In der 2. Klasse Süd hat die ASKÖ Ebensee gegen den ATSV Rüstorf eine 2:1-Pausenführung noch aus der Hand gegeben und am Ende 2:3 verloren. Aus Sicht von Neo-Trainer Marco Strupl lag der Grund vor allem in der Reaktion seiner Mannschaft: Der Absteiger blieb nach zwei Rückständen dran, legte nach der Pause sofort nach und belohnte sich für viel Druck, Disziplin und konsequent ausgespielte Angriffe.

Foto von Emma Benedict auf Unsplash
Strupl machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, wie seine Elf in die Partie gehen wollte. "Wir haben von Anfang an das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben", sagte der Trainer. Rüstorf habe den Gegner unter Druck setzen und die Zweikämpfe in einem erwartbar harten Spiel annehmen wollen. Genau das sei seiner Mannschaft über weite Strecken auch gelungen. Umso ärgerlicher war aus seiner Sicht, dass die Gäste trotz mehrerer Möglichkeiten in den ersten Minuten zunächst nicht in Führung gingen. Stattdessen stand in der 9. Minute das 1:0 für Ebensee auf der Anzeigetafel, weil Kilian Reiter ein Eigentor unterlief. Für Strupl war das aber kein Punkt, an dem seine Mannschaft den Faden verlor.
Gerade mit dem Umgang nach diesem Rückschlag war der Rüstorf-Coach zufrieden. "Die Mannschaft hat weitergekämpft, immer weitergekämpft, und wir kamen zum Ausgleich", sagte er. Der Treffer zum 1:1 fiel in der 23. Minute durch Michael Motz und war für die Gäste die passende Antwort auf die frühe kalte Dusche. Dass Ebensee dennoch wieder vorlegte, änderte an Strupl Gesamtbild wenig. Kurz vor der Pause stellte Raphael Mitterlehner in der 43. Minute auf 2:1 für die Gastgeber. Der Trainer sprach in diesem Zusammenhang von einem "Eigenfehler im Offensivbereich", der seiner Mannschaft vor dem Halbzeitpfiff noch einmal wehgetan habe. Entscheidend war für ihn aber, dass Rüstorf auch nach dem zweiten Rückstand nicht auseinanderfiel.
Was in der Kabine gesagt wurde, ließ sich am Spielstand kurz nach Wiederbeginn gut ablesen. "Die Mannschaft kam aus der Kabine und hat Reaktion gezeigt", sagte Strupl . Nur vier Minuten nach dem Seitenwechsel glich Sebastian Zopf zum 2:2 aus, ehe Michael Motz in der 52. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends das Spiel endgültig auf 2:3 stellte. Für den Trainer war diese Phase die logische Folge des Auftritts seiner Mannschaft. "Der wichtigste Moment war, dass wir als Mannschaft aufgetreten sind und nicht aufgehört haben zu spielen, obwohl wir zweimal im Rückstand waren", sagte er. Dazu passte auch seine Erklärung für die drei Rüstorfer Tore: "Die drei Tore waren super rausgespielt, wir sind über außen gekommen, waren vorne präsent, haben den Gegner unter Druck gesetzt und waren clever vor dem Tor." Nach der Führung ließ Rüstorf laut Strupl nichts großartiges mehr zu.
Dass der Auswärtssieg kein Selbstläufer war, unterstrich Strupl auch mit Blick auf den Gegner. Die ASKÖ Ebensee sei "eine gute Mannschaft" mit "vielen guten Einzelspielern", auf die man besonders habe achten müssen. Der ATSV Rüstorf habe deshalb versucht, genau diese Spieler in Schach zu halten und ihnen möglichst wenig Raum für Akzente nach vorne zu geben. Auch die Disziplin seiner Elf hob der neue Trainer hervor: "Wir waren auf dem Platz präsent, haben den Kampf angenommen und diszipliniert als Einheit gespielt." Lob gab es außerdem für den Unparteiischen. "Schiedsrichter Tiefenthaler hat eine sehr gute Leistung gezeigt und ist seiner Linie treu geblieben", sagte Strupl , der keine strittigen Szenen sah. Nach dem dritten Spieltag steht Rüstorf nun bei sechs Punkten und geht nach zwei Auswärtssiegen in Serie mit Selbstvertrauen ins Heimspiel gegen Tabellenführer Aurach. "Mit dieser breiten Brust wollen wir zu Hause die nächsten drei Punkte holen", kündigte der Trainer an.