zeit gut in der Partie war. „Danach waren wir zwanzig Minuten sehr gut im Spiel und konnten noch die eine oder andere Möglichkeit aus dem Spiel heraus kreieren“, so Plöchl. Ganz leicht wurde es für Kefermarkt trotzdem nicht, denn mit zunehmender Dauer tat sich sein Team wieder schwerer. Der Trainer verwies darauf, dass die Gäste sehr gut standen und seiner Mannschaft das Leben schwer machten. So blieb es zur Pause bei der knappen, aber wichtigen 1:0-Führung.
Was Kefermarkt an diesem Nachmittag letztlich den klaren Heimsieg bescherte, waren die Standardsituationen. Plöchl machte daraus nach dem Spiel gar kein Geheimnis und sprach jenen Bereich ausdrücklich an, in den seine Mannschaft im Training viel investiert habe. „Der größte Bonus, und das hat mich am meisten gefreut, waren die Standardsituationen. Wir haben hier relativ viel Zeit verbracht, und jetzt konnten wir endlich das ernten, wofür wir trainiert haben“, erklärte er. Diese Aussage passt auch exakt zum Spielverlauf, denn alle drei Tore fielen nach ruhenden Bällen. Nach dem 1:0 durch den Kopfball von Jonas Rauch erhöhte Lukas Pleiner in der zweiten Halbzeit auf 2:0. Plöchl beschrieb den Treffer als „etwas glücklich“, hob aber zugleich hervor, dass Pleiner „vehement nachsetzte“. Den Schlusspunkt setzte in der 87. Minute Julian Lindner mit einem direkten Freistoß. Für den Kefermarkt-Coach war das nicht nur der dritte Treffer, sondern auch ein besonderer Moment: „Das dritte Tor möchte ich noch einmal unterstreichen. Das war ein direkter Freistoß ins Kreuzeck, ein sensationelles Freistoßtor.“
So klar das Ergebnis am Ende auch aussieht, Plöchl war in seiner Einordnung weit davon entfernt, nur von einer rundum starken Vorstellung zu sprechen. „Spielerisch war es von uns keine so gute Leistung“, sagte er offen. Gleichzeitig stellte er aber heraus, worauf seine Mannschaft sich verlassen konnte. „Wir waren sehr griffig gegen den Ball“, betonte der Trainer, und genau in dieser Arbeit gegen den Ball sah er eine wesentliche Grundlage für den Heimsieg. Kefermarkt ließ sich auf ein intensives Spiel ein, arbeitete fleißig und kam dadurch immer wieder in Situationen, aus denen etwas entstehen konnte. Ganz zufrieden war Plöchl mit dem Offensivspiel dennoch nicht. „Was uns momentan ein bisschen fehlt, ist die Vehemenz, wenn wir vorne gute Szenen kreieren. Der letzte Pass fehlt im letzten Drittel. Da müssen wir in Zukunft noch besser werden“, sagte er. Diese Mischung aus Selbstkritik und Anerkennung für die eigene Disziplin zog sich durch seine gesamte Analyse.
Dass die Union Kefermarkt dieses 3:0 nicht als Selbstläufer einordnet, lag auch am Eindruck, den der Gegner hinterließ. Plöchl beschrieb die SPG Perg/Windhaag als „sehr stabilen Gegner“, der „grundsätzlich immer gefährlich nach vorne gespielt“ habe. Auch technisch attestierte er den Gästen Qualität und sprach von einer Mannschaft mit guten individuellen Spielern. Umso höher bewertete er das Ergebnis aus Sicht seiner Elf. „Wir sind froh, hier ein positives Ergebnis mitnehmen zu können“, sagte der Trainer. Zum Abschluss richtete Plöchl dann noch ein deutliches Lob an seine Mannschaft. „Die Mannschaft arbeitet sehr fleißig und hart daran, und endlich belohnen wir uns für diese harte Arbeit“, erklärte er. Unter dem Strich steht damit ein klarer Heimsieg, der weniger aus spielerischer Leichtigkeit entstand, sondern vor allem aus Disziplin, Arbeit gegen den Ball und einer Stärke, die am Sonntagnachmittag ganz besonders ins Gewicht fiel: Standards.