In der 2. Klasse Süd hat sich der SK Polar Neukirchen/Altmünster am Sonntagnachmittag mit dem TSV Timelkam 1:1 getrennt. Das Ergebnis konnte Neo-Trainer Ismir Jamakovic am Ende noch eher akzeptieren als die Leistung seiner Mannschaft. Neukirchen ging zwar durch Martin Hauk in Führung, fand laut seinem neuen Coach aber nie richtig ins eigene Spiel und ließ deshalb einen Heimsieg liegen.

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Für Jamakovic begann die Partie aus Sicht seiner Mannschaft schon mit einem klaren Problem. „Von Anfang an war es kein gutes Spiel von uns“, sagte der Neukirchner Trainer nach dem Schlusspfiff und traf damit den Grundton dieser 90 Minuten sehr deutlich. In der Anfangsphase sprach er von einem Abtasten auf beiden Seiten, wobei Timelkam aus seiner Sicht mehr vom Spiel hatte und auch mehr Ballbesitz verzeichnete. Zwingende Chancen gab es zunächst aber kaum. Dann ging Neukirchen nach gut 20 Minuten trotzdem in Führung: Sebastian Leitner spielte einen langen Ball über die Abwehr, Martin Hauk vollendete zum 1:0. Viel verändert hat dieses Tor laut Jamakovic allerdings nicht. Der erhoffte Ruck blieb aus, seine Mannschaft kam nicht besser hinein, und so plätscherte das Spiel weiter, bis Eldar Sahbegovic in der 38. Minute noch vor der Pause zum 1:1 ausglich.
Wer auf einen anderen Auftritt nach dem Seitenwechsel gehofft hatte, wurde nicht belohnt. „Die zweite Halbzeit brachte keinen neuen Schwung“, sagte Jamakovic, und genau so beschrieb er auch das Bild auf dem Platz. Beide Mannschaften neutralisierten sich über weite Strecken im Mittelfeld, nennenswerte Torchancen blieben auf beiden Seiten aus. Für den Neukirchner Coach war das aber nicht nur dem Gegner geschuldet, sondern vor allem dem eigenen Auftritt. „Wir sind einfach zu passiv ins Spiel gegangen und konnten das über 90 Minuten nicht verbessern“, erklärte er. Es habe an Aggressivität gefehlt, am Zweikampfverhalten und auch am Spiel mit dem Ball. Gerade zu Hause habe er sich von seiner Mannschaft mehr Überzeugung erwartet. Dazu kam, dass laut Jamakovic auch das Selbstvertrauen in jenen Momenten fehlte, in denen man so eine Partie auf seine Seite ziehen kann. Am Ende, so sein Eindruck, seien in den letzten 20 Minuten beide Teams eher froh gewesen, dass das Spiel zu Ende ging.
Wenn Jamakovic an eine Szene denkt, die dieses torarme Spiel hätte kippen können, dann denkt er an eine Situation in der zweiten Hälfte nach einer Freistoßhereingabe. Nach seiner Schilderung wurde ein Neukirchner Spieler im Strafraum außerhalb des Fünfmeterraums vom Timelkamer Tormann klar gefoult, der Pfiff blieb jedoch aus. Mehr noch: Statt auf Elfmeter für die Gastgeber entschied der Unparteiische auf Foul für Timelkam. „Bei so einer torchancenarmen Partie ist so ein Elfmeterpfiff natürlich spielentscheidend. Wenn wir um die 70. Minute den Elfmeter bekommen und ihn machen, dann ist das Spiel wahrscheinlich entschieden“, sagte Jamakovic. Trotz dieses Ärgers blieb seine Einordnung aber bemerkenswert nüchtern. „Wenn ich ehrlich bin, war Timelkam zum Ende des Spiels vielleicht etwas näher am Ziel“, meinte er. Nicht, weil die Gäste die klareren Chancen gehabt hätten, sondern weil sie offensiver agierten und zumindest etwas mehr Druck entwickelten. Dem Gegner bescheinigte er zudem eine klare Idee: hinten mit Kombinationsspiel aufbauen und dann die langen Bälle auf Nermin Jahic und Eldar Sahbegovic suchen, um vorne Bälle zu behaupten, Freistöße herauszuholen und aus solchen Situationen etwas Zählbares mitzunehmen.
So blieb für den SK Neukirchen am Ende zumindest der eine Zähler, und genau darin sah Jamakovic auch den kleinen positiven Teil dieses Nachmittags. „Zufrieden kann man mit dem Ergebnis sein, dass wir mit so einer Leistung trotzdem ein 1:1 holen und einen Punkt mitnehmen“, sagte er. Vor allem defensiv nahm er etwas mit. Seine Mannschaft habe dem Gegner im Endeffekt kaum Chancen zugelassen, und darin sieht er einen Ansatz für die nächsten Wochen. „Da sieht man trotzdem, dass wir hinten sehr stabil sind und stabil geworden sind. Darauf kann man aufbauen“, so der neue Trainer. Gleichzeitig machte er aber keinen Hehl daraus, dass der Auftritt insgesamt zu wenig war. Die Neukirchener halten nach zwei Runden bei vier Punkten, doch Jamakovic ließ keinen Zweifel daran, dass er mehr erwartet: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“