In der 2. Klasse Süd-West hat sich die Union Schwand von einem 0:2-Fehlstart zurückgekämpft und gegen die SV Lugstein Cabs Friedburg Juniors noch ein 2:2-Remis geholt. Für Neo-Trainer Harald Ertl war nach dem Spiel aber nicht nur der Punkt ein Thema. Vor allem der frühe Rückstand und die ausgelassenen Möglichkeiten blieben bei ihm hängen, obwohl seine Mannschaft nach der Anfangsphase immer besser in die Partie fand.

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Die Partie begann für die Gastgeber alles andere als nach Wunsch. Friedburg startete druckvoll und nutzte die Schwander Unordnung konsequent aus. Schon in der 2. Minute brachte Sebastian Matejka die Gäste in Führung, nach zehn Minuten legte Jakov Stevic das 0:2 nach. Ertl sprach genau diese Phase offen an: „Die erste Viertelstunde hat Friedburg sehr gut begonnen. Wir haben uns nicht richtig einstellen können und durch mangelnde Konzentration zwei Tore bekommen.“ Damit war Schwand früh in der Rolle des Nachläufers, und genau das zog sich laut dem Trainer als entscheidender Nachteil durch den ganzen Nachmittag. Erst nach rund zwanzig Minuten kam mehr Ruhe ins Spiel der Heimischen. Schwand fand besser in die Zweikämpfe, übernahm Schritt für Schritt mehr Ballbesitz und arbeitete sich in die Partie hinein. Noch vor der Pause wurde dieser Aufwand belohnt, als Patrick Weissenbacher in der 40. Minute auf 1:2 verkürzte. Für Ertl war das ein Treffer mit Wirkung: „Kurz vor der Halbzeit hat Patrick Weissenbacher endlich den Anschlusstreffer erzielt. Er hat damit den richtigen Weg eingeschlagen, sodass wir aggressiver draufgehen konnten, und die ganze Mannschaft mitgerissen.“
Mit dem Anschlusstreffer im Rücken war Schwand nach Seitenwechsel klar besser im Spiel. Der Ausgleich durch Leonhard Wöckl in der 73. Minute war deshalb nicht zufällig, sondern die Folge einer Phase, in der die Heimelf deutlich aktiver wirkte und sich immer wieder nach vorne arbeitete. Trotzdem blieb beim Schwander Trainer am Ende das Gefühl hängen, dass mehr möglich gewesen wäre als dieses 2:2. „Eigentlich wäre ein Sieg für uns gerechtfertigt gewesen“, sagte Ertl und verwies dabei vor allem auf das, was seine Mannschaft nach dem schlechten Start zeigte. Für ihn lag der Knackpunkt nicht nur im frühen 0:2, sondern genauso in der mangelnden Verwertung der Möglichkeiten. „Der entscheidende Moment war sicher der frühe Rückstand und dass wir die zwingenden Torchancen leider ungenützt haben lassen“, hielt er fest. Gerade weil Schwand das Spiel nach der Anfangsphase besser in den Griff bekam, schmerzte ihn dieser Aspekt besonders. Der Punkt war nach dem Rückstand zwar noch wichtig, ganz zufrieden war man im Lager der Gastgeber aber nicht.
Harald Ertl hob nach dem Spiel nicht nur die Moral seiner eigenen Mannschaft hervor, sondern auch die Qualität der Begegnung. Aus seiner Sicht war es ein intensives Unterhausspiel mit hohem Tempo und viel Laufarbeit auf beiden Seiten. „Nach zwanzig Minuten haben wir in unser Spiel gefunden. Dann wurden die einstudierten Sachen ausgeführt, die wir im Training einstudiert haben“, erklärte der Schwander Trainer. Genau darin sah er auch einen klaren Fortschritt seiner Elf, weil aus diesen Abläufen mehrere gute Angriffe entstanden. Gleichzeitig betonte er, dass die Partie zwar kämpferisch geführt wurde, aber nie unfair geworden sei. „Das war extrem laufintensiv und kämpferisch betont, jedoch nicht unfair. Es war sicherlich für die Zuschauer sehr gut anzuschauen und spannend bis zur letzten Minute“, sagte Ertl. Auch dem Gegner sprach er Anerkennung aus. Friedburg habe „sehr stark und sehr druckvoll begonnen“, dazu hätten gerade die jungen Spieler „sehr schönen taktischen Fußball“ gezeigt. In seiner Einschätzung war das also nicht nur ein Spiel, in dem Schwand liegengelassene Chancen beklagte, sondern auch eines gegen einen Gegner, der vor allem zu Beginn sehr viel richtig machte.
So blieb unter dem Strich ein Remis, das in Schwand zwei Seiten hat. Einerseits musste man nach zehn Minuten schon einem 0:2 hinterherlaufen und hat sich dennoch zurückgearbeitet. Andererseits war bei Ertl klar herauszuhören, dass seine Mannschaft nach dem Verlauf ab der 20. Minute auf mehr hoffen durfte. Gerade deshalb fiel sein Fazit trotz Anerkennung für die Leistung nicht euphorisch, sondern klar und bodenständig aus. „Ich kann meiner Mannschaft nur gratulieren. Sie hat einen Großteil von dem umgesetzt, was wir einstudiert haben. Sie haben bis zum Schluss gekämpft“, sagte der neue Trainer. Gleichzeitig verband er das mit einem Blick nach vorne: „Wenn wir so weiterarbeiten und spielen, werden wir die nächsten drei Punkte bald einfahren.“ Genau darin liegt für die Union Schwand wohl das Entscheidende dieses Sonntagnachmittags: Der Fehlstart kostete den möglichen Sieg, die Reaktion darauf kann der Mannschaft aber trotzdem etwas mitgeben.