Nach Platz neun in der 2. Klasse Ost arbeitet die Sportunion Wolfern vor allem an einem Thema, das die vergangene Saison geprägt hat: an der fehlenden Konstanz. Im Gespräch mit Ligaportal schildert Trainer Michael Schranz eine Spielzeit mit verheißungsvollem Beginn und einem deutlichen Einbruch. Der Umbruch im Kader fällt diesmal nicht so gravierend wie in den letzten Saisonen aus, ganz ohne Baustellen geht die Mannschaft aber dennoch nicht in die Vorbereitung. Denn schon vor dem ersten Pflichtspiel gibt es wieder zwei längere Ausfälle.

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Die Bilanz der abgelaufenen Saison fällt in Wolfern zwiespältig aus. Schranz erinnert an eine Phase, in der vieles nach einer wesentlich besseren Platzierung ausgesehen hatte. „Wir haben eine sehr gute Vorbereitung gespielt, sind auch sehr gut in die ersten Spiele gestartet, und dann ist der Faden komplett gerissen“, sagt der Trainer. Dass die Mannschaft am Ende nur auf Rang neun landete, erklärt er vor allem mit personellen Problemen.
Aus Sicht des Trainers lag der Hauptgrund auf der Hand: „Die Gründe dafür waren Verletzungen und Ausfälle von Spielern.“ Gerade in einer Liga, in der viele Partien über Besetzung, Stabilität und Tagesform entschieden werden, traf das Wolfern spürbar. Aus einem Team, das zunächst einen guten Rhythmus gefunden hatte, wurde eine Mannschaft mit zu großen Ausschlägen. Genau dort setzt Wolfern nun auch in der Sommerarbeit an.
Immerhin bleibt das Grundgerüst großteils zusammen. „Wir haben heuer das Glück, wenige Abgänge zu haben“, sagt Schranz. Ganz ohne Gewicht ist der personelle Verlust allerdings nicht. Mit Alexander Weinberger beendet der Kapitän seine Karriere, dazu verlässt mit Luca Botas ein Stürmer den Verein. Vor allem Weinbergers Abschied wird intern nicht nur sportlich, sondern auch in der Hierarchie eine Rolle spielen.
Auf der Zugangsseite hat die Union bereits nachgelegt. Mit Maximilian Bischofberger kommt ein Stürmer vom ATSV Stein, Torhüter Kilian Jung wurde von Haidershofen verpflichtet. Dazu holte die Union mit Krisztofer Sarközi einen 22-jährigen Ungarn aus Haid zurück, der schon in der Vorsaison zum Wolferner Kader gehörte. Weitere Neuzugänge könnten noch folgen. Vieles wird nun davon abhängen, wie rasch die Neuen ihre Rollen finden. Schranz formuliert den Schwerpunkt der Vorbereitung entsprechend klar: Es gehe darum, „die neuen Spieler bestmöglich ins System zu integrieren und gezielt daran zu arbeiten, mit mehr Konstanz in die neue Saison zu starten und diese auch zu halten“.
Ein Selbstläufer wird das freilich nicht. Denn noch bevor der Herbst begonnen hat, müssen die "Wölfe" bereits zwei Langzeitausfälle verkraften. Ein Spieler zog sich in der Pause einen Kreuzbandriss zu, ein weiterer laboriert seit Ende letzter Saison an einer Knieverletzung. Die Kaderdecke wird damit früh strapaziert, auch wenn die Zahl der Abgänge überschaubar geblieben ist.
Im Verein macht man aus den Ansprüchen für die kommende Saison keinen Hehl. Schranz spricht die Zielsetzung offen aus: „Die Erwartungen für diese Saison sind ganz klar, ganz vorne in der Tabelle mitzuspielen.“ Nach einer Saison mit starkem Beginn und anschließendem Absturz ist das eine deutliche Ansage, aber keine abgehobene. Gerade weil der Kader weitgehend zusammenbleibt, setzt Wolfern nicht auf einen Neustart, sondern auf Korrekturen.
Entscheidend wird sein, ob die Mannschaft jene Stabilität findet, die im Vorjahr verloren gegangen ist. Der Kern des Teams bleibt, punktuell wurde ergänzt. Wenn es Wolfern schafft, die Verletzungssorgen besser aufzufangen und die Formschwankungen zu verringern, soll die Union in der 2. Klasse Ost diesmal nicht wieder nach gutem Beginn abreißen lassen. Ob das gelingt, muss die Mannschaft nun auf dem Platz zeigen.