Spielberichte

ASKÖ Gosau setzt nach starkem Frühjahr auf Stabilität

ASKÖ Raika Gosau

Nach einer Saison mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern will man bei der ASKÖ Raiffeisen Gosau in der 2. Klasse Süd keine große Revolution, sondern den eingeschlagenen Kurs festigen. Trainer Josip Lucic beschreibt im Gespräch mit Ligaportal eine Mannschaft, die nach einem schwierigen Herbst im Frühjahr deutlich gefestigter auftrat und nun an diese Entwicklung anknüpfen will. Trotz zweier schmerzlicher Abgänge setzt die ASKÖ weiter auf Geschlossenheit, klare Defensivarbeit und viel Vertrauen in junge Spieler.

Sechs Weiß-Grüne Bälle auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Herbst mit zu vielen Gegentoren, Frühjahr mit klarer Reaktion

Für Lucic ist die abgelaufene Spielzeit schnell erklärt: Sie zerfällt in zwei Hälften. „Die Herbstsaison hat uns nicht gefallen, weil wir viel zu viele Gegentore bekommen haben“, sagt der Trainer. Die Folge waren Niederlagen, die aus seiner Sicht vor allem auf mangelnde Stabilität zurückzuführen waren. Entsprechend wurde die Wintervorbereitung genützt, um genau dort anzusetzen. Die Gosauer arbeiteten intensiv an ihrer Defensivorganisation, holten punktuelle Verstärkungen dazu und passten das Spielsystem an.

Die Wirkung war laut Lucic deutlich zu sehen. „Im Frühjahr war ich sehr, sehr zufrieden mit der Mannschaft. Sie hat die Reaktion gezeigt, die ich sehen wollte.“ Besonders die mannschaftliche Geschlossenheit hebt er hervor. Kompaktheit, Blockverteidigung und diszipliniertes Arbeiten gegen den Ball seien in den Mittelpunkt gerückt, dazu kam eine deutlich bessere Chancenverwertung. Dass Gosau in dieser Phase nur zwei Niederlagen kassierte, wertet der Trainer als Bestätigung.

Defensive Ordnung bleibt das große Thema

Auch in der laufenden Vorbereitung setzt Lucic nicht bei der Offensive an, sondern wieder bei der Balance. „Der Schwerpunkt wird wieder die Stabilität sein“, sagt er. Gemeint ist damit nicht nur das Spielsystem, sondern auch der Zustand des Kaders. Bei sechs Testspielen und einem dicht gedrängten Vorbereitungsprogramm gehe es zunächst darum, die Mannschaft gesund an den Start zu bringen. Der Trainer hofft vor allem auf einen Kader, der zum Saisonbeginn möglichst vollständig und belastbar ist.

Am Platz liegt der Fokus erneut auf einer kompakten Grundordnung mit zwei eng abgestimmten Viererreihen. In der Offensive sieht Lucic hingegen ausreichend Qualität vorhanden. „Da haben wir Kreativität, Schnelligkeit und Spieler, die Spiele entscheiden können“, sagt er über seine vorderen Leute. Aktuell fehlen allerdings zwei Kaderspieler im Mannschaftstraining: Ein Innenverteidiger und ein Stürmer sind verletzt. Beide könnten nach Einschätzung des Trainers rechtzeitig vor Saisonbeginn zurückkehren, idealerweise schon zwei bis drei Wochen davor.

Zwei Karriereenden schmerzen, der Nachwuchs soll nachrücken

Personell muss der Verein zwei Abgänge verkraften, die beide in der Defensive wehtun. Manuel Kraft, auf der linken Seite vielseitig einsetzbar, hat ebenso wie der defensive Mittelfeldspieler Tomislav Stipic seine Karriere beendet. „Zwei Defensivspieler haben wir leider verloren“, sagt Lucic. Vieles soll intern aufgefangen werden. Zwar wurden Ergänzungsspieler geholt, der Trainer macht aber keinen Hehl daraus, dass er die Lösungen vor allem in den eigenen Reihen sucht.

Das passt auch zur Ausrichtung des Teams. Schon zuletzt bekamen etliche 16- und 17-Jährige Einsatzzeit, und genau diese Entwicklung soll weitergehen. Lucic kündigt an, jungen Spielern erneut Chancen zu geben, wenn sie sich für die erste Elf aufdrängen. Im Trainerstab gibt es keinen Umbruch, das bisherige Team arbeitet unverändert weiter. Der Coach verweist zudem auf den Rückhalt im Umfeld und auf eine Mannschaft, die Charakter gezeigt habe. Besonders daheim sei das spürbar gewesen: Gosau ist laut Lucic auf eigener Anlage seit einem Jahr ungeschlagen.

Vorderes Drittel als Ziel, aber ohne frühe Ansagen

Eine konkrete Platzierung will Lucic vor dem Start trotzdem nicht nennen. Zu viel hänge davon ab, wie sich die Konkurrenz personell aufgestellt hat und wie sich die ersten Wochen entwickeln. Ganz ohne Zielbild geht die Mannschaft aber nicht in die neue Saison. „Im vorderen Drittel wäre es für diese junge Mannschaft absolut top“, sagt der Trainer. Bis zum Winter wolle man sehen, wo man steht und ob nachjustiert werden muss.

Die Richtung ist damit klar: Die Gosauer wollen die defensive Stabilität aus dem Frühjahr mitnehmen, ihre offensive Qualität besser absichern und den nächsten jungen Spielern Verantwortung geben. Lucic formuliert es so: „Diese Entwicklung ist noch nicht zu Ende.“ Genau darin liegt derzeit das Potenzial dieser Mannschaft.