Beim SC Ernsthofen ist der Blick in der 2. Klasse Ost schon klar nach vorne gerichtet. Trainer Tomislav Proleta zieht nach einer Rückrunde mit 23 Punkten ein positives Fazit, spricht aber bewusst nicht von einem Abschluss, sondern von einer Basis. Die Mannschaft habe sich nach einem schwierigen Herbst gefangen, sei enger zusammengerückt und soll diesen Weg nun auch in der Sommervorbereitung weitergehen.

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Proleta blickt auf die vergangenen Monate mit einer klaren Linie zurück. Für ihn war das letzte halbe Jahr vor allem dazu da, die Mannschaft auf die neue Saison vorzubereiten und nach einem schwierigen Herbst wieder in die richtige Spur zu bringen. „Wir wollten das letzte halbe Jahr als Vorbereitung für die neue Saison nutzen“, sagt der Trainer. Gleichzeitig ging es ihm darum, die vielen jungen Spieler Schritt für Schritt in die Kampfmannschaft einzubauen, obwohl einige von ihnen zusätzlich noch in der U16-Meisterschaft gefordert waren. Genau dieser Spagat war für ihn ein wesentlicher Punkt. „Wir wollten den Jungs den Spaß und die Freude am Fußball wieder zurückgeben“, sagt Proleta. Dass daraus am Ende nicht nur ein besseres Gefühl, sondern auch ordentliche Resultate wurden, sieht er als Bestätigung. Ernsthofen sammelte in diesem Zeitraum 23 Punkte und beendete die Rückrunde auf dem fünften Platz. Auch der Schlussspurt zeigte, dass die Mannschaft zuletzt regelmäßig anschreiben konnte: Gegen Pabneukirchen gewann Ernsthofen 3:2, bei ASKÖ Schwertberg 1b 1:0 und gegen die SPG NNK/St. Florian Juniors 5:4. Dazu kamen Niederlagen gegen SC Kronstorf und zum Abschluss bei der SPG St. Georgen/Langenstein.
Im Kader gibt es im Sommer dennoch einige Veränderungen, und gerade die Abgänge betreffen durchaus markante Figuren. Stürmer Benjamin Boros verlässt den Verein aus beruflichen und familiären Gründen. Besonders ins Gewicht fällt aus sportlicher Sicht auch das Karriereende von Kevin Kühhas, den Proleta selbst als „Mittelfeldmotor“ und zentrale Stütze beschreibt. Dazu kehren die beiden Leihspieler Ernst Stiebitzhofer und Fabian Mayer nicht nach Ernsthofen zurück. Auf der Zugangsseite war vor allem auf der Torhüterposition Handlungsbedarf da, nachdem sich Paul Furtner in der Rückrunde das Kreuzband gerissen hatte. Mit einem Rückkehrer bekommt Ernsthofen auf dieser Position zusätzliche Optionen, dazu sieht Proleta auch Daniel Kainrath in einer sehr guten Verfassung. „Wir haben jetzt eine super Konstellation mit drei sehr motivierten Torhütern, die sich gegenseitig alles abverlangen und um die Nummer Eins kämpfen werden“, sagt der Trainer über die Situation im Tor. Offensiv soll Savo Jovanovic neue Möglichkeiten bringen, zudem kommt mit Thomas Farthofer ein Rückkehrer, von dem sich Proleta viel Qualität und Erfahrung verspricht. Auch im Trainerteam gab es eine Veränderung, weil sein bisheriger Co-Trainer beziehungsweise Reservetrainer aus privaten Gründen kürzertritt. Am Cheftrainerposten selbst bleibt alles beim Alten.
Dass bei aller positiven Entwicklung nicht alles reibungslos verlaufen ist, zeigt der Blick auf die Verletztenliste. Mit Paul Furtner und Raphael Fellermayr haben sich in der Rückrunde zwei Spieler das Kreuzband gerissen. Proleta sagt bei beiden, dass die Reha bisher planmäßig verlaufe. Bei Furtner sei die Operation bereits erfolgt, nun gehe es darum, ihn Schritt für Schritt wieder an hundert Prozent heranzuführen. Auch bei Fellermayr spricht der Trainer von einer guten Rehabilitationsphase. Ob beide im Winter und damit in der Rückrunde wieder voll zur Verfügung stehen, werde sich zeigen. Gerade deshalb legt Proleta den Fokus so stark auf die Breite und den Zusammenhalt seiner Mannschaft. Einen einzelnen Gewinner der vergangenen Monate will er bewusst nicht herausheben. „Ich kann keinen einzigen einzelnen Spieler hervorheben, weil es wirklich als Kollektiv richtig gut funktioniert hat“, sagt er. Sein Lob reicht von den Führungsspielern rund um Kapitän Hannes Böhm, Kevin Kühhas, Willibald Kneidinger und Andreas Biro bis zu den jungen Spielern wie Benjamin Doppelmeier, Moritz Riegler und Edin Softic, um jeweils nur ein paar Namen zu nennen. Für Proleta war genau dieser Mix entscheidend, weil die jungen Spieler die Doppelbelastung mit U16 und Kampfmannschaft laut seiner Einschätzung sehr gut angenommen haben.
Der Blick nach vorne ist in Ernsthofen jedenfalls klar. Proleta kündigt an, dass seine Mannschaft am Montag „Vollgas in die Sommervorbereitung“ startet. Die Testspielgegner sollen die Mannschaft fordern, weil genau daraus die Grundlage für einen guten Start entstehen soll. Inhaltlich geht es dem Trainer dabei weniger um große Ansagen als um Beständigkeit. „Unser Ziel ist, in der neuen Saison unser letztes halbes Jahr auf jeden Fall zu bestätigen, von den Ergebnissen her und von der Entwicklung her“, sagt er. Wenn das gelingt, dann ist für ihn auch die Zielrichtung für die Tabelle klar. „Wenn wir das schaffen, dann kommen wir unserem Ziel sehr nahe, im oberen Tabellendrittel zu landen.“ Dass Proleta dabei nicht nur auf die eigene Mannschaft schaut, sondern auch den Respekt vor der Liga betont, passt ins Bild. Er weiß, wie schwierig es geworden ist, junge Spieler einzubauen und gleichzeitig eine funktionierende Mischung mit erfahrenen Kräften zu finden. Gerade deshalb wertet er die vergangenen Monate nicht als Zufall, sondern als erarbeiteten Schritt, den SC Ernsthofen nun in der neuen Saison bestätigen will.