In der 2. Klasse Nord-West hat die SV Urfahr 1912 gegen die Union Feldkirchen/Donau 4:4 gespielt. Für Feldkirchen fühlte sich der Punkt nach diesem wilden Samstagnachmittag eher wie zwei verlorene Zähler an. Neo-Trainer Stefan Schmidt sprach von zu vielen einfachen Fehlern, die den Gegner stark gemacht hätten, und von einer Mannschaft, die trotz vier eigener Treffer zu schlampig und vor dem Tor nicht konsequent genug gewesen sei.

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Der Spielverlauf hatte es in sich, und genau deshalb blieb bei Schmidt vor allem das Gefühl hängen, dass für seine Mannschaft mehr drin gewesen wäre. Urfahr erwischte mit dem frühen 1:0 durch Benjamin Sakdikun in der 3. Minute den besseren Start, doch Feldkirchen arbeitete sich in die Partie hinein und drehte sie noch vor der Pause. Tobias Weinzierl stellte in der 35. Minute auf 1:1, kurz vor dem Seitenwechsel legte Nico Hirsch das 1:2 nach. Dass die Gäste zur Halbzeit vorne lagen, passte aus ihrer Sicht zum Eindruck, den Schmidt später schilderte: Feldkirchen habe das Spiel phasenweise kontrolliert und sei als Favorit auch entsprechend aufgetreten. Nach dem Wechsel wurde es dann aber immer unruhiger. Paul Baumgartner traf direkt nach Wiederbeginn zum 2:2, Benjamin Sakdikun brachte Urfahr mit seinem zweiten Tor wieder 3:2 in Front, ehe Moritz Rechberger zum 3:3 ausglich. Als Sakdikun in der 72. Minute auch noch das 4:3 für die Gastgeber machte, schien das Pendel wieder auf die andere Seite zu kippen. Feldkirchen kam aber noch einmal zurück und rettete durch Killian Lackinger in der 83. Minute zumindest das 4:4. Schmidt sagte dazu: "Näher am Sieg war für mich Feldkirchen. In den letzten zehn Minuten waren wir am Drücker."
Der Trainer der Gäste sprach nach dem Schlusspfiff sehr offen über die Gründe, warum aus seiner Sicht nicht mehr als ein Punkt heraussprang. "Insgesamt war die individuelle Leistung vieler Spieler nicht zufriedenstellend", sagte Schmidt und legte gleich nach: "Zu viele Unsicherheiten und Fehler haben den Gegner ins Spiel gebracht." Besonders in der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft wieder Muster gezeigt, die sie eigentlich abstellen wolle. Schmidt nannte ungenaue Pässe, technische Unsauberkeiten, falsche Entscheidungen und ein Zweikampfverhalten, das ihm nicht konsequent genug war. Sehr prägnant formulierte er es mit einem Satz, der über diesem Spiel aus Feldkirchner Sicht fast stehen könnte: "Wir haben sieben Tore geschossen, drei davon für den Gegner." Gemeint war damit, dass Feldkirchen den Urfahrern nach seiner Einschätzung viel zu viel selbst anbot. Einen besonderen Knackpunkt sah er im Ausgleich zum 2:2, bei dem er von einem direkten Eckballtor sprach. Auch beim nächsten Gegentor ärgerte ihn vor allem die eigene Nachlässigkeit. "Wir machen es dem Gegner durch ungenaue Pässe, wenig Kommunikation, technische Unsauberkeiten und falsche Entscheidungen viel zu leicht", sagte Schmidt. Zwar sprach er auch von einer aus seiner Sicht schwierigen Schiedsrichterleistung, schob aber sofort hinterher: "Dennoch müssen wir uns in erster Linie auf unsere eigene Leistung konzentrieren."
Neben den Fehlern im eigenen Spielaufbau störte Schmidt vor allem, dass seine Mannschaft gute Situationen nicht sauber fertig spielte. "Die notwendige Konsequenz vorm Tor" habe gefehlt, sagte der neue Coach. Er erinnerte an einen Kopfball aus kurzer Distanz, der direkt in den Händen des Tormanns landete, und an eine weitere Szene, in der aus aussichtsreicher Position nicht abgeschlossen, sondern noch einmal der Pass gesucht wurde. Gerade weil die Union Feldkirchen viermal traf und dreimal einen Rückstand aufholte, fällt diese Kritik besonders deutlich aus. Schmidt wollte den Punkt deshalb auch nicht schönreden, obwohl er der Mentalität seiner Mannschaft durchaus etwas abgewinnen konnte. "Der Punkt ist am Ende wichtig, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass unsere Leistung nicht gut genug war", sagte er. Immerhin hält Feldkirchen nach neun Runden mit dem Punkt bei 20 Zählern weiter Kontakt zur Spitze. Schmidt weiß aber auch, dass im Rennen mit Sarleinsbach und Ottensheim kaum Platz für weitere Ausrutscher bleibt. Sein Schlusswort war entsprechend klar: "Fußballspiele gewinnt man nicht allein durch individuelle Qualität oder Einsatz. Man muss die einfachen Dinge konsequent und sauber erledigen. Genau daran müssen wir arbeiten."