Nach dem letzten Platz in der Vorsaison war beim SV Reichraming aus der 2. Klasse Ost klar: Es muss sich etwas ändern. Zur Winterpause lässt sich festhalten – es hat sich etwas verändert. Mit 12 Punkten steht die Mannschaft von Trainer Reinhard Sailer auf Rang 11 und hat bereits jetzt mehr Zähler gesammelt als in der gesamten vergangenen Saison.
Sektionsleiter Christoph Schnelzer zieht eine entsprechend positive Zwischenbilanz: „Ich bin generell sehr zufrieden mit der aktuellen Situation. Die Trainingsbeteiligung und der Einsatz der Burschen haben sich deutlich verbessert.“ Ein zentraler Unterschied zum Vorjahr liegt im Trainingsalltag. „Wir hatten im Herbst fast immer zwischen 15 und 20 Leute im Training. Das hat sich enorm verbessert“, so Schnelzer. Diese Konstanz habe man auch auf dem Platz gesehen. Bis auf drei Partien – unter anderem gegen Losenstein, Bewegung Steyr und St. Ulrich Juniors – sei man in nahezu allen Spielen konkurrenzfähig gewesen. „Die meisten Spiele haben wir spannend gehalten. Hier und da wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen.“ Sehr wichtig war auch der Sieg gegen Weyer zum Abschluss, der Reichraming in der Tabelle noch etwas Luft verschaffte.
Mit Michael Hohlrieder stellt Reichraming einen verlässlichen Torschützen, der bereits acht Treffer erzielte. Offensiv sei man grundsätzlich in der Lage, Akzente zu setzen. Das Problem liegt eher auf der anderen Seite: 37 Gegentore sind Ligahöchstwert. „Das ist sicher eine Baustelle, an der wir arbeiten müssen“, räumt Schnelzer ein. Zwar habe man sich in manchen Bereichen stabilisiert, doch noch immer gebe es Phasen, in denen man zu leicht Treffer kassiere. „Je weniger Gegentore wir bekommen, desto besser wird es für uns laufen“, sagt er nüchtern. Gerade gegen direkte Konkurrenten müsse man defensiv kompakter auftreten.
Die Zielsetzung für die Rückrunde ist klar formuliert: „Wenn möglich, wollen wir einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.“ Der Abstand nach vorne ist überschaubar, gleichzeitig darf man den Blick nach hinten nicht verlieren. Die ersten beiden Partien im Frühjahr – gegen direkte Konkurrenten wie Steinhaus und Großraming – werden richtungsweisend. „Da wollen wir gut starten und die Mannschaften vor uns unter Druck setzen.“
Auch in der Vorbereitung bestätigt sich der positive Trend. Die Trainingsbeteiligung bleibt hoch, zuletzt absolvierte das Team ein Trainingslager in Ungarn. „Das hat wirklich gut gepasst“, berichtet Schnelzer. Zwar seien die Bedingungen wetterbedingt nicht immer ideal gewesen, doch der Teamzusammenhalt und die Intensität hätten gestimmt. Im ersten Testspiel gelang ein 2:1-Erfolg gegen Ernsthofen. „Das erste Spiel ist immer ein bisschen zerfahren“, ordnet Schnelzer ein. Entscheidender seien die Inhalte und die Weiterentwicklung in den kommenden Wochen.
Personell gab es im Winter keine Veränderungen. Ein wichtiger Spieler, Hannes Steindler, kehrt nach Verletzung zurück und soll zusätzliche Stabilität bringen. Zwei weitere Akteure befinden sich noch im Aufbauprozess. „Der Kader ist im Vergleich zum Vorjahr breiter und ausgeglichener geworden. Wir können Ausfälle besser kompensieren“, sagt Schnelzer. Das sei ein entscheidender Fortschritt.