Nach dem Gastspiel beim FC Altmünster in der 2. Klasse Süd zog Josip Lucic, Trainer der ASKÖ Raiffeisen Gosau, eine nüchterne Bilanz. Sein Fazit: Das 0:9 fiel gemessen am Spielverlauf zu hoch aus, weil Gosau vor der Pause gut organisiert verteidigte und lange dagegenhielt. Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff sorgten schnelle Gegentreffer für den Bruch; seine Mannschaft fand nicht mehr zur Stabilität zurück und häufte Fehler. Zugleich hob Lucic die spielerische Überlegenheit Altmünsters hervor: mehr Kontrolle, mehr Laufstärke, deutlich mehr Ballbesitz. Der Tenor: selbstkritisch – mit klarem Blick auf das Heimspiel und die Entwicklung einer jungen Mannschaft.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Zur Pause lag Gosau 0:2 zurück (Torschützen: Roland Gajdo, Adnan Agic), und Lucic war mit der eigenen Vorstellung nicht unzufrieden: Er sah eine kontrollierte Defensive und ein stabiles Mittelfeld. Direkt nach dem Seitenwechsel fielen jedoch in kurzer Folge zwei schnelle Gegentore (Torschützen: Adnan Agic, Richard Veverka) – der Moment, in dem Gosau den Faden verlor. Daraufhin versuchte der Trainer, mit einer Umstellung in der Abwehr wieder Kontrolle zu gewinnen. Die Wechseloptionen waren allerdings begrenzt, weil ihm an diesem Tag drei Leistungsträger fehlten. Insgesamt bewertete er den Verlauf so, dass die zweite Hälfte die Geschichte des Spiels schrieb, während die ordentliche Basis aus Halbzeit eins nicht mehr zum Tragen kam.
Im Spiel mit dem Ball sah Lucic ein deutliches Übergewicht für Altmünster: „Altmünster hatte klar mehr Ballbesitz und ein kontrolliertes Aufbauspiel – eine sehr spiel- und laufstarke Mannschaft.“ Das Verhältnis schätzte er auf rund 70:30. Standardsituationen spielten in seiner Analyse keine entscheidende Rolle – weder offensiv noch defensiv entstanden die Schlüsselmomente daraus. Prägend war zudem der schwierige Untergrund: Der Platz war schwer zu bespielen, die Partie blieb jedoch fair. Lucic erwähnte zwei abseitsverdächtige Aktionen, insgesamt gab es aber keine großen Diskussionen.
Im Chancenvergleich sah Lucic klare Vorteile für Altmünster, das seine Möglichkeiten konsequent nutzte. Sein Team kam lediglich zu einigen Entlastungsmomenten ohne echte Großchance. Taktisch blieb zur Halbzeit alles unverändert – erst nach dem schnellen Doppelschlag direkt nach Wiederbeginn (Torschützen: Adnan Agic, Richard Veverka) reagierte er personell. Für die unmittelbare Zukunft setzt der Trainer auf Heimstärke und Rückkehrer: „Zu Hause sind wir statistisch deutlich stärker. Es wird ein offenes Spiel von Anfang an. Ich sehe gute Chancen für uns – vorausgesetzt, wir halten uns an den Plan. Ich hoffe, dass zwei verletzte Spieler zurückkehren; ich bin nicht negativ eingestimmt.“ Darüber hinaus betonte er die Entwicklungsperspektive: „Wir sind mit vielen jungen Spielern in die Saison gestartet. Sie brauchen Zeit und müssen auch so ein Ergebnis verkraften. Gegen den Tabellenführer war es das erste Spiel – jetzt weiterarbeiten und Punkte holen, am besten zu Hause.”