2. Klasse Ost

ASV Bewegung Steyr: Überraschender Trainerwechsel soll Aufstiegsambitionen nicht bremsen

Der ASV Mayr Bau Bewegung Steyr hat sich im Herbst in der 2. Klasse Ost eindrucksvoll im Spitzenfeld etabliert. Mit 24 Punkten liegt die Mannschaft auf Rang vier – nur zwei Zähler hinter Platz zwei. Da zwei 1b-Teams vor den Steyrern rangieren und nicht aufstiegsberechtigt sind, ist das Team von der Ennsleite voll im Rennen um den Aufstieg. Vor allem offensiv wusste der ASV zu überzeugen: Mit 31 Treffern stellt man die beste Offensive der Liga. Maßgeblichen Anteil daran hat Anes Kaltak, der mit elf Toren als bester Torschütze herausragt.

 

Trainerwechsel mit Signalwirkung

Im Winter kam es zu einer Veränderung auf der Trainerbank. Haris Crncalo legte sein Amt nieder, als Nachfolger übernahm mit Mirsad Sulejmanovic der bisherige Co-Trainer. Für Obmann Günther Vollenhofer war dieser Schritt zwar überraschend, gleichzeitig aber auch eine Chance. „Ich habe mir viel von Mirsad erwartet, und das hat sich bestätigt. Man merkt, dass er Profi war, dass er eine klare Einstellung hat und das sehr ernst nimmt“, so Vollenhofer. Gerade im Hinblick auf die Trainings- und Spielkultur im Team erhofft man sich dadurch neue Impulse.

Durchwachsene Vorbereitung – wenig Aussagekraft

Die Vorbereitung verlief aus sportlicher Sicht wechselhaft. Deutliche Niederlagen wie das 1:7 gegen die SPG Niederneukirchen/St. Florian Juniors standen ebenso auf dem Programm wie torreiche Unentschieden und Siege. Insgesamt blieb der Eindruck jedoch durchwachsen. Allerdings relativiert man im Verein die Aussagekraft der Testspiele. „Du hast in der Vorbereitung nie die ganze Mannschaft zur Verfügung. Wir haben teilweise mit U16-Spielern gespielt, die das aber gut gemacht haben“, erklärt Vollenhofer. Leichte Verletzungen gab es zwar, größere Ausfälle blieben jedoch aus. Einige Spieler haben den Verein aus persönlichen Gründen verlassen, ohne dass es offizielle Transfers gab – ein Umstand, der den Kader etwas schmälert.

Aufstieg bleibt Ziel – aber kein Selbstläufer

Trotz der guten Ausgangsposition bleibt man im Verein realistisch. Der Aufstieg ist zwar weiterhin ein Ziel, wird aber keinesfalls als Selbstverständlichkeit gesehen. „Es war und ist unser erklärtes Ziel, aber es wird sehr schwer. In unserer Liga kann jeder jeden schlagen“, betont Vollenhofer. Gerade die Unberechenbarkeit der Liga mache eine klare Prognose schwierig. Auffällig ist zudem ein Thema, das viele Vereine im Unterhaus beschäftigt: die Einstellung mancher Spieler, wie man auch an den Karriereenden einiger Spieler von Bewegung gesehen hat. „Ich habe das Gefühl, dass sich im Unterhausfußball einiges verändert hat. Für viele ist die Ernsthaftigkeit nicht mehr überall so gegeben wie früher“, merkt der Obmann kritisch an.

Schlüsselspiele gleich zum Auftakt

Der Start in die Rückrunde könnte richtungsweisend sein. Mit Tabellenführer Maria Neustift wartet gleich zum Auftakt ein echter Gradmesser. Danach geht es auswärts gegen die Micheldorf Juniors. „Da wird man gleich sehen, wo wir stehen. Gegen den Tabellenführer wird es ein intensives Spiel. Aber ehrlich gesagt: Wir wissen selbst noch nicht genau, wo wir stehen“, gibt sich Vollenhofer vorsichtig. Gerade auswärts wird es darauf ankommen, die eigenen Ambitionen zu untermauern. „Wenn man vorne mitspielen will, sollte man solche Spiele gewinnen“, weiß auch der Obmann. Trotz eines eher kleinen Kaders bleibt die Marschrichtung klar: Der ASV Bewegung Steyr will seine starke Offensive auch im Frühjahr ausspielen – und im engen Rennen um den Aufstieg ein gewichtiges Wort mitreden.