In der 2. Klasse Süd-West mussten sich die SV Lugstein Cabs Friedburg Juniors am dritten Spieltag der Union Neukirchen/Enknach mit 0:1 geschlagen geben. Das Ergebnis fiel aus Sicht von Neo-Trainer Nicola Rago knapper aus, als es der Verlauf aus seiner Sicht hergab. Vor allem die lange starke Leistung der jungen Mannschaft und die späte Entscheidung nach zwei Roten Karten blieben hängen.

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Bis zur Schlussphase war es ein Spiel, das aus Friedburger Sicht lange offen blieb. Zur Pause stand es 0:0, und genau dieses Bild passte auch zu Ragos Eindruck nach den ersten 45 Minuten. „Von Beginn an haben unsere Jungs mit viel Leidenschaft, Einsatz und Spielfreude gegen eine körperlich starke und erfahrene Mannschaft dagegengehalten“, sagte der Trainer. Er beschrieb die Partie als intensiv und heiß umkämpft. Seine Mannschaft hielt das Duell aber nicht nur offen, sie war nach seinen Worten sogar ganz nah an der Überraschung. Ein Abschluss von Felix Zarfl landete an der Latte, davor kratzte der Neukirchner Tormann einen Versuch eines Friedburger Stürmers noch von der Linie. „Bis dahin waren wir der Sensation sehr nahe“, meinte Rago.
Dann drehte sich das Spiel innerhalb weniger Minuten. In der 78. Minute sah Luca-Noel Menges Rot, nur eine Minute später folgte auch für Sebastian Berner der Ausschluss. Friedburg musste damit zu neunt weiterspielen, und laut Rago ging danach sogar ein Feldspieler ins Tor. Der Absteiger nutzte die Überzahl, blieb in dieser Phase am Drücker und kam in der 84. Minute zum entscheidenden Treffer. Nikola Stanisavljevic traf nach einem Abschluss im Sechzehner genau ins Eck. Rago wollte nach dem Spiel aber niemandem einen Vorwurf machen. „Das ist natürlich nicht seine Schuld“, sagte er über den Feldspieler im Tor. Gleichzeitig sprach er von einer aus seiner Sicht „ziemlich diskutablen“ Roten gegen seinen Tormann, die er ohne Videoanalyse nicht endgültig bewerten wollte.
Entscheidend war für den Trainer aber nicht nur die Unterzahl, sondern davor vor allem die fehlende Belohnung. „Der Knackpunkt war, dass wir die Umschaltmomente des Gegners lange unter Kontrolle hatten, unsere Riesenchancen aber nicht genau genug abgeschlossen haben“, fasste Rago zusammen. Über weite Strecken gefiel ihm das Auftreten seiner Elf sehr gut. „Es hat eigentlich alles funktioniert. Wir hatten ein sehr gutes Defensivverhalten, haben den Druck des Gegners aufnehmen und verarbeiten können und immer wieder Lösungen gefunden“, sagte er. Auch im Spiel nach vorne sah er viele gute Ansätze. Friedburg habe in heißen Situationen das Spiel beruhigt und danach sofort wieder nach vorne umgeschaltet. Für Rago war das kein Auftritt einer Mannschaft, die sich nur verteidigt hat, sondern eine Leistung, mit der seine Juniors gegen einen starken Gegner voll dagegenhalten konnten.
Dass seine junge Mannschaft gegen einen körperlich starken Gegner so lange mithielt, war für Rago die eigentliche Erkenntnis des Abends. Er sprach von „korpulenten und schnellen Spielern“ bei der Union Neukirchen, betonte aber zugleich, dass Friedburg trotzdem vieles unter Kontrolle hatte und nur wenig zuließ. Positiv erwähnte er auch Nico Feneberg und Felix Zarfl, die das Spiel nach vorne immer wieder anschoben. Vor allem aber stellte Rago die Entwicklung seiner Juniors in den Mittelpunkt. „Von Spiel zu Spiel sammeln sie wertvolle Erfahrungen und gewöhnen sich immer mehr an den körperlich intensiven Erwachsenenfußball“, sagte er. Auch die positiven Rückmeldungen von gegnerischen Spielern und Funktionären hätten den eingeschlagenen Weg bestätigt. Sein Schluss klang trotz der 0:1-Niederlage klar und bodenständig: „Uns hat an diesem Tag nur das Tor gefehlt. Wir bleiben dran und gehen unseren Weg weiter, Training für Training und Spiel für Spiel.“