Nach Rang sieben in der Vorsaison ist die Sportunion Wolfern im Herbst in der 2. Klasse Ost auf Platz zehn gelandet. 13 Punkte stehen zur Halbzeit zu Buche – eine durchwachsene Ausbeute, die jedoch differenziert betrachtet werden muss. Trainer Michael Schranz sieht in der Hinrunde weniger ein Tabellenproblem als vielmehr einen notwendigen Reifeprozess.
„Die ersten vier, fünf Runden haben wir ein bisschen gebraucht, bis wir reingekommen sind“, bilanziert Schranz offen. Der Sommer brachte einen größeren personellen Umbruch mit sich – gleich sechs Spieler verließen den Verein. Die jungen Akteure mussten Verantwortung übernehmen, fanden aber erst nach und nach in die neue Rolle. „Sie haben erst einmal reinfinden müssen“, erklärt der Coach. Gerade zu Beginn fehlte es an Abstimmung und Stabilität, was sich auch in einzelnen klaren Niederlagen widerspiegelte. Danach zeigte die Kurve jedoch nach oben. Es folgten engere Spiele, mehr Struktur und mehrere überzeugende Auftritte. Top-Torschütze Jan Glück mit sechs Treffern war dabei einer der verlässlichen Fixpunkte.
Mit 21 geschossenen beziehungsweise 22 Gegentoren – im Ligavergleich ein solider Wert – blieb Wolfern defensiv weitgehend stabil. Große Ausreißer nach oben oder unten gab es kaum. Die größere Herausforderung war die Konstanz über mehrere Spiele hinweg. Schranz ordnet es nüchtern ein: Es gab „ein Auf und Ab, aber eher mehr positive Spiele dann“. Entscheidend sei nun, die Entwicklung fortzusetzen.
Im Winter reagierte der Verein gezielt. Mit Martin Halasz (Sportunion Hofkirchen/Trkr.) kommt ein junger, aber bereits routinierter Innenverteidiger. „Der tut uns sicher gut“, ist Schranz überzeugt. In Training und Testspielen habe er sich bereits „sehr abgebrüht“ präsentiert. Zusätzlich verstärkt Luca Botas den Angriff. Der Stürmer kommt leihweise aus Dietach, wo er trotz Regionalliga-Umfeld zu wenig Spielpraxis erhielt. „Er wird uns sicher weiterhelfen“, so Schranz. Gerade in engen Partien erhofft man sich von ihm zusätzliche Durchschlagskraft.
Die bisherigen Testspiele verliefen durchwegs gut: 6:0 gegen ATSV Stadl-Paura und ein 3:0 gegen Ernsthofen stehen zu Buche. Natürlich sind Vorbereitungsergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Dennoch erkennt der Trainer Fortschritte: „Man hat schon gesehen, was wir vorhaben im Frühjahr.“ Tempo, Struktur und Umsetzung hätten gepasst. Auffällig: Auch Spieler aus der U15 und U16 bekamen Einsatzminuten – ein deutliches Zeichen für die langfristige Ausrichtung des Vereins.
Mit Blick auf die Tabelle bleibt Schranz realistisch. Der Abstand nach vorne ist überschaubar, nach hinten ebenso. Doch das Hauptaugenmerk liegt nicht ausschließlich auf Platzierungen. „Es geht uns hauptsächlich um die Entwicklung“, betont er. Die jungen Spieler sollen wachsen, Verantwortung übernehmen und Schritt für Schritt Stabilität in ihr Spiel bringen. Die beiden Winter-Neuzugänge sollen dabei helfen, das Fundament breiter und belastbarer zu machen.
Seit 20. Jänner befindet sich Wolfern wieder im Mannschaftstraining. Am 25. Februar geht es ins Trainingslager nach Ungarn. Neben intensiven Einheiten soll dort weiter an der Spielidee gearbeitet werden.