In der 2. Klasse Süd-West hat die SPG Pfaffstätt/Munderfing 1b am Samstag ein 0:1 noch in einen 2:1-Heimsieg gegen Union Raiffeisen Geretsberg gedreht. Trainer Franz Neuhauser sah eine lange ausgeglichene Partie, viel Glauben trotz Pausenrückstandes und am Ende vor allem die geschlossene Mannschaftsleistung als Grund dafür, dass seine Elf in der Schlussphase noch beide Tore setzte.

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Neuhauser sah zunächst genau das Spiel, das ein torloses Remis lange in sich trug. „Die gesamte erste Halbzeit war eine klassische Null-zu-null-Partie“, sagte der Trainer und brachte damit den Verlauf vor der Pause ziemlich genau auf den Punkt. Geretsberg hatte zwar nach seiner Einschätzung über weite Strecken mehr Ballbesitz, doch die Gastgeber hielten in den entscheidenden Räumen dagegen. „In den letzten zwanzig, dreißig Metern vor unserem Tor standen wir gut und konnten die Bälle meist wegverteidigen“, erklärte er. Kurz vor der Pause bekam die Partie dann aber doch ihren ersten Ausschlag. Nach einem Eckball kam Geretsberg zur großen Möglichkeit, Bence Ficzere nutzte diese in der 40. Minute zum 0:1. Auch da hatte Neuhauser eine klare Erklärung: „Der Laufweg bei der Ecke war sehr gut.“
Dass die SPG mit dem Rückstand in die Kabine ging, änderte an der Stimmung laut ihrem Trainer wenig. Von Resignation wollte Neuhauser nichts wissen, im Gegenteil. „Vor dem Spiel haben wir viel geredet, und ich hatte schon ein gutes Gefühl“, sagte er. Dieses Gefühl blieb auch in der Pause bestehen, obwohl seine Mannschaft hinten lag. „Jeder war positiv. Jeder hat gesehen, wir sind hier keineswegs die schlechtere Mannschaft“, schilderte der Coach die Überzeugung in der Kabine. Genau das zeigte Pfaffstätt/Munderfing dann nach dem Seitenwechsel auch auf dem Platz. Die Gastgeber wurden stärker, setzten Geretsberg immer wieder gefährlich unter Druck und arbeiteten sich Schritt für Schritt zurück. In der 81. Minute fiel schließlich der verdiente Ausgleich, als Clemens Franz Oskar Binder zum 1:1 traf.
Mit dem 1:1 änderte sich für Neuhauser die ganze Richtung der Partie. „Spätestens beim Ausgleich wusste ich, dass wir das heute noch biegen“, sagte er nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft blieb dran und belohnte sich nur wenig später ein zweites Mal. In der 87. Minute erzielte Valentin Wolf das 2:1 und sorgte damit für die komplette Wende. Neuhauser beschrieb den Treffer als Folge eines „langen Balls nach vorne“, nach dem sein Spieler „mit Tempo aufs Tor gezogen ist und das Tor gemacht hat“. Abgeschlossen war die Partie damit aber noch nicht. Geretsberg warf in der Schlussphase alles nach vorne und bekam in der letzten Minute noch einen Handelfmeter zugesprochen. Dass der Pfaffstätt/Munderfinger Torwart diesen Ball hielt, war für den Trainer die Szene des Spiels: „Das Entscheidende war mit Sicherheit der Elfmeter kurz vor Schluss. Wenn der drinnen ist, bleibt nur das Unentschieden.“
Neuhauser rückte nach dem Sieg vor allem die gemeinsame Arbeit seiner Mannschaft in den Mittelpunkt. „In der mannschaftlichen Geschlossenheit“ habe die größte Stärke gelegen, sagte der Trainer, der in den vergangenen Wochen genau daran gearbeitet hat. „Wir treten aktuell sehr gut als Mannschaft auf. Gestern war das einfach der Hauptgrund, dass wir Geretsberg schlagen konnten.“ Den Gegner stufte er gleichzeitig ausdrücklich stark ein und verwies darauf, dass dort „sicher der eine oder andere bessere Einzelspieler“ zu finden sei. Umso wichtiger war für ihn, dass seine Elf als Kollektiv funktionierte. Ganz ohne Kritik wollte er den Heimsieg aber nicht stehen lassen. „Wir müssen unsere Konter und Chancen, die wir in jeder Partie haben, besser zu Ende spielen“, forderte Neuhauser. Dann, so seine klare Einschätzung, würde eine solche Partie „schon früher auf unsere Seite kippen“. Auch zu den beiden Elfmeter-Szenen blieb er nüchtern: Das seien wohl die strittigsten Entscheidungen gewesen, „aber der Schiedsrichter hat seine Linie das ganze Spiel durchgezogen, die Leistung hat gepasst“.