Die Union Tarsdorf blickt in der 2. Klasse Süd-West auf eine enttäuschende Herbstsaison zurück. Nach Rang sechs im Vorjahr liegt die Mannschaft von Trainer Nicki Brandstätter zur Winterpause mit 9 Punkten auf Tabellenplatz 12. Vor allem die wenig durchschlagskräftige Offensive und zahlreiche personelle Probleme verhinderten eine bessere Platzierung.
Brandstätter macht keinen Hehl daraus, dass der Herbst klar hinter den Erwartungen geblieben ist. Aus seiner Sicht war die Ausgangslage jedoch von Beginn an schwierig. Neben vielen Verletzungen kam erschwerend hinzu, dass der Kader bereits zu Saisonstart sehr klein war. Zusätzlich fielen Spieler immer wieder aus unterschiedlichen Gründen aus, etwa durch Urlaube oder private Verpflichtungen. In Summe führte diese Konstellation dazu, dass die Mannschaft kaum Konstanz entwickeln konnte und phasenweise unterbesetzt war. Der Trainer betont dennoch, dass die sportlichen Leistungen nicht immer dem Tabellenstand entsprachen. Tarsdorf habe sich in vielen Spielen unter Wert geschlagen und sei spielerisch nicht so schlecht gewesen, wie es die Punkteausbeute vermuten lasse.
Ein zentrales Problem bleibt die Offensive. Nur 13 erzielte Tore bedeuten den niedrigsten Wert der Liga. Brandstätter verweist darauf, dass dieses Thema den Verein seit Jahren begleitet. In der Vergangenheit habe man gesehen, wie stark sich ein echter Torjäger, wie Albert Buxmann es war, auf die Ergebnisse auswirken könne. Mit einem solchen Stürmer seien mit nahezu identischem Kader deutlich bessere Resultate erzielt worden. Nach dessen Wegfall aus privaten Gründen stehe man nun wieder vor dem bekannten Problem: Chancen seien da, doch die Effizienz fehle. Ohne einen Spieler, der konstant trifft, werde es schwer, Spiele für sich zu entscheiden.
Neben der Offensivschwäche lief auch defensiv nicht alles rund. 40 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache. Für Brandstätter ist klar, dass sich die Mannschaft hier stabilisieren muss. Wenn es vorne an Treffern mangelt, müsse zumindest die Anzahl der Gegentore deutlich reduziert werden. Andernfalls werde es in engen Spielen nahezu unmöglich, Punkte zu holen.
Für die Rückrunde formuliert der Trainer eine nüchterne Zielsetzung. Es gehe darum, sich zu stabilisieren, die Leistungen zu verbessern und den negativen Trend zu stoppen. Ein Platz im Tabellenkeller der 2. Klasse könne für den Verein kein Anspruch sein. Gleichzeitig ist Brandstätter aber realistisch genug, um zu betonen, dass man mit der aktuellen Ausgangslage keine großen Sprünge erwarten dürfe. Die Frühjahrssaison soll daher auch genutzt werden, um Strukturen zu festigen und Grundlagen für die kommende Spielzeit zu schaffen.
Personell sind die Möglichkeiten im Winter äußerst begrenzt. Mit Kevin Kostner verließ der wahrscheinlich stärkste Spieler den Verein wieder in Richtung Deutschland. Zwar steht mit Adrian Mayer wieder eine wichtige Option im Mittelfeld zur Verfügung, doch durch den Abgang Kostners steht man dennoch vor einer großen Herausforderung. Neuzugänge sind nicht geplant. Brandstätter erklärt offen, dass es im Winter generell schwer sei, Spieler zu verpflichten – insbesondere mit der aktuellen Tabellenposition und ohne finanzielle Mittel, um mit anderen Vereinen mitzuhalten. Man könne und wolle keine Versprechen machen, die der Verein nicht halten könne.
Der Trainingsstart ist für den 9. Februar angesetzt. Ein Trainingslager ist nicht vorgesehen, möglich ist lediglich ein internes Trainingswochenende. Der Blick richtet sich klar auch schon über die laufende Saison hinaus. Die Rückrunde soll genutzt werden, um Stabilität zu gewinnen und mit neuen Ideen in die nächste Spielzeit zu gehen.