Spielberichte

"Solche Spiele muss man ernst nehmen" – Union Herzogsdorf/Neußerling holt in Aigen dritten Sieg

Union Aigen-Schlägl
SU Herzogsdorf/N.

In der 2. Klasse Nord-West hat der UFC Agora Aigen-Schlägl gegen die SU Herzogsdorf-Neußerling mit 0:1 verloren. Ein Tor von Julian Durstberger kurz vor der Pause reichte den Gästen zum dritten Sieg im dritten Spiel. Trainer Roland Kellermayr sprach danach von keiner schönen Partie, aber von einer, die seine Mannschaft mit Moral, Kampfgeist und dem nötigen Quäntchen Glück auf ihre Seite gezogen hat.

Nahaufnahme: Spieler holt zum Eckball aus. Weiß-grüner Ball, grüne Stutzen

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Viel Kampf, wenig Spielfluss

Roland Kellermayr machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, wie er die 90 Minuten gesehen hatte. "Es war sicher kein hochkarätiges Spiel und kein Klassiker", sagte der Trainer. "Es war von Anfang an sehr zerfahren." Genau so beschrieb er auch den Charakter dieser Partie: viele Zweikämpfe, viel Arbeit gegen den Ball und auf beiden Seiten kaum längere Phasen mit richtigem Spielfluss. Weder Aigen-Schlägl noch Herzogsdorf kamen laut Kellermayr wirklich in einen Rhythmus. Umso wichtiger war für die Gäste, dass sie unmittelbar vor der Pause doch noch den einen Treffer fanden. Julian Durstberger traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 1:0, ein Tor, das Kellermayr selbst als "etwas glücklich" einordnete.

Frühe Ausfälle stellen Herzogsdorf auf die Probe

Richtig schwierig wurde es für Herzogsdorf schon früh. Nach rund zwanzig Minuten mussten die Gäste laut Kellermayr gleich beide Innenverteidiger verletzungsbedingt austauschen. "Jeder, der ein bisschen Fußball versteht, weiß, was das heißt, wenn man nach zwanzig Minuten beide Innenverteidiger verletzt wechseln muss", sagte er. Der Trainer wollte den Sieg deshalb auch nicht losgelöst von dieser Phase bewerten und schickte den beiden Ausfällen sofort gute Wünsche mit. Bei einem der Verletzten sah es nach seiner Einschätzung vor allem am Knie nicht gut aus. Dass die Mannschaft diese Unruhe trotzdem wegsteckte, rechnete Kellermayr ihr hoch an. Besonders hob er dabei Co-Trainer Harald Wiesinger hervor, der zuvor bereits 45 Minuten in der 1b gespielt hatte und in der 24. Minute auch noch in der Kampfmannschaft einspringen musste. "Da kann man sagen, der hat 110 Minuten Fußball gespielt. Da ziehe ich wirklich den Hut", meinte Kellermayr.

Moral und Siegeswille geben den Ausschlag

Inhaltlich blieb die Partie für den Herzogsdorf-Coach eine typische Unterhausbegegnung, in der weniger die spielerische Linie als vielmehr Haltung und Einsatz entschieden. "Wichtig ist, dass man solche Partien ernst nimmt, konzentriert ist und das Spiel gewinnen will", sagte Kellermayr. Genau darin sah er die größte Stärke seiner Mannschaft. "Die größte Stärke war sicher die Moral, der Kampfgeist und trotzdem auch der Siegeswille." Der Trainer betonte, dass seine Elf zuletzt genau diese Seite immer wieder gezeigt habe. Wenn ein Spiel nicht renne, man viel laufen und viel verteidigen müsse, werde es irgendwann mühsam. Umso mehr zähle dann, dass alle füreinander arbeiten. Kellermayr sprach davon, dass seine Mannschaft "beißt, kratzt und kämpft" und sich damit derzeit auch in engen Spielen belohnt.

Neun Punkte und ein klarer Auftrag für die nächsten Wochen

Dass die Union Herzogsdorf/Neußerling nach drei Runden mit dem Maximum von neun Punkten dasteht, wollte Kellermayr nicht größer machen als nötig, ganz kleinreden aber auch nicht. "Zurzeit haben wir einfach das Quäntchen Glück", sagte er und verwies darauf, dass seine Mannschaft schon in den beiden Spielen davor spät zugeschlagen hatte. Diesmal fiel der entscheidende Treffer eben noch vor der Pause. Den Gegner sah er dabei keineswegs klar unterlegen. Für ihn war es "wirklich eine Unentschieden-Partie", in der keiner klar besser gewesen sei. Der UFC Aigen-Schlägl wirkte aus seiner Sicht wegen des Fehlstarts mit null Punkten etwas verunsicherter, während Herzogsdorf mit breiter Brust anreiste. Auch mit der Leistung von Schiedsrichter Schuster war Kellermayr einverstanden: "Er hat das souverän gepfiffen und das Spiel gut im Griff gehabt." Für die nächsten Wochen gab der Trainer die Richtung ohnehin einfach vor: "Wir müssen so weitermachen und jeden Punkt mitnehmen." Nach drei Siegen aus drei Spielen ist klar, warum diese Botschaft bei den Gästen derzeit ankommt.

2. Klasse Nord-West: Union Aigen-Schlägl : Herzogsdorf/N. - 0:1 (0:1)

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    Julian Durstberger 0:1