Spielberichte

„Nach vorne zu wenig Durchschlagskraft“ – warum Union Herzogsdorf/Neußerling in Kirchberg/Donau leer ausging

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Kirchberg/Donau
SU Herzogsdorf/N.

In der 2. Klasse Nord-West setzte sich die TSU Kirchberg/Donau am Samstagnachmittag mit 2:0 gegen die SU Herzogsdorf-Neußerling durch. Für Neo-Trainer Michael Mahringer lag der Grund für die Niederlage nicht nur im Rückstand selbst, sondern vor allem in der eigenen Leistung. Sein Team sei zwar engagiert gewesen, habe aber als Mannschaft nicht das Niveau erreicht, das es für Zählbares gebraucht hätte.

Trainingsball in Weiß, Blau und Orange. Im Hintergrund trainieren Spieler bei Flutlicht

Image by Jörg Struwe from Pixabay

Frühe Möglichkeiten blieben ungenutzt, Rabeder brachte Kirchberg voran

Michael Mahringer machte nach dem Spiel keinen großen Bogen um die eigene Vorstellung. „Aus meiner Sicht ist das Spiel nicht ganz nach Wunsch gelaufen. Wir waren zwar engagiert, aber haben nicht unsere beste Leistung als Mannschaft abrufen können“, sagte der Herzogsdorf-Coach. Genau das zeigte sich aus seiner Sicht schon in der ersten Phase der Partie. Die Gäste hatten laut Mahringer zu Beginn zwei wirklich gute Torchancen und hätten da auch in Führung gehen können. „Dann hätte das Spiel ein bisschen anders ausgeschaut“, meinte er. Stattdessen ging Kirchberg in der 15. Minute in Führung. Emilian Rabeder traf zum 1:0, und auch diese Szene blieb dem Trainer in klarer Erinnerung. „Das 1:0 war leider schlecht verteidigt von uns. Der Spieler von Kirchberg hat mit seiner Schnelligkeit zwei Spieler von uns überrannt und dann mit langem Eck abgeschlossen. Das hat er gut gemacht“, so Mahringer. Bis zur Pause blieb es beim 1:0, große Aufreger gab es laut dem Herzogsdorf-Trainer dazwischen kaum.


Gute Phase nach der Pause – und dann Freistoß zum 2:0

Gerade deshalb ärgerte Mahringer vor allem, dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel durchaus noch einmal Zugriff auf das Spiel bekam. „Wir haben eine sehr gute Phase Anfang der zweiten Halbzeit gehabt. Da haben wir das Spiel eigentlich an uns reißen können“, erklärte er. In diesen Minuten sei der Spielaufbau ordentlich gewesen, die Mannschaft kompakter aufgetreten und habe auch mehr Druck auf die ballführenden Gegenspieler ausüben können. Es war jene Phase, in der Herzogsdorf spürbar näher an der Partie war, ohne sich dafür zu belohnen. Der zweite Treffer fiel dann in der 67. Minute und passte aus Sicht des Trainers genau ins Bild dieses Nachmittags. Nico Drexler erhöhte per Freistoß auf 2:0. „Dem 2:0 ist ein sinnloses Foul von unserer Seite vorangegangen, und den Freistoß hat der Spieler gut versenkt und ins Kreuzeck geschossen“, sagte Mahringer. Weil Herzogsdorf die Partie eher aus einer defensiveren Herangehensweise mit schnellen Gegenstößen und Umschaltmomenten anlegen wollte, wurde es nach dem Rückstand und spätestens nach dem 0:2 noch schwerer. Ganz am Ende kam zwar in der Nachspielzeit noch ein guter Angriff zustande, doch der Abschluss landete an der Stange.

Zu wenig Biss, zu umständlich im letzten Drittel

Den eigentlichen Knackpunkt sah Mahringer allerdings weniger in einzelnen Szenen als in dem, was seiner Mannschaft über 90 Minuten gefehlt hat. „Der Knackpunkt war, dass wir nach vorne zu wenig Durchschlagskraft gehabt haben“, sagte er deutlich. Das hing für ihn mit mehreren Dingen zusammen. Zum einen sei nicht bei allen Spielern jener Biss und jene Aggressivität da gewesen, die es braucht, um die wichtigen Zweikämpfe zu gewinnen. „Manchen Spielern hat das einfach gefehlt. Das war nicht ihr bester Tag und sie haben nicht richtig reingefunden“, erklärte der Trainer. Zum anderen war auch das Kombinationsspiel nicht auf jenem Niveau, das er sich erwartet hatte. Vor allem im letzten Drittel machte es sich Herzogsdorf nach seiner Einschätzung selbst zu schwer. „Wir waren vorne zu umständlich. Wir wollten immer den schönen Schnittstellenpass spielen, anstatt die einfachen Dinge zu machen“, sagte Mahringer. Dazu kamen Fehlpässe in Zonen, in denen sie Kirchberg in die Karten spielten. Der Gastgeber gewann laut dem Gäste-Coach vor allem in der ersten Halbzeit mehr Zweikämpfe und kam dadurch auch zu mehr Ballbesitz.

Kirchberg nutzte die Fehler, Herzogsdorf nimmt Arbeit mit

Interessant war bei Mahringers Analyse auch, dass er die TSU Kirchberg gar nicht an einer Fülle von Chancen maß. „Ansonsten haben wir kaum nennenswerte große Torchancen vom Gegner zugelassen“, sagte er. Gerade deshalb wog für ihn umso schwerer, dass die eigene Mannschaft dem Gegner durch die tiefere Ausrichtung und das zunächst zurückhaltende Anlaufen zu viel Ruhe gab. „Vielleicht wäre es im Nachhinein besser gewesen, wenn wir schon früher etwas höher angelaufen wären. So hat der Gegner Selbstbewusstsein und Ruhe ins Spiel bekommen“, meinte der neue Trainer. Auch mit dem Unparteiischen war er ausdrücklich einverstanden: „Das war eine sehr gute Leistung von Schiedsrichter Hartinger. Da bin ich sehr zufrieden.“ In der Tabelle liegt Kirchberg nach elf Runden mit 18 Punkten auf Rang fünf, die Union Herzogsdorf/Neußerling hält bei 16 Zählern auf Platz sieben. Für Mahringer bleibt nach dem 0:2 vor allem eine Erkenntnis hängen, die er selbst klar formulierte: „Dinge, die wir uns immer vornehmen, haben phasenweise schon geklappt, aber eben leider nicht über das ganze Spiel.“ Genau dort wird Herzogsdorf ansetzen müssen.

2. Klasse Nord-West: Kirchberg/D. : Herzogsdorf/N. - 2:0 (1:0)

  • 67
    Nico Drexler 2:0
  • 15
    Emilian Rabeder 1:0