In der 2. Klasse Ost hat sich SC Ernsthofen mit 3:2 gegen Union Breitenfellner Personal Sipbachzell durchgesetzt und damit nach schwierigen Wochen wieder ein Erfolgserlebnis geholt. Trainer Tomislav Proleta sah genau die Reaktion, die er gefordert hatte: eine kompakte Mannschaft, viel Einsatz und diesmal auch die nötigen Tore in den entscheidenden Momenten.
Ernsthofen war vom Start weg im Spiel und bekam gleich früh das, was in den vergangenen Wochen gefehlt hatte: eine Belohnung. Schon in der dritten Minute brachte Hannes Böhm die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Proleta hatte genau das von seiner Mannschaft sehen wollen. „Wir wollten uns endlich mal als Mannschaft belohnen“, sagte der Trainer nach dem Spiel. Nach zuletzt einigen bitteren Niederlagen sei es darum gegangen, „an den richtigen Schrauben zu drehen“, damit wieder ein anderes Gefühl auf den Platz komme. Sipbachzell glich in der 22. Minute durch Christoph Henhapl zwar zum 1:1 aus, doch Ernsthofen blieb diesmal stabil. Nur zwei Minuten später stellte Benjamin Doppelmeier auf 2:1 und sorgte dafür, dass die Gastgeber mit einer knappen, aber verdienten Führung in die Pause gingen. Gerade dieser Umgang mit dem ersten Rückschlag gefiel Proleta, weil seine Mannschaft nicht auseinanderfiel, sondern sofort wieder eine Antwort fand.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel eng. Sipbachzell kam in der 59. Minute durch Tim Pieringer erneut zurück und stellte auf 2:2. Genau in dieser Phase zeigte Ernsthofen laut seinem Trainer, warum dieser Sieg für die Mannschaft mehr war als nur drei Punkte. „Wir haben es heute im Spiel einfach geschafft, dass wir uns durch die Rückschläge, als wir zweimal den Ausgleich bekommen haben, nicht aus der Ruhe haben bringen lassen“, sagte Proleta. Die Entscheidung fiel dann in der 70. Minute und zwar auf eine Art, die dem Trainer noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Julian Hemmelmayr traf zum 3:2, und Proleta fand dafür klare Worte: „Das unglaubliche Traumtor zum 3:2 war dann das Gefühl, dass wir dieses Spiel auch wirklich gewinnen können.“ Er beschrieb den Treffer als Volley aus rund 25 Metern, „mit höchstem Risiko“, der über die Innenstange ins Tor fiel. Für Ernsthofen war das nicht nur das Siegtor, sondern auch ein spürbarer Schub. „Das 3:2 hat uns noch einmal Brust gegeben und noch einmal die zweite Luft“, sagte Proleta, weil seine Mannschaft danach trotz leerer Reserven noch einmal alles investierte.
Der Ernsthofner Trainer hob nach dem Schlusspfiff vor allem den Zusammenhalt hervor. Mehrere Ausfälle hatten die Ausgangslage nicht leichter gemacht, umso höher bewertete er die Leistung jener Spieler, die am Platz standen. „Die Truppe, die heute auf dem Spielbericht stand, hat wirklich alles investiert, alles reingegeben, ist übers Limit gegangen“, sagte Proleta. Besonders wichtig war ihm, dass seine Mannschaft auch mit eigenen Fehlern richtig umging. „So hat jeder sich einfach sofort geschüttelt nach einem Fehler und wir haben sofort versucht, als Mannschaft den Fehler gutzumachen und uns gegenseitig zu helfen.“ Als Führungsspieler nannte er Kapitän Hannes Böhm und Willibald Kneidinger, zugleich sprach er von einem guten Mix mit den jungen Spielern. Auch dem Gegner zollte Proleta Respekt. Sipbachzell sei „wie gewohnt sehr gefährlich“ gewesen und habe vor allem beim 2:2 seine Qualität gezeigt. Umso zufriedener war der Ernsthofner Coach darüber, dass seine Elf den Gästen im weiteren Verlauf „mit dem Kampf etwas die Schneid abgekauft“ habe. Vor allem nach der Pause hielt Ernsthofen Sipbachzell besser vom eigenen Tor fern und brachte den knappen Vorsprung schließlich über die Zeit. Für Proleta war deshalb klar: „Heute sind wir als Mannschaft extrem gewachsen und haben uns diese drei Punkte extrem hart erkämpft.“ Nach den letzten Wochen dürfte genau das in Ernsthofen fast so viel wert sein wie das Ergebnis selbst.