In der 2. Klasse Ost haben sich die SV Grün-Weiß Micheldorf Juniors und SV Reichraming am Sonntag mit 1:1 getrennt. Nach torloser erster Halbzeit brachte Eduardo Munteanu die Gastgeber in der 56. Minute voran, Michael Hohlrieder glich wenig später aus. Für Trainer Günter Schmied war das Remis gerecht – und für seine junge Mannschaft endlich der erste verdiente Punkt dieser Saison nach zuletzt mehreren bitteren Partien.

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Günter Schmied sprach nach dem Schlusspfiff von einem Spiel „auf einem sehr guten Niveau“, und aus seiner Sicht hatte seine Mannschaft vor allem im ersten Durchgang etwas mehr vom Geschehen. Die Micheldorfer Juniors waren vor der Pause die leicht bessere Elf, ohne sich aber schon entscheidend absetzen zu können. Zur Halbzeit blieb es daher beim 0:0, was zum Verlauf dieser ersten 45 Minuten durchaus passte. Schmied ordnete die Partie insgesamt sehr nüchtern ein und machte nicht mehr daraus, als sie war. „In Wahrheit war es ein Spiel auf Augenhöhe“, sagte der Trainer, und genau dieser Eindruck zog sich laut seiner Einschätzung über weite Strecken durch die Begegnung.
Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Bild etwas. Schmied sah nun Reichraming als die etwas bessere Mannschaft, auch wenn zunächst seine Juniors in Führung gingen. In der 56. Minute brachte Eduardo Munteanu die Gastgeber mit 1:0 voran und sorgte damit für den Moment, auf den die junge Truppe lange hingearbeitet hatte. Lange hielt dieser Vorsprung aber nicht, denn nur sieben Minuten später stellte Michael Hohlrieder für die Gäste auf 1:1. Gerade diese Abfolge passte am Ende gut zu Schmieds Gesamturteil. Für ihn war keine Mannschaft klar näher am Sieg. „Wir haben zweimal an die Stange geschossen, Reichraming einmal an die Stange. Das 1:1 geht in Ordnung“, sagte er und begründete damit, warum er das Ergebnis als gerecht empfindet.
Am meisten hob der Micheldorfer Trainer diesmal nicht eine Einzelaktion hervor, sondern das Auftreten seiner Mannschaft als Ganzes. „Wir sind heute endlich mal im Kollektiv aufgetreten. Wir haben gemeinsam verteidigt und gemeinsam nach vorne gespielt“, sagte Schmied. Genau das habe ihm nach den vorangegangenen, aus seiner Sicht bitteren Partien besonders gefallen. Dass die Juniors das Spiel am Ende nicht doch noch auf ihre Seite zogen, erklärte er weniger mit einem grundsätzlichen Mangel als mit fehlender Routine und dem letzten Quäntchen Glück. Eine Szene blieb dabei besonders hängen: „Wir hatten schon eine dicke Chance zum 2:1, aber leider hat unser junger Außenspieler mit 15 Jahren nur den Pfosten getroffen.“ Dazu kam, dass laut Schmied sehr viele Spieler der Jahrgänge 2009 und 2010 am Platz standen. „Denen fehlt es natürlich auch noch an Routine. Das ist ganz klar“, sagte er.
Auch den Gegner ordnete Schmied fair ein. Reichraming sei „spielerisch stark“ gewesen und vor allem „zentral im Mittelfeld sehr gut besetzt mit guten, erfahrenen Spielern“. Darauf habe man sich eingestellt, und seine Mannschaft habe so gut wie möglich dagegengehalten. Bemerkenswert war für ihn außerdem, dass die Partie trotz ihrer Intensität ohne große Aufregung verlief. Den Schiedsrichter lobte er ausdrücklich: „Er hat sehr gut gepfiffen, das Spiel im Griff gehabt und es gab keine strittigen Szenen.“ So blieb unter dem Strich ein Remis, das für beide Seiten passte, für die Juniors aber noch etwas mehr Bedeutung hatte. „Die Entwicklung braucht noch Zeit, das haben heute alle gesehen. Aber wir sind auf einem guten Weg und haben uns endlich einmal für unseren Aufwand, den wir im Training betreiben, belohnt“, sagte Schmied. Für Micheldorf war dieses 1:1 deshalb mehr als nur ein Punktgewinn – es war ein kleiner, aber wichtiger Schritt nach vorne.