In der 2. Klasse Nord-West hat die Union Eidenberg/Geng gegen die SU Herzogsdorf-Neußerling mit 0:1 verloren. Für Neo-Trainer Michael Mahringer, der erst seit wenigen Wochen im Amt ist, war der Auswärtssieg vor allem deshalb verdient, weil seine Mannschaft von Beginn an präsent war, mehr Zweikämpfe gewann und das Spiel schon in der ersten Halbzeit mehr und mehr auf ihre Seite zog. Entscheidend waren der Freistoßtreffer von Jan Kozjak-Lesicki und eine starke Rettungstat in der Nachspielzeit.

Foto von Michael Wright auf Unsplash
Herzogsdorf kam laut Mahringer sehr gut in die Partie und war von Anfang an da. „Wir waren von Beginn an sehr präsent im Spiel, haben mehr Zweikämpfe gewonnen und vor allem waren wir mit dem Ball ganz gut“, sagte der Trainer nach dem 1:0 in Eidenberg. Seine Mannschaft habe sehr sauber von hinten herausgespielt und in der ersten Halbzeit das aktivere Bild abgegeben. Mahringer sprach auch von einem disziplinierten Auftritt gegen den Ball und davon, dass seine Elf das Spiel spätestens ab der Mitte der ersten Hälfte spürbar an sich gezogen habe. In diese Phase fiel dann auch das entscheidende Tor: In der 21. Minute verwandelte Jan Kozjak Lesicki einen direkten Freistoß zum 1:0. Für Mahringer war das nicht nur der Treffer des Tages, sondern auch die passende Belohnung für eine Halbzeit, in der seine Mannschaft über weite Strecken die klarere Linie hatte. „Wir waren aus meiner Sicht verdient 1:0 vorne nach der ersten Halbzeit“, stellte er fest und verwies auch darauf, dass vor der Pause noch die eine oder andere Halbchance da gewesen wäre.
Dass es am Ende bei diesem knappen Vorsprung blieb, hatte für den Herzogsdorf-Coach zwei Seiten. Einerseits gefiel ihm die Defensivarbeit seiner Mannschaft ausgesprochen gut. „Defensiv sehr diszipliniert. Die Arbeit gegen den Ball war sehr ordentlich“, fasste Mahringer zusammen. Vor allem aus dem Spiel heraus ließ sein Team nach seiner Einschätzung kaum Torchancen zu. Eidenberg agierte aus seiner Sicht oft mit weiten Bällen, doch gerade diese Situationen habe man gut verteidigt. „Wir waren sehr geschlossen als Mannschaft, haben uns gegenseitig unterstützt und gepusht“, sagte Mahringer, der sogar von einer der besten Saisonleistungen sprach. Andererseits sah er trotz des Sieges auch klar, warum die Partie bis zum Ende offen blieb. Nach der Pause boten sich den Gästen bei Kontern gute Möglichkeiten, um das Spiel früher zu entscheiden. Genau dort erkannte er den größten Verbesserungsbedarf. „Wir hätten das Spiel schon früher entscheiden können. Da haben wir gute Möglichkeiten nicht verwertet“, meinte Mahringer. Für ihn ist damit auch klar, woran in den kommenden Wochen weiter gearbeitet werden muss: „Wenn wir noch ein bissel konsequenter im Torabschluss sind, würden wir uns leichter tun.“
Ganz ohne brenzlige Momente kam der Auswärtssieg aber nicht über die Bühne. Mahringer hatte den Gegner insgesamt sogar stärker erwartet und war vor allem überrascht, dass Eidenberg in der ersten Halbzeit so viel mit hohen Bällen agierte und so wenig von hinten heraus spielte. Trotzdem betonte er, dass die Gastgeber bei Standards immer gefährlich geblieben seien. Ein Freistoß ans Aluminium zeigte aus seiner Sicht, dass in diesen Situationen höchste Aufmerksamkeit nötig war. Die entscheidende Szene nach dem Freistoßtor spielte sich dann aber ganz am Ende ab. In der Nachspielzeit lief nach einem Fehler in der Innenverteidigung ein Eidenberger Stürmer alleine auf den Tormann der Gäste zu, doch der Keeper hielt den Ball und damit auch den Sieg fest. Mahringer hob diese Aktion ausdrücklich hervor. „Das war sicher sehr entscheidend“, sagte er über die Rettungstat seines Schlussmanns, der laut Trainer im Sommer eigentlich schon aufgehört hatte und nun aushilft. So blieb es bei einem Erfolg, der knapp war, aus Sicht des Trainers aber auf einer sehr stabilen Leistung beruhte.
Auch rund um die umstrittenen Szenen blieb Mahringer nach dem Spiel sachlich. Eine Elfmeter-Reklamation von Eidenberg habe es zwar gegeben, im Nachgang sei aber auch in den Gesprächen mit dem Gegner klar geworden, dass der nicht gepfiffen wurde. Darüber hinaus sprach der neue Trainer eher von kleineren Entscheidungen, die nicht immer zugunsten seiner Mannschaft ausgefallen seien. Insgesamt bescheinigte er Schiedsrichter Obermoser jedoch eine „sehr solide Leistung“ und lobte die unaufgeregte Linie, die dem Spiel gutgetan habe. Für die Union Herzogsdorf/Neußerling ist dieser Auswärtssieg jedenfalls mehr als nur ein knappes 1:0. Nach zehn Runden hält die Mannschaft nun bei 16 Punkten und liegt damit vor der Union Eidenberg/Geng, das bei 15 Zählern stehen bleibt. Vor allem aber nimmt Mahringer aus dem Sonntagnachmittag mit, dass seine Elf als Kollektiv funktioniert hat. Die Botschaft des Trainers war nach Schlusspfiff eindeutig: Hinten ließ man wenig zu, in den entscheidenden Phasen war man präsenter – und genau damit hat sich Herzogsdorf die drei Punkte in Eidenberg geholt.