In der 2. Klasse Nord-West hat die SU Herzogsdorf-Neußerling beim SK Kleinzell trotz einer 2:0-Führung nach 13 Minuten noch mit 2:3 verloren. Trainer Michael Mahringer sah einen klaren Bruch im Spiel seiner Elf: Herzogsdorf-Neußerling sei stark gestartet, habe danach aber deutlich nachgelassen. Vor allem fehlende Fitness, Probleme im Spielaufbau und zu wenige gewonnene Zweikämpfe ließen die Partie laut Mahringer am Ende kippen.

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Die Gäste erwischten genau den Beginn, den man sich als Auswärtsteam wünscht. Manuel Troll brachte Herzogsdorf-Neußerling in der 9. Minute mit 1:0 in Front, nur vier Minuten später legte Jan Kneidinger das 2:0 nach. Beide Treffer fielen nach Eckbällen, und gerade das zweite Tor gefiel Mahringer. "Das 2:0 war schön, weil es ein kurz abgespielter Eckball war. Da haben die Spieler clever reagiert", sagte der Trainer. In dieser Phase hatte seine Mannschaft die Partie im Griff. "Nach zwölf, 13 Minuten waren wir 2:0 vorne und hatten das Spiel gut unter Kontrolle. Aber nach 20, 25 Minuten war es leider vorbei", so Mahringer. Kleinzell bekam mehr Ballbesitz und verkürzte in der 38. Minute durch Janis Würzl nach einem nicht geklärten Eckball auf 1:2.
Mit dem Anschlusstreffer war die Partie aus Sicht der Gäste endgültig offen, und nach Seitenwechsel ging es in dieselbe Richtung weiter. Janis Würzl traf in der 52. Minute zum 2:2, ein Treffer, der Mahringer besonders ärgerte. "Wenn man einen Moment herausnehmen will, dann war es wahrscheinlich der Abwehrfehler vor dem 2:2. Der hat uns sehr wehgetan", meinte er. Elf Minuten später drehte Felix Schürz das Spiel endgültig. Auch hier fand der Trainer klare Worte und gestand Kleinzell Qualität zu. "Das 3:2 haben sie sehr gut gespielt. Das war ein guter Konter mit einem schönen diagonalen Wechselpass", sagte Mahringer.
Die Gründe für die Niederlage suchte Mahringer weniger in einem einzelnen Moment als in einer längeren Phase, in der seine Elf nicht mehr an den starken Start anschließen konnte. "Wir sind zurzeit nicht so fit, wie es sein sollte. Die Mannschaft kann leider nicht über 90 Minuten ihr Spiel durchziehen", sagte er. Genau das habe man nach gut 20 Minuten gesehen, als Kleinzell immer mehr Oberwasser bekam. Dazu kam aus seiner Sicht ein weiterer Punkt, der die Gäste zusätzlich belastete. "Der Ball war leider oft sehr schnell wieder beim Gegner", erklärte der Trainer den misslungenen Spielaufbau. Was in der Vorwoche gegen Reichenau noch besser funktioniert habe, sei diesmal deutlich schwerer gefallen.
Am Ende machte Mahringer den Unterschied auch an den Zweikämpfen fest. "Über 90 Minuten hat Kleinzell mehr Zweikämpfe gewonnen als wir", sagte er und brachte die Niederlage damit auf einen einfachen Nenner. Aus seiner Sicht gab es zwar zwei Situationen, über die man diskutieren könne: Gleich zu Beginn sah ein Kleinzeller Innenverteidiger nur Gelb in einer Szene, die der Trainer als mögliche Torraub-Situation bewertete, später reklamierte Herzogsdorf-Neußerling noch einen denkbaren Elfmeter. Trotzdem fiel sein Urteil über den Unparteiischen insgesamt ordentlich aus. "Ansonsten war er ein sehr souveräner Spielleiter", sagte Mahringer. Für die Gäste bleibt nach dem 2:3 vor allem die klare Erkenntnis, dass ein starker Auftakt in dieser Liga nicht reicht, wenn das Niveau nicht über 90 Minuten gehalten werden kann. In der Tabelle bleibt Kleinzell damit mit 15 Punkten vor Herzogsdorf-Neußerling, das nach Runde acht bei 13 Zählern hält.