In der 2. Klasse Süd-West trennten sich die Union Raiffeisen Geretsberg und der SV Mining/Mühlheim 2:2. Geretsberg legte früh durch Markus Sinzinger vor, Fabian Holzleitner glich rasch aus; nach der Pause stellte Edin Mrkonjic erneut auf Führung, ehe Kilian Franz Scherfler wieder egalisierte. Trainer Moritz Huber sprach von „keinem Leckerbissen“, vermisste „die Gier nach dem Sieg“ und lobte die Schiedsrichterin. Am Ende blieb ein Punkt, der sich für die Hausherren nach mehr hätte anfühlen können.

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Geretsberg erwischte den perfekten Start. Nach fünf Minuten stand es 1:0, als Markus Sinzinger die frühe Führung besorgte. Der Jubel hielt jedoch nicht lange, denn schon in Minute zehn stellte Fabian Holzleitner mit der schnellen Antwort auf 1:1. Damit ging es auch in die Pause. Nach dem Seitenwechsel dauerte es bis zur Stunde, ehe Edin Mrkonjic zum 2:1 traf und die Gastgeber wieder nach vorn brachte. Genau in dieser Phase sah Trainer Moritz Huber das Fenster, um die Partie zuzumachen: „Nach dem 2:1 hatten wir zwei, drei gute Aktionen, da müssen wir das 3:1 machen.“ Stattdessen blieb Mining/Mühlheim dran und kam in der 72. Minute durch Kilian Franz Scherfler zum 2:2. „Es war für beide Mannschaften kein Leckerbissen“, ordnete Huber ein, und das Ergebnis passte am Ende zum umkämpften Charakter der Begegnung.
Inhaltlich konnte Huber seiner Elf einiges abgewinnen – vor allem ohne Ball. „Wir haben nicht viele hundertprozentige Torchancen zugelassen“, betonte der Geretsberger Coach. Über längere Strecken hielt seine Mannschaft den Raum kompakt, ließ hinten wenig zu und hatte die Partie mit dem 2:1 kurzzeitig im Griff. Dass es am Ende nicht zum Dreier reichte, führte Huber klar auf die Abläufe im letzten Drittel zurück: „Der gewisse Hunger, die Gier nach dem Sieg hat heute einfach gefehlt.“ Der Gegner präsentierte sich so, wie der Trainer ihn erwartet hatte: „Es war der erwartete Gegner.“ Geretsberg blieb das aktivere Team, belohnte sich aber in der entscheidenden Phase nicht – eine Kleinigkeit, die in so einem engen Spiel den Unterschied macht.
Ein ungewöhnlich deutlicher Satz kam vom Coach zur Spielleitung: „Die Schiedsrichterin hat die Partie sehr, sehr gut geleitet.“ Diskussionen blieben damit Nebensache, der Fokus lag auf dem Fußball – und auf den verpassten Möglichkeiten rund um die Führung der Hausherren.
Mit dem Remis hält Geretsberg Kurs auf die obere Tabellenhälfte (5. Platz, 36 Punkte), während Mining/Mühlheim im hinteren Drittel bleibt (13. Platz, 15 Punkte). Für die Union bedeutet das 2:2: solide Basis, aber Luft nach oben. Im Finish der Saison wird es darum gehen, aus Phasen wie rund ums 2:1 konsequenter Kapital zu schlagen – genau jene Momente, in denen die „Gier nach dem Sieg“ den Ausschlag geben kann.